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Ringer-Ikone Grohmann verstorben

Rostock Ringer-Ikone Grohmann verstorben

Ein Großer des Sports ist in der Nacht zu Montag für immer eingeschlafen: Das Warnemünder Ringer-Idol Joachim Grohmann verstarb im Alter von 82 Jahren nach langer Krankheit.

Rostock. Ein Großer des Sports ist in der Nacht zu Montag für immer eingeschlafen: Das Warnemünder Ringer-Idol Joachim Grohmann verstarb im Alter von 82 Jahren nach langer Krankheit.

Hans Wittkowski, Abteilungsleiter beim SV Warnemünde, trauert: „In unseren Herzen und Erinnerungen wird Achim weiterleben. Er wurde als unser Sportfreund, langjähriger Trainer und Ringervater schon zu Lebzeiten zur Legende für uns. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Rosemarie und ihren Kindern Uwe, Irene, Peter, Gisela und Karin sowie den Angehörigen.“

Grohmann wurde 1951 Mitglied der Abteilung Ringen bei der BSG Motor Warnowwerft, dem heutigen SV Warnemünde. Zuvor war er seinen Brüdern Erwin und Edmund in Grimmen auf die Ringkampfmatte gefolgt.

Dort wurde frühzeitig sein großes Talent entdeckt.

Die Übersiedlung der drei Brüder nach Warnemünde sollte für den Verein zum Glücksfall werden, bescherte er diesem doch einen Medaillenregen bei DDR-Meisterschaften. Joachim Grohmann dominierte von 1959 bis 1966 das Bantamgewicht (bis 57 Kilo) und wurde achtmal DDR- Meister. Dazu kamen Berufungen in die Nationalmannschaft. „Während dieser Zeit widerstand Achim allen Verlockungen der damaligen großen Leistungszentren im Ringen und blieb seiner BSG Motor Warnowwerft immer treu“, berichtet Wittkowski. Drei weitere DDR-Titel erturnte Grohmann in der Sportakrobatik. Dort sorgte er als Obermann einer seinerzeit legendären Sechser- Gruppe mit seinen beiden Brüdern für Furore.

„Joachim ist bis heute der erfolgreichste Sportler unseres Vereins“, betont Wittkowski stolz. „Von ihm haben Aktive, Trainer und Funktionäre enorm viel gelernt“, verdeutlicht der 63-Jährige, der selbst seit 1967 im Verein ist und seit 2008 die Abteilung Ringen leitet.

Neben seiner Tätigkeit als Sportinstrukteur auf der Warnowwerft in Warnemünde war Grohmann als Übungsleiter in den Sektionen Ringen und Sportakrobatik tätig und mitverantwortlich dafür, dass die beiden Sportarten sowohl im Nachwuchs als auch bei den Erwachsenen zu den Besten im DDR-Maßstab zählten. Für seine herausragenden sportlichen Verdienste wurde er mit den Titeln „Meister des Sports“

und „Verdienter Meister des Sports“ ausgezeichnet, die vom Nationalrat der DDR vergeben wurden. Sie waren die höchsten Ehrungen des Landes.

Auch nach seiner aktiven Karriere, die Grohmann trotz vieler Anfragen anderer Vereine in der Hansestadt beendete, war er seinem Herzensverein auch als Trainer und Betreuer unzähliger Sportler in verschiedenen Ligen vor und nach der politischen Wende treu geblieben.

Als Senior konnte Grohmann auch bei den Weltmeisterschaften der Veteranen die erhoffte internationale Medaille erringen. Ähnliche Erfolge waren ihm vor der Wende aus politischen Gründen verwehrt geblieben – auch weil er stets seinem Herzen gefolgt war, das ihn an der Ostseeküste hielt. Doch Anfang der Woche hörte es auf zu schlagen.Tommy Bastian

OZ

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