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Süchtig nach dem See

Körkwitz Süchtig nach dem See

In „Körks Strandarena“ treffen sich seit 2006 Wassersportler / Hier heben sie ab und finden Freunde

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Gleich geht’s los: Max Becker am Start der Wasserskianlage in Körwitz. Der 28-Jährige arbeitet als Ingenieur auf der Werft „Nordic Yards“.

Körkwitz. Der Schneidezahn ist abgebrochen. „Als ich mit meinem Kopf auf eines der Hindernisse geknallt bin“, erklärt Lennard Oliver Müller und zuckt mit den Schultern.

OZ-Bild

In „Körks Strandarena“ treffen sich seit 2006 Wassersportler / Hier heben sie ab und finden Freunde

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Für den Elfjährigen gehört das Wakeboardfahren trotzdem zur liebsten Beschäftigung. „Wenn man Sprünge und Tricks übt, verletzt man sich eben manchmal.“

Seit zweieinhalb Jahren verbringt Lennard täglich etwa drei Stunden in „Körks Strandarena“ – der Wasserskianlage in Körkwitz. Die Besuche sind für den Jungen aus Schulenberg zu einem festen Ritual geworden: Nach der Schule, wenn sein Vater sich auf den Weg zur Arbeit nach Wustrow macht, setzt er ihn in Körkwitz ab und sammelt ihn nach der Schicht auf dem Rückweg wieder ein. Schlimm wird es für Lennard im Winter, wenn die Anlage zu und der Bernsteinsee gefroren ist. Aber auch für die Zeit der Entbehrung fanden seine Eltern eine Lösung.„Dann fahren wir in den Winterurlaub und ich kann Snowboard fahren.“

Dass das Wakeboardfahren zu einer Sucht wird, bestätigt auch Max Becker. Der 28-jährige Ingenieur aus Graal-Müritz verbringt den größten Teil seiner Freizeit an der Wasserskianlage. Worte wie Backroll und Raily sind fest in seinem Wortschatz verankert. Es sind die Namen der Sprünge, die sich der Ingenieur nach und nach aneignete. Nicht nur der Sport, sondern auch die Freundschaften zu anderen Fahrern und Mitarbeitern der Strandarena ziehen ihn magisch nach Körkwitz. Max Becker genießt die Atmosphäre hier und sagt: „Es ist außerdem ein dankbarer Sport. Man lernt schnell und hält sich fit.“ Im Winter wiege er grundsätzlich zehn Kilogramm mehr als im Sommer. Becker, der seit neun Jahren zu den Stammgästen gehört, nahm bereits an einem Contest in Berlin teil und belegte den zweiten Platz bei den Amateuren.

Zwei Sponsoren, eine Bekleidungsmarke und ein Internet-Blog, unterstützen ihn finanziell, weil er Werbung für beide macht. Dafür setzt sich der junge Mann aus Graal-Müritz beispielsweise seine Helmkamera auf und filmt die Fahrt und seine Sprünge auf dem Bernsteinsee. Tausende Fotos existieren von ihm. „Bis ich richtig zufrieden mit einem Bild bin, können Stunden vergehen.“

In diesem Sommer feiert die Anlage ihren zehnten Geburtstag. Von Anfang an ist Frank Kolschewski (36) als Anlagen-Techniker mit dabei. Wahrscheinlich kann den Ribnitzer nur ein Satz aus der Ruhe bringen. „’Sie haben ja den schönsten Arbeitsplatz der Welt.’ Ich weiß nicht, wie oft ich das in den vergangenen zehn Jahren schon gehört habe.“

Alles eitel Sonnenschein herrscht aber trotz traumhafter Kulisse nicht am Bernsteinsee. Seit diesem Jahr ist die Hälfte des Sees für Boote, Paddler und Schwimmer gesperrt, um die gefiederten Bewohner der Vogelinsel zu schützen. „Schade“, findet Frank Kolschewski die Entscheidung der Stadtvertreter, denn besonders die Tretboote wurden gern von den Besuchern gemietet. Verständnis bringt er auf, obwohl er die Boote nun verkaufen wird: „Es gab Menschen, die setzten zur Insel über. Das können wir hier in der Saison kaum kontrollieren.“ Es herrscht in jedem Bereich Mitarbeiter-Mangel in der Wasserskianlage. Einen Mangel an Besuchern gibt es hingegen nicht.

Gabor Doutrelepont aus Aachen verbringt beispielsweise wegen der Wasserskianlage jeden Urlaub in der Region. „Es ist die schönste Anlage, die ich bis jetzt kennengelernt habe“, sagt der 20-Jährige.

Dabei befindet sich eine der größten Wasserskianlagen Deutschlands nicht weit entfernt von seinem Zuhause. „Es gibt in Langenfeld zwar 16 Hindernisse aus feinstem Material und nicht nur fünf wie hier in Körkwitz. Aber dort muss man auch 40 Minuten anstehen, bevor man starten kann. Hier gefällt es mir viel besser. Die Atmosphäre unter den Leuten ist fast schon familiär – man freut sich darauf, endlich wieder nach Körkwitz zu kommen. Auch wenn es im Sommer voll wird, man kennt und mag sich.“

Im Mai hat „Körks Strandarena“ mittwochs bis freitags von 13 bis 19 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 12 bis 19 Uhr geöffnet.

Zehn Jahre Wasserskianlage Körkwitz

50 Kilometer pro Stunde legen geübte Sportler maximal auf dem Bernsteinsee zurück. Die durchschnittliche Geschwindigkeit beträgt 30 km/h. Bis zu zehn Fahrer können gleichzeitig von der Anlage über den See gezogen werden. Regelmäßig unterrichten die Mitarbeiter von „Körks Strandarena“ die Anfänger.

Am 5. August 2006 nahm die Wasserski-Anlage ihren Betrieb auf. Neben Wasserski und Wakeboarding können Besucher auch Minigolf und Beachvolleyball spielen. Es gibt ein Café und einen Badestrand.

Carolin Riemer

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