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Tagesmütter mit 8 Euro Stundenlohn

Tagesmütter mit 8 Euro Stundenlohn

Kindertagespfleger im Kreis bekommen nicht einmal Mindestlohn

Stralsund. Acht Euro pro Stunde: Das verdienen Tagesmütter und -väter in Vorpommern-Rügen – und damit nicht einmal Mindestlohn (derzeit 8,84 Euro). Doch das wollen sie nicht länger hinnehmen. Immer lauter wird der Protest – zuletzt im Jugendhilfeausschuss des Kreistages. „Keine Erzieherin würde unter dem Mindestlohn arbeiten, von uns verlangt man das, obwohl andererseits von gleichrangiger Betreuung gesprochen wird“, schimpft Christina Hoerenz, seit gut 20 Jahren in der Kindertagespflege. Die 57-Jährige wohnt und arbeitet im Stralsunder Ortsteil Devin. Sie betreut zurzeit fünf Kinder.

Mit einem Ganztagsplatz bei einer Tagesmutti haben die Eltern Anspruch auf zehn Stunden Betreuung. „Das heißt, wir arbeiten 50 Stunden die Woche. Putzen, Betten beziehen, Dokumentation, Verwaltung, Elternarbeit, Weiterbildung oder Einkauf von Lebensmitteln und Materialien – das alles ist da noch gar nicht drin. Das kommt oben drauf“, erklärt Tagesmutter Sabine Konhäuser. Bei 21 bis 22 Werktagen pro Monat ergebe sich eine Arbeitszeit von rund 215 Stunden. Laut den 2014 geschlossenen Verträgen mit dem Kreis-Jugendamt bekommen sie 345 Euro als „angemessenen Beitrag zur Anerkennung der Förderleistung“. Heißt: Für 215 Stunden Betreuung fließen 345 Euro, das sind 1,60 Euro pro Kind und Stunde. Macht bei fünf Ganztagskindern acht Euro Stundenlohn. Bei Kindern mit Teilzeitplatz ist es noch weniger. Zwar kommen 100 Euro für Sachausgaben und noch einmal 13,27 Euro dazu, die angespart werden sollen, um im Krankheitsfall eine Vertretung anheuern zu können.

„Doch das hat nichts mit der Erziehungsarbeit zu tun“, so Sabine Konhäuser.

Eine erste Verständigung gab es jetzt: Der Vorstand des Jugendhilfeausschusses traf sich mit Tagesmüttern – die einen Verein als Interessenvertretung gegründet haben. „Wir wollen die Verhandlungen vorantreiben und eine Angleichung der Sozialtarife erreichen“, sagt Ute Bartel (SPD), stellvertretende Ausschuss-Chefin.

Die gerade wiedergewählte Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen (SDP) traf sich jetzt mit den Tagesmüttern und betonte, dass die Kindertagespflege eine ideale Betreuungsform ist. „Ich selbst habe dieses Angebot genutzt und war begeistert von der tollen und liebevollen Arbeit.“ Die Förderung in MV sei aber bundesweit am niedrigsten. „Und unserer Kreis ist Schlusslicht im Land. Das kann man nicht hinnehmen“, so Steffen.

OZ

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