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Seniorenverband steht vor dem Aus

Ribnitz-Damgarten Seniorenverband steht vor dem Aus

Am 30. Juni wird über die Auflösung des Landesverbandes des Bundes der Ruheständler, Rentner und Hinterbliebenen (BRH) abgestimmt / Auch die Ortsverbände Ribnitz-Damgarten und Barth müssen dann aufgeben

Ribnitz-Damgarten. Der Bund der Ruheständler, Rentner und Hinterbliebenen (BRH) steht vor dem Aus. Wie der Vorsitzende des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Imming, auf Nachfrage der OZ erklärte, werde beim Landesvertretertag am 30. Juni ein Antrag auf die Auflösung des BRH-Landesverbandes gestellt. Das Problem: Für den Vorstand würden sich keine neuen Mitglieder finden. „Krankheits- und altersbedingt fallen einige der Vorstandsmitglieder aus“, berichtet der 78-Jährige aus Rerik. „Wir haben uns immer wieder bemüht, Ersatzkräfte zu finden, aber leider ohne Erfolg. Schon vor fast zwei Jahren haben wir auf das Problem aufmerksam gemacht.“ Reaktionen seien aber leider nicht gekommen. Falls dem Antrag stattgegeben werde, dürften auch die Ortsverbände nicht mehr unter dem Namen BRH weitermachen. „Natürlich steht jedem frei, einen Verein zu gründen“, meint Imming.

 

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Bei uns im Ortsverband läuft es sehr gut. Es haben sich gerade erst zwei neue Mitglieder angemeldet.“Marianne Radke, Vorsitzende des Barther Ortsverbandes

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Für Marianne Kutzer war die Nachricht ein herber Schlag. Sie leitet den Ortsverband Ribnitz-Damgarten schon von Beginn an, seit seiner Gründung 1990. „Da steckt so viel Herzblut drin. Auch viele unserer Mitglieder sind schon von Anfang an dabei“, berichtet die 84-Jährige. Sie habe beim Landesbeirat am 19. Mai von der geplanten Auflösung des Landesverbandes erfahren. „Das Problem war bekannt.

Aber die Arbeit im Vorstand ist sehr zeitintensiv und die meisten sind 75 Jahre oder auch älter“, erklärt Marianne Kutzer. „Ich bin selbst im Landesbeirat und erlebe, was man auf sich nimmt.“

Im Ortsverband Ribnitz-Damgarten sind 56 Mitglieder. „Zu Spitzenzeiten hatten wir 99. Damals habe ich noch gesagt: ’Bei 100 wird es mir zu viel’, aber dann ging die Zahl stetig zurück“, berichtet die Vorsitzende. Die beiden ältesten Mitglieder seien 93 Jahre alt. Neue Mitglieder würden fehlen. „Die Zeiten sind einfach anders. Wer jetzt in Rente geht, will eher seine Ruhe haben. Wir waren nach der Wende froh, dass wir eine Anlaufstelle hatten. Viele sind frühzeitig in den Ruhestand gegangen und hingen in der Luft“, wagt die 84-Jährige einen Erklärungsversuch. Eine Entscheidung, wie es weitergeht, gebe es noch nicht. „Wir warten jetzt erst einmal ab, was die Versammlung am 30. Juni bringt, und dann sehen wir weiter. Im Juli und August haben wir sowieso Sommerpause“, sagt die Ribnitz-Damgartenerin.

Die Vorsitzende des Barther Ortsverbandes,   Marianne Radke, habe erst am Montag von Marianne Kutzer von der drohenden Auflösung erfahren. „Vom Landesverband haben wir bisher noch keine Information bekommen“, sagt die 77-Jährige. „Bei uns im Ortsverband läuft es sehr gut. Es haben sich gerade erst zwei neue Mitglieder angemeldet. Insgesamt sind wir jetzt 79. Fast die Hälfte sind Witwen. Sie fühlen sich sehr wohl. Alleine würden sie keine Ausflüge oder Reisen unternehmen.“ Die Planung für die zweite Jahreshälfte stehe bereits. „Wir müssen jetzt sehen, wie es weitergeht. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich dazu noch nichts sagen. Die geplanten Veranstaltungen werden wir aber auf jeden Fall bis zum Jahresende noch machen.“ Erst im April hat der Ortsverband sein 25-jähriges Bestehen gefeiert.

Das hohe Alter der Mitglieder sei in allen Ortsverbänden des BRH aber auch ein Problem. „Wir haben uns die Entwicklung angesehen und eine ausführliche Analyse gemacht“, sagt Wolfgang Imming. „Nur fünf bis sechs der Ortsverbände würden über das Jahr 2016 hinaus bestehen. 2018 wäre dann endgültig Schluss. Wir müssen der Realität ins Auge sehen, auch wenn es schwer fällt.“ Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte sich der Ortsverband Greifswald aufgelöst.

Ein Problem seien auch die großen Entfernungen. „Wenn wir uns zu Versammlungen mit allen Ortsverbänden treffen, müssen viele Mitglieder extrem lange Wege in Kauf nehmen. Gerade im hohen Alter ist das sehr schwierig. Viele fahren nicht mehr Auto“, sagt der Vorsitzende des Landesverbandes. Im Jahr 2000 ist der Rentner mit seiner Frau von Berlin nach Rerik gezogen. „Meine Frau war zwölf Jahre Vorsitzende des Ortsverbandes Rerik und ich elf Jahre Vorsitzender des Landesverbandes“, berichtet Imming. Die Einladungen zum Landesvertretertag und die Information über den Antrag auf Auflösung seien Anfang Juni an die Ortsverbände geschickt worden. „Spätestens in den kommenden Tagen müssten alle Bescheid wissen.“

47 Ortsverbände

Mehr als 2000 Mitglieder hat der Bund der Ruheständler, Rentner und Hinterbliebenen in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt gibt es 47 Ortsverbände. Zu den größten zählen Stralsund, Grevesmühlen, Wismar und Demmin. Nach Auskunft des Vorsitzenden des BRH-Landesverbandes sind in diesen Ortsverbänden jeweils zwischen 70 und 100 Senioren vertreten. Die kleinen Ortsverbände hätten gerade einmal acht bis zehn Mitglieder.

Nach der Wende hat sich der Bund der Ruheständler, Rentner und Hinterbliebenen in Mecklenburg-Vorpommern gegründet.

Anika Wenning

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