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Abschied mit Wehmut: Physiotherapeut verlässt Verein

Ribnitz-Damgarten Abschied mit Wehmut: Physiotherapeut verlässt Verein

Klaus Bergmeier zieht’s aus privaten Gründen nach Süddeutschland / Beim Ribnitzer HV erlebte der 76-Jährige „eine tolle Zeit“

Ribnitz-Damgarten. Ohne Sport kann er nicht. Klaus Bergmeier sei mit dem Handball verheiratet, sagt der 76-Jährige über sich selbst. In den vergangenen sechs Jahren – mit einer kurzen Unterbrechung – betreute der rüstige Rentner die MV-Liga-Mannschaft des Ribnitzer HV (RHV). Doch damit ist bald Schluss. Leider. Sagen sowohl die Spieler als auch die Funktionäre des Klubs – und Bergmeier.

„Mit dem RHV habe ich es sehr gut getroffen. Die Verantwortlichen um Stefan Stuht, Thilo Meyer und Volker Bastian engagieren sich extrem und bieten den Aktiven ein tolles, sehr professionelles Umfeld. Da kann sich so mancher Zweitligist was abgucken“, lobt Bergmeier, der von allen nur „Hügel“ gerufen wird.

Er muss es wissen, denn Bergmeier war ein Vierteljahrhundert lang (von 1976 bis 2001) Physiotherapeut der deutschen Nationalmannschaft und nahm mit dem Team an drei Olympischen Sommerspielen teil – 1992 in Barcelona, 1996 in Atlanta (USA) und 2000 in Sydney (Australien). „Besonders Sydney war ein gigantisches Erlebnis, allein schon mit der riesigen Eröffnungsfeier“, erinnert sich der Zingster.

1978 wurde Bergmeier mit Deutschland in Dänemark sogar Weltmeister. Er sah viele Spieler kommen und gehen. Später, nachdem er aus gesundheitlichen Gründen das Nationalteam verlassen hatte, auch in der 1. und 2. Bundesliga in Stralsund.

Ende des Monats zieht’s Bergmeier, der schon zweimal den Krebs besiegte und jeden Tag mit Frühsport beginnt, von der Ostseeküste runter in den Süden – nach Ludwigsburg (Baden-Württemberg). Ganz in der Nähe, in Markgröningen, kann er weiterhin in einem Rehazentrum arbeiten. Dort wird er verschiedene Kurse leiten, wie er es bis zuletzt auch im Zingster Kurmittelzentrum auf Honorarbasis tat.

Rasten, das ist nicht das Ding von Klaus Bergmeier, der in seiner Freizeit neben dem Handball gerne wandern geht.

Der Abschied fällt ihm schwer. „Aber aus privaten Gründen habe ich mich dafür entschieden, diesen Schritt zu gehen. Manchmal tut räumliche Trennung ganz gut“, glaubt der Pensionär, der nicht näher auf das Thema eingehen möchte. Den Ribnitzer Handballern will er aus der Ferne weiterhin die Daumen drücken und sich ab und an auch mal sehen lassen.

„Doch zunächst freue ich mich riesig auf unser Turnier am Wochenende. Das wird noch mal ein emotionales Event“, meint Bergmeier, der nach dem letzten Spiel offiziell verabschiedet wird.

„Wir sind traurig, dass Hügel geht und werden alles geben, um ihm den Abschied so schön wie möglich zu machen“, verspricht RHV-Rückraumspieler Michael Jacobsen (30). Bergmeier „knetete“ nicht nur die müden Arme und Beine der Spieler, behandelte Verletzungen und legte Verbände an. Er war auch eine Art Beichtvater, hatte stets ein offenes Ohr für die Probleme „seiner Jungs“, so der gebürtige Vredener (Nordrhein-Westfalen), der schon als Kind oft umgezogen ist, weil Vater Heinrich als Zollbeamter oft versetzt wurde.

„Klaus und ich haben ein freundschaftliches Verhältnis. Es ist sehr schade, dass er geht. Menschlich ist er ein großer Verlust für den Verein. Aber er ist jederzeit willkommen“, betont Stefan Stuht (44).

tb

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