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Motor gewinnt Nervenkrimi um die Deutsche Meisterschaft

Finale in der Kraftdreikampf-Bundesliga: Motor Barth holt zum sechsten Mal in Folge den Titel Motor gewinnt Nervenkrimi um die Deutsche Meisterschaft

Kraftsportler aus der Vinetastadt setzen sich knapp gegen den KSV Mainz durch / Die Entscheidung fällt erst im letzten Versuch des hochkarätigen Wettkampfes

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Erfolg macht durstig: Martin Lange nimmt einen ordentlichen Schluck Sekt aus dem Siegerpokal. Eduard Tepper, René Groß und Jan Bast (von links) freuen sich mit ihm über die sechste Meisterschaft für den SV Motor Barth in Folge. Fotos (6): Marco Schwarz

Barth. Es ist mucksmäuschenstill in der Halle, als Sascha Stendebach zu seinem letzten Versuch im Kreuzheben an die Hantel tritt. 352,5 Kilogramm hat der Europameister im Kraftdreikampf aus Mainz auflegen lassen. Stendebach gibt alles, kämpft mit der Last, doch er scheitert. Nur Augenblicke später liegen sich die Aktiven des SV Motor Barth in den Armen. Die ein oder andere Freudenträne wird vergossen. Zum sechsten Mal in Folge ist Motor Deutscher Mannschaftsmeister im Kraftdreikampf. „Das ist nichts mehr für meine Nerven“, meint Jan Bast überglücklich und beschreibt damit treffend, was sich fünf Stunden lang in der Halle zugetragen hat: ein echter Nervenkrimi.

OZ-Bild

Kraftsportler aus der Vinetastadt setzen sich knapp gegen den KSV Mainz durch / Die Entscheidung fällt erst im letzten Versuch des hochkarätigen Wettkampfes

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Bast und seine Teamkameraden Martin Lange, Eduard Tepper und René Groß haben sich eine an Spannung kaum zu überbietende Auseinandersetzung mit dem KSV Mainz um den Titel geliefert. Nur wenige Punkte trennen die Kontrahenten im Verlauf des Wettkampfes, der schließlich erst mit dem letzten Versuch entschieden wird. „Unglaublich. Wer heute nicht in der Halle war, der hat wirklich etwas verpasst.

Das war Kraftdreikampf vom Allerfeinsten“, freut sich Eduard Tepper.

„Es war ein toller Wettkampf mit herausragenden Leistungen“, resümiert Karl-Heinz Voscul, Referent für Wettkämpfe im Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer und zollt den Barthern seinen Respekt.

„Motor hat sich in ganz starker Verfassung präsentiert.“ Die Gastgeber und Titelverteidiger sind nicht unbedingt als ganz großer Favorit in das Finale um die Deutsche Meisterschaft gegangen. Denn schon im Vorfeld war klar, dass die Mainzer nur schwer zu schlagen sein würden.

„Wir haben gepokert und gehofft, dass sie sich verzocken“, meint Martin Lange. Am Ende mit Erfolg. Neun Punkte hatte Motor schließlich Vorsprung. „Das sind nur rund 15 bis 20 Kilogramm“, erläutert Sven Lange, Abteilungsleiter Kraftsport beim Verein. Angesichts der Vielzahl an Versuchen nur ein Wimpernschlag.

„Es war spannend wie lange nicht“, meint Sven Lange. In den letzten Jahren hatten die Vinetastädter die Kraftdreikampf-Bundesliga fast schon nach Belieben dominiert. „Aber so macht es viel mehr Spaß.

Man kann sich auch an den Leistungen der Konkurrenz motivieren und noch mehr aus sich herausholen“, sagt Martin Lange.

In dem hochklassigen Wettkampf stellte Motor Barth mit den 1644,36 Punkten einen neuen deutschen Rekord auf und verbesserte die eigene Bestmarke noch einmal um rund fünf Zähler. Eine neue nationale Bestmarke gab es auch für Jan Bast, der den Rekord in den Kniebeugen der Gewichtsklasse bis 93 Kilogramm auf 340 Kilogramm schraubte. „Ich freue mich einfach nur riesig über den Auftritt unseres Teams“, kommentiert der 39-Jährige. Und sein Teamkamerad René Groß fügt hinzu: „Ich kann noch gar nicht realisieren, was uns gelungen ist. Da muss ich jetzt erstmal eine Nacht drüber schlafen.“

Statistik

Endstand

1. SV Motor Barth 1644,36

2. KSV Mainz 08 1635,44

3. ESV München-Neuaubing 1555,16

4. SC Oberölsbach 1502,86

5. KG Bergen/Gostorf 1432,55

6. Sanssouci Gym Potsdam 1324,81

SV Motor Barth: Jan Bast (562,57 Punkte, Kniebeuge: 340 kg, Bankdrücken: 250 kg, Kreuzheben: 300 kg), Martin Lange (542,60 Punkte, 360 kg, 250 kg, 305 kg), Eduard Tepper (539,20 Punkte, 297,5 kg, 210 kg, 295 kg), René Groß (478,54 Punkte, 320 kg, 265 kg, 242,5 kg)

Für den Deutschen Meister kamen in dieser Saison außerdem zum Einsatz: Hannes Haase, Sven Neuendorf, Sven Lange und Tobias Persen.

Gleich vier deutsche Rekorde wurden beim Bundesliga-Finale in Barth aufgestellt: Dazu zählt auch das Mannschaftsergebnis der Gastgeber von 1644,36 Punkten. Hinzu kommen die 340 kg von Jan Bast bei den Kniebeugen. Marc Bielau (Oberölsbach; 280,5 kg Kniebeugen) und Anja Schreiner (Oberölsbach, 105,5 kg im Bankdrücken) stellten ebenfalls neue Bestmarken in ihren Gewichtsklassen auf.

DREI FRAGEN AN...

1 Es ist der sechste Titel für Motor Barth in Folge. Wie fühlt sich das an? Einfach nur großartig. Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs. Es war beeindruckend, welche Leistungen sie abgerufen haben. Das dies dann zum Titelgewinn gereicht hat, ist umso schöner. Es war ja angesichts der starken Gegnerschaft nicht unbedingt davon auszugehen, dass der Wettkampf zu unseren Gunsten ausgeht. 2 Es war also ein hartes Stück Arbeit. Wie bewerten Sie den Wettkampf? Wir wussten, dass es nicht leicht werden würde. Entsprechend zurückhaltend sind wir im Vorfeld des Wettkampfes auch aufgetreten. Mainz war der erwartet starke Gegner. Da entscheidet letztendlich ein Versuch über die Meisterschaft. Aber so macht es auch Spaß, wenn sich die Athleten gegenseitig zu Topleistungen pushen und gerade auch für die Zuschauer war es sicher eine interessante und spannende Auseinandersetzung. Toll war die Stimmung in der Halle. Das macht nochmal ein paar Prozent aus, wenn die Leute das Gewicht mit hochschreien.

3 Das Team hat nun den achten Triumph insgesamt gefeiert. Wie wird es weitergehen? Daran verschwenden wir momentan noch keinen Gedanken. Wir werden jetzt erst einmal zur Ruhe kommen. Vor dem Beginn der nächsten Saison werden wir uns zusammensetzen, uns in die Augen schauen und überlegen, welche Zielstellung wir dann ausgeben werden. Aber bis dahin ist noch viel Zeit.msz

Marco Schwarz

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