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Triner können Ausfälle nicht ersetzen

Trinwillershagen Triner können Ausfälle nicht ersetzen

Rot-Weiße Landesliga-Kicker sind vorne harmlos und hinten anfällig / Verletzter Bollhagen kritisiert Einstellung

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Oliver Bollhagen (rotes Trikot) verletzte sich schwer und konnte der Mannschaft im Saisonendspurt nicht mehr helfen.

Quelle: Alexander Thiel

Trinwillershagen. Nach einer nervenaufreibenden Zittersaison haben die Landesliga-Fußballer des SV Rot-Weiß Trinwillershagen am letzten Spieltag (1:1 gegen Doberan) den Klassenerhalt geschafft. Zum dritten Mal in Folge kämpfte der frühere Verbandsligist von der ersten bis zur letzten Runde gegen den Abstieg. Das dürfte sich auch im neuen Jahr nicht ändern, wenn es darum geht, sich für eine der nur noch zwei statt bislang drei Landesligen in der Saison 2017/18 zu qualifizieren. Die OSTSEE-ZEITUNG analysiert das abgelaufene Spieljahr und sagt, wie es weitergeht.

KADER

Mit Mittelfeldspieler Tom Linke (früher SV Barth) und Torwart Marvin Rieck (zuvor Gelb-Blau Damgarten) holte Trinwillershagen zwei neue Spieler vor Saisonbeginn. Beide setzten wenig Akzente. Rieck verschwand bereits nach wenigen Wochen wieder in unbekannte Richtung. Auch Oliver Bollhagen, der im Winter vom Grimmener SV (Verbandsliga) zurückkehrte, wurde verletzungsbedingt nicht die erhoffte Verstärkung. Er befindet sich nach seinem Wadenbeinbruch auf dem Weg der Besserung, will aber nicht auf den Fußballplatz zurückkehren. „Die Verletzungsmisere hat sich wie ein roter Faden durch die Saison gezogen und uns zurückgeworfen“, sagt Trainer Ronald Kohls. Er konnte die Langzeitausfälle, zu denen auch Torjäger Patrick Pohl (Herzmuskelentzündung) und Abwehrspieler Martin Fiske (Kreuzbandriss) gehörten, nicht adäquat ersetzen. Es fehlte die Qualität in der Kaderbreite.

HARMLOS UND LÖCHRIG

38 Tore erzielten die Rot-Weißen in 26 Begegnungen. Das liest sich gar nicht schlecht. Doch nur drei Mannschaften erzielten weniger Treffer. Nimmt man das 9:0 gegen Tribsees raus, kamen die Triner in 25 Partien auf den mageren Tor-Schnitt von 1,16. Zu wenig, um regelmäßig Spiele zu gewinnen. Kein Wunder also, dass die Kohls-Elf nur fünf Siege feierte. Lediglich Schlusslicht Tribsees (3) gewann seltener. In der Defensive waren die Triner anfällig, kassierten die fünftmeisten Gegentore (64). Nur vier Mannschaften waren schlechter, darunter die Absteiger. Zahlen, die nicht gerade für eine gute Kompaktheit der Trinwillershäger sprechen, die anders als im Vorjahr eine schwächere Rück- (23:30 Tore, 9 Punkte) statt Hinserie (15:34, 12) spielten. „Gefühlt wurde jeder unserer Fehler gleich bestraft“, sagt Trainer Kohls.

MENTALITÄT

Kohls fordert und lobt oft den Teamgeist. Die Mannschaft, so der 37- Jährige, sei zusammengewachsen. Ex-Kapitän Robert Bollhagen (33) schmiss allerdings Mitten in der Rückrunde aus unbekannten Gründen hin. Torwart Rieck „verschwand“ quasi spurlos. Oliver Bollhagen kritisiert: „Ich hatte mir mehr versprochen von meiner Rückkehr zu Rot-Weiß. Aber leider stimmt die Einstellung bei einigen Spielern nicht.“ Der 33-Jährige bemängelt eine schlechte Trainingsbeteiligung und fehlende Ehrlichkeit. Darüber, verdeutlicht der Mittelfeldspieler, sei er sehr enttäuscht.

In der Fair-Play-Wertung belegen die Triner den drittletzten Platz, kassierten viermal Gelb-Rot und dreimal Rot. Trotzdem vermissten die – zugegeben oft sehr kritischen – Zuschauer teilweise den Kampfgeist früherer Tage. Gäste- Trainer Michael Küppers von Hafen Rostock sah das nach dem 4:1- Erfolg seines Teams ähnlich. „Es war immer schwer, in Trinwillershagen zu gewinnen. Die Mannschaft hatte ihren eigenen kampfbetonten Stil“, meinte Küppers und ergänzte: „Diesmal war mein Team die leidenschaftlichere Elf.“

AUSBLICK

Bis zum Hansa-Spiel trainieren die Trinwillershäger weiter. Danach geht’s in eine rund dreiwöchige Sommerpause, ehe die Vorbereitung auf die neue Landesliga-Spielzeit beginnt, die ab 2017/18 nur noch zwei Staffeln mit je 16 Mannschaften (bislang 3 à 14) haben wird. Daher reichen in der Saison 2016/17 die Plätze 10 bis 14 nicht zum Klassenerhalt. Der schlechteste Tabellenneunte der drei Staffeln wird der 16. Landesliga-Absteiger.

Für die Herausforderung, den achten Platz zu erreichen, rüsten die Triner auf. Perfekt sind die Verpflichtungen der Rückkehrer Brian Kozlowski (aus Grimmen) und Florian Hermann (aus Marlow). „Es gibt Gespräche mit weiteren möglichen Neuzugängen. Aber wir mussten erst abwarten, ob wir die Klasse halten oder nicht“, sagt Trainer Kohls. Außerdem werden die Heimspiele in Zukunft voraussichtlich sonntags ausgetragen, damit es weniger Ausfälle am Wochenende gibt. Man wolle alles versuchen, sagt der Rot-Weiß-Coach, weiterhin Landesliga-Fußball in Trinwillershagen zu erhalten. „Das wäre ein Riesenerfolg.“

Die Vorfreude steigt: Hansa-Spiel als Sommerhöhepunkt

Während sich die meisten Landesliga-Kicker nach dem 26. Spieltag direkt in die Sommerpause verabschiedeten, trainieren die Fußballer des SV Rot-Weiß Trinwillershagen weiter.

Grund dafür: Am 28. Juni (Anstoß 18 Uhr) treffen sie im Rahmen eines Freundschaftsspiels auf der Sportstätte „Günter Sitte“ auf Drittligist FC Hansa Rostock.

„Wir freuen uns auf das Spiel. Das ist ein Highlight, das man nicht oft hat“, fiebert Stürmer Patrick Pohl dem Duell mit dem früheren Bundesligisten entgegen, der am 23. Juni in die Vorbereitung startet. „Das Ergebnis ist nebensächlich, aber die zu erwartende Niederlage sollte im einstelligen Bereich bleiben“, nennt der 23-Jährige als Ziel und ergänzt: „Hauptsächlich hoffen wir auf einen schönen Fußballabend mit vielen Zuschauern.“

Trinwillershagen und Rostock standen sich in den 70er Jahren sogar zweimal in Punktspielen gegenüber. Beide Duelle in der DDR-Liga (damals zweithöchste Spielklasse) entschieden die Ostseestädter für sich. Auch diesmal sind sie der haushohe Favorit.

Tickets für die Partie SV Rot-Weiß Trinwillershagen gegen Hansa Rostock (28. Juni 18:00 Uhr) zum Preis von 5 Euro gibt’s im Sportanbau Trinwillershagen (Birkenweg 8) dienstags bis freitags von 8.30 bis 11 Uhr, in den Tourist-Informationen Ribnitz-Damgarten und Barth, im Fitnessstudio „Fitmacher“ in Ribnitz-Damgarten (Büttelstraße 3) sowie im Barther Hagebaumarkt.

Tommy Bastian

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