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Unkrautkiller Glyphosat weiter in der Diskussion

Ribnitz-Damgarten-Klockenhagen Unkrautkiller Glyphosat weiter in der Diskussion

Umweltschutzorganisation BUND Stralsund und Klockenhäger Bürgerinitiative laden am Montag zur Diskussion ein.

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Etwa 40 Prozent der Ackerfläche in Deutschland wird mit glyphosathaltigen Pflanzengiften behandelt.

Quelle: dpa

Ribnitz-Damgarten-Klockenhagen. Im Ribnitz-Damgartener Ortsteil Klockenhagen (Vorpommern-Rügen) wurde wieder großflächig das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat gespritzt. Für Silva Müller Anlass, sich mit einem offenen Brief an Bürgermeister Frank Ilchmann (parteilos) zu wenden. In dem Schreiben wie auch in der jüngsten Stadtvertretersitzung verweist die Klockenhägerin darauf, dass das Unkrautvernichtungsmittel seit 2014 vom Gut Klockenhagen angewendet werde. Es sei zwar legal, aber niemand könne garantieren, dass es nicht gesundheitsschädlich sei, so die Klockenhägerin. Überdies stehe die Frage, ob die Anwendung dieses Mittels nicht auch dem Titel staatlich anerkannter Erholungsort widerspreche. Dass sich Silva Müller direkt an den Bürgermeister und die Stadtvertretung wandte, hat seinen Grund, schließlich ist die Bernsteinstadt mit etwa 800 Hektar Land größte Landverpächterin für das Gut Klockenhagen. Eben weil das so sei, stehe sie auch in besonderer Weise in der Verantwortung und sei dafür verantwortlich, wie mit diesen Flächen umgegangen wird, meint Silva Müller. „Ich fordere Sie hiermit auf, Ihrer Verantwortung gerecht zu werden und rasch zu handeln und auf eine für Mensch und Umwelt verträgliche Bewirtschaftung zu bestehen“, heißt es in dem offenen Brief.

Bauamtsleiter Heiko Körner macht deutlich: Man spreche hier über ein nicht verbotenes Mittel und über einen laufenden Pachtvertrag, der bis 2021 abgeschlossen wurde. So lange sich der Pächter an die Vorgaben, die für die Anwendung von Glyphosat gelten, halte, könne die Stadt nicht einschreiten. „Bisher sind keine Verstöße festgestellt worden“.

Damit geben sich Umweltschutzorganisation BUND Stralsund und die 2015 gegründete Bürgerinitiative für Leben, Landwirtschaft, Natur und Tourismus Klockenhagen nicht zufrieden. Sie haben Glyphosat zum Thema einer Veranstaltung gemacht, zu der am Montag um 19 Uhr in das Hotel „Zum Honigdieb„ eingeladen wird. Es spricht Arndt Müller, Mitglied des BUND-Landesvorstandes. In der gemeinsamen Pressemitteilung von BUND und Bürgerinitiative heißt es: “Es ist höchste Zeit, dass dieses Ackergift von den Feldern verschwindet. Ursprünglich war Glyphosat ein Rohrreiniger. Erst später wurde es zu einem häufig eingesetzten Unkrautvernichter in der Landwirtschaft, mit dem das Getreide zum Teil noch vier Tage vor der Ernte totgespritzt wird. In der Landwirtschaft muss im Interesse der Verbraucher endlich ein Umdenken stattfinden."

Von Edwin Sternkiker

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