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Ribnitzer Ruderer nimmt Kurs auf Rio

Ribnitz-Damgarten Ribnitzer Ruderer nimmt Kurs auf Rio

Der 34-jährige Marcus Klemp vom Ribnitzer Sportverein wurde vom Bundestrainer in den Kader für die Paralympics berufen

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Die Vorbereitung muss stimmen: Vor dem Start muss Marcus Klemp das Ruderboot richtig einstellen.

Ribnitz-Damgarten. Nachdem er im September 2015 als Projektmitarbeiter beim Christlichen Jugenddorfwerk (CJD) Ribnitz-Damgarten anfangen konnte, hatte Marcus Klemp mit dem Leistungssport eigentlich abgeschlossen. Damit waren auch die Paralympics im September dieses Jahres in Rio de Janeiro kein Thema mehr für ihn. Bis Ende Mai jedenfalls war das so. „Doch dann kam ein Anruf vom Bundestrainer“, erzählt der gehbehinderte Ruderer des Ribnitzer Sportvereins (RSV). Ob er sich vorstellen könne, den Kader für Rio zu komplettieren, habe er ihn gefragt.

 

OZ-Bild

Marcus Klemp startet zum Training auf dem Ribnitzer See. Im Damgartener Hafen ist Startpunkt.

Quelle: Fotos: Robert Niemeyer

„Wir sind als Verein sehr stolz darauf, dass Marcus für Rio de Janeiro nominiert wurde.“ Horst Schacht, amtierender RSV-Präsident

„Ich muss ehrlich sagen, ich habe nicht Hurra geschrien, sondern erst einmal um Bedenkzeit gebeten, um mit dem Jugenddorf-Leiter, Thomas Reiplinger, zu reden.“ Ihm sei er zu großen Dank verpflichtet, er sei ein „Chef mit Herz“, denn nur seinem Entgegenkommen sei es zu danken, dass er seine Arbeit beim CJD mit der Tätigkeit im Ribnitzer Sportverein als Übungsleiter der Ruderer unter einen Hut bringen konnte.

Noch bis September 2015 war für Marcus Klemp die Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro im September dieses Jahres durchaus noch eine Option. Dafür trainierte er entsprechend. Was nicht einfach gewesen sei, erzählt er. Das hing mit seiner Tätigkeit als Kundenberater in einem Callcenter in Rostock zusammen. „Die Arbeit dort und das Training unter einen Hut zu bekommen, das war sehr schwierig“, so der RSV-Ruderer.

Besonders bedauerlich sei es für ihn gewesen, dass durch die Arbeit im Callcenter allerdings die Vereinsarbeit auf der Strecke blieb und er als Übungsleiter keine Zeit mehr fand, um mit dem Nachwuchs zu arbeiten, so der heute 34-Jährige. Diese für ihn sehr unbefriedigende Situation änderte sich erst, als er dann im September letzten Jahres die Möglichkeit bekam, beim CJD Ribnitz-Damgarten zu arbeiten.

„Ich habe mit dem beruflichen Wechsel zum CJD zwar weiter trainiert, aber eben nicht mehr mit Blick auf eine Olympiateilnahme“, so Klemp. „Wenn man die 30 überschritten hat, dann ist es einfach Zeit, andere Prioritäten setzen. Für mich hieß das, dass nicht mehr der Sport, sondern der Beruf die Nummer 1 ist.“

Jetzt möchte er mit der unerwarteten Nominierung für die Olympiamannschaft also doch noch einmal sportlich durchstarten. Das Problem: „Leistungssport erfordert intensives Training. Sportler wie ich, die sich in beruflicher Hinsicht etwas Festes aufbauen möchten, sind deshalb auf einen Arbeitgeber angewiesen, der dafür Verständnis aufbringt. Dieses Verständnis habe er beim CJD gefunden.“ Damit er Zeit fürs Trainieren habe, komme sein Arbeitgeber ihm mit Dienstzeitenausgleich entgegen. „Dafür bin ich sehr dankbar“, so Klemp. „Ich werde nun his September hart trainieren. Denn wenn ich im Vierer-Mixed in Rio zum Einsatz kommen sollte, dann will ich auch mein Bestes geben.“

Für Marcus Klemp wäre das der zweite Olympia-Einsatz. Bereits bei den Paralympischen Spielen 2008 in Peking konnte er im Mixed-Vierer Olympia-Luft schnuppern und mit einem vierten Platz einen großen sportlichen Erfolg erzielen. Um sich in Form zu bringen, werde er unter anderem das Landesleistungszentrum in Kessin nutzen, so Klemp. Einmal in der Woche trainiere er dort bereits.

Horst Schacht, amtierender Präsident des RSV: „Als Verein sind wir natürlich stolz, dass Marcus nominiert wurde. Wo wir ihm in der Vorbereitung helfen können, werden wir es tun.“

Zahlreiche Erfolge

Der RSV-Ruderer Marcus Klemp trainiert seit fast 17 Jahren Jahren am Ruderstützpunkt Damgarten.

Der 34-Jährige fuhr zahlreiche nationale und internationale Erfolge ein:

2003 eine Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in Italien

2007 Sieg bei der WM in München

2008 vierter Platz bei den Paralympics in Peking

2009 Bronzemedaille bei WM in Polen 2013 Sieg in seiner Starterklasse auf dem Ergometer bei WM in den USA

Im September 2013 wurden Marcus Klemp und Anke Molkenthien vom Waginger Ruderverein (Bayern) über die 1000-Meter-Distanz bei den Mixed-Doppel-Zweier der Handicap-Ruderer in Südkorea Vizeweltmeister.

Edwin Sternkiker

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