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Abschied vom Handball mit einer dicken Kröte im Hals

Barth Abschied vom Handball mit einer dicken Kröte im Hals

Torhüter Oliver Hamann beendet seine Karriere beim SV Motor Barth

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Olli hat sich durch seine Kameradschaft ausgezeichnet.Gordon Schumacher Spielertrainer bei Motor Barth

Barth. Ein breites Grinsen huscht über das Gesicht von Oliver Hamann. Mit einer angedeuteten Verbeugung bedankt sich Torhüter des SV Motor Barth für den Szenenapplaus beim Publikum. Soeben hat er einen Siebenmeter pariert. Nun, normalerweise ist das nichts Ungewöhnliches.

 

OZ-Bild

Torhüter Oliver Hamann (44) stand zum letzen Mal für den SV Motor Barth im Kasten.

Quelle: Fotos: Marco Schwarz

In seiner langen Handball-Karriere hat der 44-Jährige so manchen Siebenmeter gehalten oder seine Gegenspieler zur Verzweiflung gebracht. Doch diese Szene stammt aus seinem letzten Spiel – Oliver Hamann hört auf.

Vor der Heimpartie in der Verbandsliga Ost gegen die SG Torgelow/Pasewalk wird er von seinem Team offiziell verabschiedet. Ein emotionaler Augenblick. Hamann greift zum Mikrofon. „Es ist entschieden.

Es ist vorbei. Es war eine schöne Zeit ...“ Der Torhüter bricht seine kurze Ansprache mit feuchten Augen ab und fügt dann hinzu: „Kommt, lasst uns Handball spielen!“ Ein letztes Mal. Nach dem Abpfiff gibt er dann zu: „Ich hatte keinen Frosch im Hals, das war eine ganz dicke Kröte.“

Und dann wird gespielt und wie. Der Motor-Mannschaft ist anzumerken, dass sie ihrem langjährigen Keeper, der zunächst auf der Bank Platz nimmt, einen würdigen Abschied bereiten möchte und zieht auf 6:0 davon. Dann gibt es Siebenmeter und die Fans in der Vineta-Sportarena fordern ihren „Olli“. Der kommt in den Kasten und pariert. Jubel brandet auf. Ein besseres Drehbuch hätte es kaum geben können.

„Es ist schade, dass er aufhört. Aber er hat ja eine lange Karriere hinter sich“, sagt Motors Spielertrainer Gordon Schumacher über seinen nun ehemaligen Mannschaftskameraden. Er sei ein wichtiger Faktor im Team gewesen. Und das nicht nur wegen seiner Erfahrung und Wirkung auf die jüngeren Spieler. „Vielmehr hat sich Olli immer auch durch seine Kameradschaft ausgezeichnet. Damit war er ein absolutes Vorbild für jeden von uns“, lobt Schumacher. Er wünsche ihm für die Zukunft alles Gute und hoffen, ihn oft in der Halle begrüßen zu dürfen. „Und wer weiß, vielleicht kann er ja mal aushelfen, wenn Not am Mann ist“, lässt der Spielertrainer dem Ex-Torhüter ein Hintertürchen für weitere Einsätze offen.

„Die Entscheidung, dass ich aufhören werde, ist bereits im vergangenen Sommer gefallen. Ich habe mich dann entschieden, in dieser Saison aber noch zur Verfügung zu stehen“, berichtet Oliver Hamann.

Leicht ist ihm dieser Schritt nicht gefallen. „Man soll ja aufhören, wenn einen die Knochen noch tragen und man nicht von der eigenen Mannschaft vom Feld gebeten wird“, sagt er mit dem ihm eigenen Humor. Schöne Zeiten habe er in den knapp 40 Jahren in seinem Sport erlebt und „viele nette Handballer in Ost und West kennen gelernt“.

Zum Abschied konnte er mit seinem Team den höchsten Saisonsieg feiern. 42:16 (21:5) hieß es am Ende gegen die SG Torgelow/Pasewalk. „Zum Spiel gibt es wenig zu sagen. Wir haben unsere Leistung gebracht. Allerdings hätten wir uns mehr Gegenwehr gewünscht“, meint Gordon Schumacher nach der Partie gegen einen völlig überforderten Kontrahenten. Es war das letzte Spiel in der Verbandsliga-Vorrunde der Staffel Ost, die der SV Motor Barth auf Rang sieben beendet.

Nun geht es gegen die HSG Uni Rostock (7. der Staffel West) in zwei Duellen um die endgültige Platzierung in dieser Verbandsligasaison. Dann müssen die Vinetastädter allerdings ohne ihren Torwart-Oldie auskommen. Denn der bekräftigt noch einmal: „Die Turnstiefel werden angehängt. Opa-Olli geht in den Handballruhestand!“

Statistik

18. Spieltag, Verbandsliga Ost:

SV Motor Barth - SG Torgelow/Pasewalk 42:16 (21:5)

SV Motor Barth: Sinnig, Hamann, Hagen - Ca. Schroth 5, Köhlmann 2, Klatetzke 9, Meyer 9/1, Evert 5, Ahrens 7, Schumacher 2/1, Tertin 1, Ch. Schroth 2.

Siebenmeter: Motor Barth 3/2, Torgelow/Pasewalk: 3/2

Zweiminutenstrafen: Barth 4, Torgelow/Pasewalk 5

Abschlusstabelle

1. HSG Greifswald 18 570:387 32:4
2. HV Altentreptow 18 547:407 30:6
3. Einheit Teterow 18 458:405 24:12
4. SV Warnemünde II 18 481:457 23:13
5. HSV Usedom II 18 414:403 20:16
6. HSV Grimmen II 18 465:419 19:17
7. SV Motor Barth 18 421:428 15:21
8. Greifswald/Loitz II 18 444:461 9:27
9. Torgelow/Pasew. 18 357:552 4:32
10. HSV Waren 18 359:597 4:32 Platzierungsspiele um Rang 13: HSG Uni Rostock - Motor Barth (Sonntag, 26. März, 15.30 Uhr). Rückspiel in Barth am Sonnabend, 1. April, 16 Uhr.

Marco Schwarz

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