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Bei Martin Lange stehen die Zeichen auf „Hulk-Modus“

Barth/Pilsen Bei Martin Lange stehen die Zeichen auf „Hulk-Modus“

30-jähriger Kraftsportler vom SV Motor Barth startet bei Weltmeisterschaften

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Am Freitag wird Martin Lange vom SV Motor Barth im tschechischen Pilsen an die Hantel treten.

Quelle: Foto: Marco Schwarz

Barth/Pilsen. Martin Lange vom SV Motor Barth wird am Freitag bei den Weltmeisterschaften im Kraftdreikampf im tschechischen Pilsen an den Start gehen. Im OZ-Interview spricht er über die Vorbereitung, seine Ziele und den Wechsel in eine höhere Gewichtsklasse.

Herr Lange, mit der WM steht für Sie der Saisonhöhepunkt bevor. Wie lief die Vorbereitung?

Martin Lange: Die Vorbereitungen liefen für mich eigentlich grandios. In der Beuge konnte ich ohne Ausrüstung meine Kraftwerte steigern und die Technik für das Equipment etwas optimieren.

Bankdrücken und Kreuzheben sehen richtig gut aus. Bei den beiden Kaderlehrgängen der Nationalmannschaft konnte ich ebenfalls mit meinen Ergebnisse zufrieden sein. Kurz: Eigentlich steht alles auf „Hulk“-Modus.

Aber es gab kurzfristig noch eine Neuausrichtung. Worum ging es dabei?

Eine kleine taktische Wende gab es fünf Wochen vor der Weltmeisterschaft. Bundestrainer Francesco Virzi meinte, ich solle doch mal über einen Wechsel in die Gewichtsklasse bis 120 kg nachdenken. Das plant er schon seit Jahren, da ich körperlich in der 105-er langsam am Limit bin. Diesmal sieht die Meldungsliste in der 105-er zudem vollkommen irre aus. Mit meiner Totalleistung von 940 kg bin ich auf Platz 22 gelistet. In der 120-er auf Platz zehn. Also habe ich auf die alljährliche Reduzierung meines Gewichts verzichtet und kann nun beruhigt und ohne Kalorienzählen in den Wettkampf gehen. Ein „langer Traum“, mal wieder morgens am Wettkampftag frühstücken zu dürfen, wird damit auch wahr.

Und wie schätzen Sie Ihre Aussichten in der höheren Gewichtsklasse ein?

Ich werde mit 113 bis 115 kg in den Wettkampf gehen, habe also nach der Entscheidung noch drei Kilogramm draufgepackt. Aber trotzdem bin ich natürlich zu leicht für die Klasse. Die Jungs machen dort 1100 kg im Total. Ich werde mich also völlig auf mich konzentrieren können und dann mal schauen, dass ich ein vernünftiges Ergebnis abliefern kann.

Und welche Leistung erwarten Sie von sich?

Es bleibt wie schon zur Europameisterschaft im Mai dieses Jahres. Die 950 Kilogramm von Mathias Schröder, die immer noch den Vereinsrekord beim SV Motor Barth sind, sollen fallen. Das wäre übrigens auch die A-Kader-Norm der 120-er Gewichtsklasse, also die nahezu direkte Qualifikation für die EM im nächsten Jahr.

Bei der EM im Frühjahr gab es für Sie eine herbe Enttäuschung, als Sie bei der Auftaktdisziplin Kniebeugen patzten und ohne Wertung blieben. Wie gehen Sie damit um?

Ich hoffe, die Fehler von der EM mit zu breitem Stand und ungenügender Tiefe im Griff zu haben. Am Ende muss ich meine Dämonen in der Beuge besiegen. Aber diesmal sollte das funktionieren.

Wie schätzen Sie die Konkurrenz ein?

Die ist sehr stark. Übrigens werde ich mal wieder einen Konkurrenten aus dem eigenen Kader haben. Dominik Pahl, ebenfalls ein Nordmann aus Papenburg, ist vor mir auf Platz neun gelistet. Er bringt noch etwas bessere Voraussetzungen mit. Aber wer weiß, bei so einem Wettkampf kann viel passieren. Wir verstehen uns sehr gut und werden uns gegenseitig pushen. Wir sind uns früher schon bei Landesmeisterschaften und dergleichen begegnet.

Wer wird Sie nach Pilsen begleiten?

Diesmal habe ich Unterstützung von meinen beiden Mädels. Meine Frau Annemarie und meine kleine Tochter Emily Sophie kommen mit und feuern mich beim Wettkampf an. Darüber freue ich mich sehr.

Bundestrainer: Für ihn heißt es, den Kopf auszuschalten

Francesco Virzi, Bundestrainer Kraftdreikampf, äußerte sich auf der Online-Plattform des Verbandes – „Der Kraftdreikämpfer“ – zu den Aussichten von Martin Lange. „Für ihn hat sich der Sprung in die Klasse bis 120 Kilogramm erst kurzfristig ergeben, da ein Abkochen des Gewichts bei dem Meldeaufgebot der wahnsinnig starken Gewichtsklasse bis 105 Kilogramm keinen Sinn ergeben würde. Er zeigte einige Serienbestleistungen im Training und wird eine tolle Leistung abrufen können. Man merkte bei den Kaderlehrgängen aber, dass ihn das Ausscheiden bei der EM in Malaga in der Kniebeuge doch noch etwas beschäftigt. Hier heißt es für ihn, den Kopf auszuschalten.“

Wettkampfbeginn für den Barther ist am Freitag um 16 Uhr. Einen Livestream gibt es unter: www.goodlift.info

Interview: Marco Schwarz

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