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Stark in der Gruppe: MS-Betroffene machen Mut

Dettmannsdorf/Ribnitz-Damgarten Stark in der Gruppe: MS-Betroffene machen Mut

Multiple Sklerose-Patienten helfen sich gegenseitig – begleitet von Experten

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Dettmannsdorf/Ribnitz-Damgarten. . Das verstaubte Image von Selbsthilfegruppe aufzupolieren, ist ihr Ziel. Mit dem offenen Treffs der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) in Ribnitz-Damgarten wollen DMSG-Sozialarbeiterin Karin Wegmann und Ortsgruppen-Organisatorin Silke Hapke einen Anlaufpunkt für Betroffene und ihre Angehörigen schaffen.

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Multiple Sklerose-Patienten helfen sich gegenseitig – begleitet von Experten

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Ich wünsche mir, dass weiter geforscht wird, um Multiple Sklerose irgendwann heilen zu können. Karin Wegmann, Sozialarbeiterin der DMSG-Beratungsstelle Stralsund

Multiple Sklerose – die Krankheit mit den 1000 Gesichtern

Wir möchten Außenstehenden und Betroffenen die Krankheit erklären – in einer lockeren RundeSilke Hapke, Organisatorin des MS-Gesprächskreises und Betroffene

Seit zwei Jahren gibt es den Treff in der Bernsteinstadt bereits. Alle zwei Monate treffen sich Interessierte in ungezwungener Atmosphäre – so wie in der vergangenen Woche im Restaurant „De Zees“ im Fischhafen. Neben dem Austausch mit anderen Betroffenen können sich Besucher von Spezialistin Dr. Kathrin Hinkfoth beraten lassen. Sie ist Neurologin und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Zudem wird sie von einer Schwester begleitet.

Offen mit MS umgehen

Silke Hapke ist selbst Betroffene, bekam die Diagnose Multiple Sklerose 2002. Von der MS sagt man, sie hat 1000 Gesichter. Heißt: Die Symptome sind bei jedem Patienten anders. „MS heißt nicht automatisch Rollstuhl“, sagt die 51-Jährige. Sie selbst braucht keinen. Die Krankheit begann mit einer Sehnerventzündung – ein häufiges Symptom. Silke Hapke konnte dann noch ein Jahr ihren Beruf in einer Gärtnerei ausüben. Letztendlich musste sie ihn aufgeben. Als sie einen sogenannten Schub bekam, konnte sie nur noch schlecht laufen und war auch mit den Nerven am Ende. Unterkriegen ließ sie sich von der Krankheit aber nie, die auch andere Mitglieder ihrer Familie ereilte. „Wichtig war für mich immer, dass mein Mann und mein Sohn mich viel unterstützt haben“, sagt sie. Sie seien immer dagewesen. Viele MS-Patienten zögen sich zurück. Sie wollte von Anfang an offen damit umgehen. Seit Juni weiß sie: Sie hat zudem Leukämie bekommen. Ausgelöst wurde die durch die Nebenwirkungen der MS-Therapie. Das könne manchmal passieren.

Gesprächskreis bietet Hilfe

Trotz oder gerade wegen ihres eigenen Schicksals kümmert sie sich um die Organisation des Gesprächskreis für MS-Patienten in Ribnitz-Damgarten. „Das Angebot wird immer mehr angenommen“, sagt Silke Hapke. Zusammen informieren sie sich, schauen auch mal einen Film. Die Teilnehmer seien etwa zwischen 30 und 80 Jahre alt. Wichtig sei auch Hilfe bei Behördengängen. „Wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis oder Rente, wenn ich nicht mehr arbeiten kann? All das versuchen wir zu begleiten“, sagt die Dettmannsdorferin.

Karin Wegmann, Sozialarbeiterin bei der DMSG in MV sagt: „Dazu ist auch ein gutes Zusammenspiel vom jeweiligen Hausarzt und Neurologen zwingend notwendig.“ Wenn sie Zeit hat, ist auch sie dabei. Als DMSG-Sozialarbeiterin hat sie jedoch viel zu tun, ist viel im Land unterwegs. Nach einem Besuch bei Silke Hapke in Dettmansdorf stehen unter anderem noch Neubrandenburg und Torgelow auf ihrem Plan.

In 25 Jahren hat sie viele Betroffene begleitet. „Ich habe schon alles gesehen – von kaum ersichtlichen Fällen bis zu schweren Krankheitsverläufen.“ Ihr Wunsch: „Die Forschung muss weiter am Ball bleiben, damit bessere Therapiemöglichkeiten gefunden werden können.

Hohe Dunkelziffer vermutet

Mehr als 2000 Menschen sind in Mecklenburg-Vorpommern von MS betroffen. „Wir gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus“, sagt Karin Wegmann. Etwa jeder 1000. Bürger leide an der Nervenkrankheit, die für Außenstehende oft nicht wahrnehmbar ist.

Silke Hapke jedenfalls will sich den Mut nicht nehmen. Sie hat ihre Krankheit angenommen, kämpft dagegen und hat es sich vor allem zur Aufgabe gemacht, auch andere Betroffene zu stärken und zu zeigen: Sie sind nicht allein.

2000 bis 3000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern leiden an Multipler Sklerose (MS). Bundesweit sollen es um die 200000 Betroffene sein.

MS wird auch die „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“ genannt. Die Symptome können verschieden sein. Dazu gehören zum Beispiel Taubheits- und Schweregefühl in Gliedmaßen, unerklärliche Müdigkeit, Schmerzen, eingeschränkte Mobilität, Artikulations-, Seh- und Gedächtnisstörungen.

Der nächste MS-Gesprächskreis in Ribnitz-Damgarten findet am 18. Januar statt. Infos & Kontakt:

Silke Hapke ☎ 038228/617842.

Michaela Krohn

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