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Torwartexperte Mario Turloff trainiert Rostocks Goalballer

Rostock Torwartexperte Mario Turloff trainiert Rostocks Goalballer

Der 44-Jährige aus Völkshagen führt den RGC Hansa bei seinem ersten Einsatz gleich zum Gewinn des Ostdeutschen Pokal-Wettbewerbs

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Trainer Mario Turloff vom RGC Hansa führte seine Mannschaft gleich im ersten Wettkampf zum Gewinn des Ostdeutschen Pokals.

Quelle: Foto: Verein

Rostock. /Völkshagen. Große Freude beim Rostocker Goalball Club Hansa. Der Verein hat in Mario Turloff einen neuen Chefcoach gefunden. Turloff ist seit 2014 Torwarttrainer beim Fußball-Landesklasse-Vertreter FSV Bentwisch. Hauptberuflich arbeitet er als Sportlehrer und ist auch Schulsportberater des Landkreises Vorpommern-Rügen. Der Vater von fünf Kindern wurde im Bereich Torwarttraining hervorragend ausgebildet und besitzt seit 1995 die B-Lizenz. Als Coach von Torwarttagen und Lehrgängen einer US-amerikanischen Torwartartikelfirma sowie von Trainingscamps des Landesfußballverbandes sammelte er viel Erfahrung.

Turloffs Vorgänger Christian Görtz wird der Mannschaft als Co-Trainer weiter zur Verfügung stehen. „Das könnte ein Duo werden, das sich hervorragend ergänzt und uns richtig guttun wird“, sagte Hansas frischgebackener EM- Zweiter Reno Tiede. Er habe Turloff als sehr zielstrebig, fachkundig, engagiert und lernbereit kennengelernt, meint Tiede. „Das ist der Grund, warum ich Mario unbedingt als Trainer haben wollte.“

Die Hartnäckigkeit Tiedes, der über Monate an seinem Wunschkandidaten „baggerte“ war einer der Gründe für Turloffs Zusage. „Da der FSV Bentwisch für mich zur sportlichen Heimat geworden ist, erschien mir ein Wechsel in eine andere Sportart zunächst sehr abwegig“, sagt Turloff. Doch Goalball unterscheide sich gar nicht stark vom Torwartspiel im Fußball, hatte der 44-Jährige nach einem Probetraining festgestellt. Weil ihn neben Tiede auch seine Familie sowie die frühere Champions-League-Siegerin Anna Sarholz von Fußball-Bundesligist Turbine Potsdam bestärkten, wagte er den Schritt.

„Außerdem reizten mich die Möglichkeit, mich in und mit einer aufstrebenden Sportart weiterzuentwickeln und die Chance, das Team auf die Teilnahme an der Bundesliga und an internationalen Wettkämpfen vorzubereiten“, begründet Turloff seine Entscheidung für den RGC Hansa. Die Zusammenarbeit ist zunächst für den Olympiazyklus bis 2020 in Tokio (Japan) ausgerichtet.

„Wir sind stolz, dass wir Mario für unseren kleinen, ambitionierten Verein gewinnen konnten. Er kann die Mannschaft auf die nächste Ebene heben“, sagt RGC-Vorstandsmitglied Arvid Langschwager zu Turloffs Engagement. Das sich schon ausgezahlt hat. Gleich beim ersten Auftritt führte der neue Trainer sein Team in Dresden zum zweiten Mal nach 2015 zum Gewinn des prestigeträchtigen Ostdeutschen Pokals, der 2014 unter anderem vom Rostocker Kapitän Reno Tiede ins Leben gerufen worden war.

Nach Erfolgen über den amtierenden deutschen Meister BSV Ascota Chemnitz, LE Sport Leipzig, Chemnitz II und die SGV Dresden trafen die Rostocker im Endspiel auf Gastgeber Dresden. Bis zum 5:4 war die Neuauflage des Finals von 2015 eng, danach war der RGC nicht mehr zu stoppen – 10:4. Im kommenden Jahr sind die Rostocker Ausrichter des Ostdeutschen Pokals und wollen die Trophäe mit einem neuerlichen Sieg endgültig an die Ostsee holen.

Doch zuvor steht für das Team von Mario Turloff die Super European Goalball League an. Die Rostocker genießen beim Saisonstart vom 3. bis 5. November Heimrecht. Sieben Teams sind in Warnemünde dabei, darunter Sporting Lissabon, die marokkanische Nationalmannschaft und Polen. Weitere Stationen der Serie sind Helsinki, Malmö und Lissabon.

1976 erstmals bei den Paralympics gespielt

Goalball ist ein paralympisches Wurfspiel für Sehbehinderte. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zur physischen und sozialen Rehabilitation von blinden Kriegsversehrten entwickelt, 1972 bei den Paralympics vorgestellt und 1976 zum ersten Mal gespielt. Acht Jahre später waren erstmals auch Frauen-Teams dabei. Die Spieler sind unterschiedlich stark sehbehindert und tragen deshalb alle lichtundurchlässige Brillen.

Während des Spiels herrscht völlige Stille, damit die Sportler die Glöckchen im Inneren des Balles hören können. Abgewehrt werden darf dieser mit dem gesamten Körper. Nur bei einem Tor oder dem Ende einer Halbzeit ist Applaus des Publikums erlaubt.

Zwei Teams mit je drei Feld- und drei Wechselspielern treffen auf einem 9 x 18 m großen Feld aufeinander. Die Tore erstrecken sich über die gesamte Spielfeldbreite an der Grundlinie und sind 1,3 m hoch. Im Mannschaftsraum (9 x 3 m) vor dem Tor, wo sich die Spieler in der Defensive aufhalten, befinden sich am Boden zur Orientierung tastbare Markierungen.

Die reine Spielzeit beträgt zweimal zwölf Minuten. Danach kann es eine Nachspielzeit (2x3 Minuten) und Penaltywürfe geben. Bei zehn Toren Vorsprung ist die Partie sofort beendet.

Lucca Brüning und Stefan Ehlers

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