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Starkregen setzt Kurpark unter Wasser

Bad Sülze Starkregen setzt Kurpark unter Wasser

Bad Sülzer Median-Klinik kann kein Moor für seine Anwendungen abbauen.

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Die Recknitz bei Bad Sülze konnte die Wassermassen nach dem Starkregen nicht mehr schnell genug abführen.

Quelle: privat

Bad Sülze. Die Dahlienstadt Bad Sülze (Vorpommern-Rügen) hat ein Hochwasserproblem. Aufgrund der starken Regenfälle Anfang des Monats stehen seit einiger Zeit große Flächen entlang der Recknitz unter Wasser. Dazu gehören Teile des Kurparks, die nicht mehr betreten werden können. Auch der neue Radweg, der zum Kurpark führt, war überflutet. Am härtesten trifft es die Median-Klinik. Wegen des hohen Wasserstandes kann auf dem Gelände der Klinik kein Moor mehr abgebaut werden. Das allerdings wird für therapeutische Anwendungen benötigt. „Es muss was passieren“, sagt Bad Sülzes Bürgermeisterin Dr. Doris Schmutzer.

Moor wird knapp

„Wenn wir in drei bis vier Wochen nicht auf unsere Flächen kommen, müssen wir uns etwas überlegen“, sagt Brigitte Hanisch, kaufmännische Leiterin der Bad Sülzer Median-Klinik. Vor einiger Zeit sei eine neue Fläche zum Moorabbau ausgewählt worden, eigens ein Weg wurde angelegt, um den schweren Maschinen die Zufahrt zu erleichtern. Doch derzeit ist kein Herankommen. Das Wasser fließt kaum ab.

Fast 15 Hektar ist das Moorgebiet groß, auf dem die Klinik Moor abbauen kann. Aktuell wird knapp ein Hektar bewirtschaftet. Doch das steht unter Wasser. „Wir wissen nicht, wann wir wieder da rauf können“, sagt Norbert Schlesiger, technischer Leiter der Median-Klinik. Geplant war, das Moor-Lager leerlaufen zu lassen. Doch der Plan geht nun nach hinten los. Die eingelagerten Vorräte reichen laut Schlesiger vielleicht noch für eine oder zwei Wochen. Pro Förderung werden 70 bis 80 Kubikmeter Moor abgebaut. Die reichen für etwa acht Wochen. „Man kann Moor auch ankaufen, etwa von einem Hochmoor aus Sanitz. Das ist aber nicht so homogen wie unseres“, sagt Schlesiger. Und teurer, als wenn man selbst welches fördert.

Schwache Pumpe?

„Auch ein Kurpark nützt nichts, wenn er unter Wasser steht“, sagt Doris Schmutzer. Abgesehen davon stünde in einigen Kellern angrenzender Gebäude das Wasser. Auch das Salzmuseum sei betroffen. „Wo soll das Wasser auch hin. Die Recknitz ist voll“, sagt Doris Schmutzer. Im Kurpark gibt es zwar ein Schöpfwerk mit Pumpe. Doch hier reicht die Leistung offenbar nicht aus.

Es habe zwar in den vergangenen Jahren bereits Hochwasser gegeben, nicht aber in dem Ausmaß. „Unser Eindruck ist, dass es mit der Renaturierung des Moores begonnen hat“, vermutet Brigitte Hanisch. 2015 wurde der sogenannte Polder 3 renaturiert. Ein aufwendiges Projekt. Auf 326 Hektar wurden die natürlichen Abflussverhältnisse zur Recknitz wieder hergestellt. Die Deiche wurden zurückgebaut und der Polder vom Schöpfwerk, über das das Wasser von der Fläche abgepumpt wurde, abgekoppelt. Tiere und Pflanzen der dortigen Feuchtwiesen sollen mehr Lebensraum haben. Bedeutet aber auch, dass der Wasserspiegel in dem Gebiet angehoben wurde.

Gräben nicht gekrautet

Ob die Renaturierung ursächlich für das Hochwasser ist, ist jedoch schwer zu sagen. Fest steht, dass das Schöpfwerk die Wassermengen nicht abpumpen konnte. Zudem seien laut Kai Dittmer, im Amt Recknitz-Trebeltal im Sachbereich Gebäude- und Grundstücksmanagement ist er unter anderem zuständig für Wasser- und Abwasser, einige Gräben nicht gekrautet worden. Das hätte eigentlich der Wasser- und Bodenverband Recknitz-Boddenkette erledigen sollen, damit das Wasser schneller abfließt. „ Wir müssen überprüfen, ob die Pumpe im Schöpfwerk wirklich ihre volle Leistung gebracht hat. Wenn nicht, muss man über eine größere Pumpe nachdenken.“ Allerdings ist unklar, wer dann die Kosten übernimmt.

Robert Niemeyer

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