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Meisterschaft im Stadthafen: Stehende Paddler erobern Rostock

Rostock Meisterschaft im Stadthafen: Stehende Paddler erobern Rostock

Philip Michel holt die Deutschen Meisterschaften im Stand-Up-Paddling zur Hanse Sail nach Rostock / Noch fehlen ihm Sponsoren für die Großveranstaltung

Rostock. 80 Prozent Spaß, 20 Prozent Pflicht: So bezeichnet Philip Michel seinen Einsatz für das Stand-up-Paddling (SUP). Denn der Geschäftsführer von Medprevio will die Deutschen Meisterschaften der Trendsportart nach Rostock holen. „Es wäre nicht nur die erste Meisterschaft hier, sondern die erste gemeinsame Meisterschaft im SUP deutschlandweit“, so Michel. 10

000 bis 12000 Euro müssen investiert werden. Noch sucht der Mediziner Sponsoren.

„Wenn wir unsere Pläne umsetzen, ist es ein großer Sprung für den Sport und für Rostock“, so der 48-Jährige. Die Vorbereitungen laufen intensiv. Es soll ein Höhepunkt der Hanse Sail (11. bis 14.

August) werden. „Wir veranstalten den Titel-Kampf auch ohne Titel-Sponsor. Irgendwie schaffen wir das“, gibt sich Michel kämpferisch. Doch er kann Hilfe gut gebrauchen. „Allein die Kosten für das Zelt betragen etwa 2500 Euro“, so Michel. Hauptsächlich gehe es jedoch um Personalkosten. „Wir haben auch erste Zusagen, suchen aber aktiv nach finanzieller Unterstützung.“ Denn der Wettkampf soll keine „Eintagsfliege“ sein. „Wir wollen die Veranstaltung etablieren.“

Das stimmt auch Holger Bellgardt, den Leiter des Hanse Sail Büros, optimistisch: „Mit der Meisterschaft können wir auch den sportlichen Aspekt zur Hanse Sail stärken.“ Gerade eine attraktive Trendsportart wie Stand-up-Paddling habe das Potenzial, vor allem jüngere Besucher anzulocken. „Es wird ein moderner Blickpunkt des Traditionssegler-Treffens.“

Dabei war Michel, als er zum ersten Mal von der Sportart hörte, noch skeptisch. Sein erster Gedanke: „Oh nein, schon wieder etwas Neues — unspektakulär wie Nordic Walking auf dem Wasser.“ Doch als der Windsurfer zum ersten Mal auf das etwas andere Brett stieg, waren alle Zweifel beseitigt. „Es macht Spaß und ist anstrengender als man denkt“, erklärt Michel. Vorteil sei, dass man keinen Wind brauche. Daher sei die Warnow ein idealer Austragungsort.

Für die Organisation eines solchen Events hat der Unternehmer erste Erfahrungen gesammelt. Seit etwa drei Jahren etabliert er gemeinsam mit zwei Freunden SUP als Teamsport. „Wir haben gemerkt, dass sich der Wassersport als Gemeinschafts-Aktivität eignet und einen Firmen-Cup ins Leben gerufen“, sagt der 48-Jährige. Ähnlich wie beim Drachenbootrennen, treten Teams in mehreren Rennen gegeneinander an. „Man steht zwar alleine auf dem Brett, aber man paddelt immer in Gesellschaft.“

2015 wurde der Cup erstmals zur Hanse Sail veranstaltet. 14 Teams verschiedener Unternehmen der Hansestadt traten gegeneinander an. „Die Ränge im Segelstadion des Stadthafens waren voll besetzt“, sagt der Mediziner begeistert. Unterstützt wird der Cup unter anderem von der AOK. Durch den Sponsor ist der Amateur- Wettkampf auch in diesem Jahr bereits finanziert. „Ich würde es super finden, wenn mehr Firmen mit ihren Teams dabei sind und den Wettbewerb unterstützen“, sagt der ärztliche Leiter. So würde der Firmen Cup Leben aufnehmen. „Wir hoffen, das in diesem Jahr etwas 20 Teams antreten.“

In dem Bereich unterhalb der ehemaligen Neptunwerft soll dann auch das nächste Groß Event stattfinden. 100 Profi-Paddler werden um den Meister-Titel kämpfen. Der Aufwand für das Rennen nehme mindestens den doppelten bis dreifachen Aufwand für die Organisation in Anspruch, ist sich Michel sicher. Doch nicht nur der Wettkampf, sondern auch der Sport habe großes Potenzial in Rostock. „Ich glaube SUP könnte ähnlich wie ein Marathon-Lauf zum Volkssport werden“, sagt er überzeugt.

Von Johanna Hegermann

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