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Damgartener schießen den Vogel ab

Ribnitz-Damgarten Damgartener schießen den Vogel ab

Bei den Jungschützen traten vier Mädchen an / Helmut Weiß und Felix Bunkowski sind die neuen Könige

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Die Original Mecklenburg-Vorpommersche Blaskapelle führte den Umzug der Schützen durch Damgarten an. Fotos (2): Susanne Retzlaff

Ribnitz-Damgarten. „Das geht direkt in die Beine!“ Wie immer lockt der Schützenumzug viele Damgartener vor die Haustür. Frieda Albrecht schwingt ihre Arme im Takt der Blasmusik und strahlt mit der Sonne um die Wette. Hinter der Original Mecklenburg-Vorpommerschen Blaskapelle hatte die Damgartener Schützengilde, die nur mit der Armbrust schießt, mit Fahne, Vogel und den Freunden vom Reinsberger Schützenverein (nahe Dresden) Aufstellung genommen, gefolgt vom Schützenverein Ribnitzer Greif und den Vorderladerschützen aus Marlow. Der Tonnenbund Langendamm hatte eine Delegation geschickt, die frisches Eichenlaub zum Kranz für den neuen Vogelkönig gewunden hatte, die 17 Damgartener Jungschützen schlossen sich an.

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Bei den Jungschützen traten vier Mädchen an / Helmut Weiß und Felix Bunkowski sind die neuen Könige

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Ergebnisse

Junioren: Nele Nossenheim wurde Flügelkönigin, Thorben Stachowski Briefkönig und Felix Bunkowski Vogelkönig.

Senioren: Flügelkönige sind Werner Heiden und Dietmar Stoll, einen Briefkönig gibt es in diesem Jahr nicht, den Schnabel schoss Helmut Weiß gleich mit ab, als er Vogelkönig wurde.

Etwas Abstand hielt Burkhard Dethloff aus Pütnitz auf dem Kutschbock hinter seinem Zugpferd Lotte. Schließlich ließ Schütze Siegfried Ahrens es an diesem Sonnabend bereits zum zweiten Mal kräftig krachen. Nach den Böllern zum Königsfrühstück feuerte er nun drei Schüsse aus der Kanone Richtung Rathaus ab: „Mal sehen, ob wir den Bürgermeister wecken“, schmunzelte er – von da an begleitete die Polizei die Schützen zum Sportplatz zur Freude der Anwohner. Besonders weit aus dem Fenster lehnte sich winkend Walli Bartikowski: „Da geht mein Schwiegersohn!“ Kinderspiel und Karussell, Kaffee, Bier und Cocktails, Mutzen, Kuchen, Softeis, Knuspriges vom Grill, Burger, Schlemmerpfannen und natürlich jede Menge Geflügel erwarteten ihn, seine „Mitläufer“ und die fast 1000 Gäste auf dem Festplatz.

„Das Schützenfest ist für mich das Highlight des Jahres“, strahlt Nadine Hoch und wiegt sich mit dem zweijährigen Karl im Arm im Takt der Blasmusik. Der Freund der 27-Jährigen ist aktiver Schütze, ihr macht die „Arbeit der Frauen im Hintergrund“ mehr Spaß.

Ist Armbrustschießen wirklich reine Männersache? Bei den Senioren schon noch, aber beim Nachwuchs erobern die Mädchen langsam Terrain. Mit Lara (11), Marie (12), Michelle (14) und Nele (13) formiert sich ein weibliches Kleeblatt, das mit ersten Erfolge aufwarten kann: Nele Nossenheim wurde Flügelkönigin. „So eine Armbrust ist ganz schön schwer, gefühlt sind es mindestens fünf Kilo“, verraten die vier Mädchen Geheimnisse einer Waffe mit sehr langer Tradition. „Manchmal eiern die Bolzen und den Rückschlag sollte man nicht unterschätzen, deswegen immer den Kontakt zur Schulter halten.“

Vorzeitig beendet war der Wettbewerb für Thorben Stachowski. „Ein guter Schuss, doch für dich ist Schluss!“ stand auf dem Brief im Vogelschnabel, den er getroffen hatte. Die letzte und leicht gelockerte „Vogelfeder“ holte schließlich Felix Bunkowski herunter. Wegen des schlechten Wetters zielten die Jungschützen nicht wie geplant am Freitag, sondern am Sonntagvormittag, noch vor dem großen Tauziehen, in dem ihre zwölf „Federgewichte“ in einem spannenden Finale vier ausgewachsene Feuerwehrmänner über die Linie zogen. Das gewonnene Fass Bier kauften ihnen die Senioren ab.

Die lieferten sich am Sonnabend einen spannenden Wettbewerb. Einen „leichteren Vogel“ hat Zimmermeister Robert Jürs, zum vierten Mal Damgartens Vogelbauer, versprochen, der mit neuer Technik auf dem Mast befestigt wurde. Das macht es auch für das Publikum spannender, das bei mäßigem Seitenwind einen kurzweiligen Wettbewerb sah. 25 Schützen, fast alle Aktive des Vereins, legten auf das hölzerne Geflügel an, wer mit seinem Bolzen die letzte „Feder“ herunterholt, ist Vogelkönig, Ähnlichkeiten mit dem Tonnenabschlagen sind nicht zu leugnen. Der erste Schuss gebührte dem noch amtierenden König, seinen ersten offiziellen Schuss durfte Jan Zapnik abgeben, der nach einjähriger Probezeit per Ehrennadel von Hauptmann Frank Ilchmann in die Riege der aktiven Armbrustschützen aufgenommen wurde. Die Flügel fielen Werner Heiden und Dietmar Stoll in die Hände, mit einem fulminanten Treffer erledigte nach rund zweieinhalb Stunden Helmut Weiß den Rest inklusive Schnabel mit Brief und repräsentiert als Vogelkönig seinen Damgartener Schützengilde bis zum nächsten Sommer.

Susanne Retzlaff

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