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Unverhoffter Fund in Damgartener Garagenanlage

Ribnitz-Damgarten Unverhoffter Fund in Damgartener Garagenanlage

Elmar Koch entdeckte einen Sack voller Schriftstücke aus den 1930er und 1940er Jahren

Ribnitz-Damgarten. Hunderte Zettel, Karteikarten, Formulare und mehrere Arbeitsbücher füllen die beiden Kartons, die Elmar Koch in den Händen trägt.

 

OZ-Bild

Elmar Koch mit den gefundenen Unterlagen.

Quelle: Foto: Edwin Sternkiker

Allesamt stammen sie aus den 1930er und 1940er Jahren.

Gefunden habe er die Unterlagen in einer Damgartener Garagenanlage, reingestopft in einen Sack, erzählt er. Die meisten von ihnen enthalten personenbezogene Angaben. Darunter unter anderem ausgefüllte Anmeldeformulare der Allgemeinen Ortskrankenkasse und Meldekarten des Arbeitsamtes sowie Betriebskarten landwirtschaftlicher Betriebe in der näheren Umgebung von Ribnitz und Damgarten.

Darin finden sich auch Namen polnischer Fremdarbeiter.

Unter den Papieren sind auch zahlreiche Verpflichtungsbescheide des Arbeitsamtes Rostock, Nebenstelle Ribnitz, „auf Grund der Verordnung zur Sicherstellung des Kräftebedarfs von besonderer staatspolitischer Bedeutung vom 13. 2. 1939 und der Dienstpflicht-Durchführungsverordnung vom 2. März 1939.“

Mehrfach taucht in diesem Zusammenanhang als Arbeitsort die Walther Bachmann Flugzeugbau KG Ribnitz auf. „Für mich war klar, dass der beste Platz für dieses Material das Stadtarchiv Ribnitz-Damgarten ist“, erläutert Elmar Koch.

Das sei um so wertvoller, weil viele Unterlagen aus den 1930er und 1940er Jahren am Ende des Zweiten Weltkrieges verloren gegangen seien , erläutert Stadtarchivarin Jana Behnke. „Solche Zufallsfunde können da wichtige Mosaiksteinchen für die Erforschung der Stadtgeschichte sein.“ Der Damgartener Elmar Koch studiert im sechsten Mastersemester an der Universität Rostock Geschichte und Germanistik.

Das Interesse an der Geschichte seiner Heimatstadt und deren Erforschung ist allerdings sehr viel älter. Das hängt auch damit zusammen, dass die Familie schon lange in Damgarten lebt. Seine Urgroßmutter habe auf dem Flugplatz Pütnitz gearbeitet, erzählt er. Nach dem Krieg habe sie dann als Dolmetscherin in der sowjetischen Kommandantur, die sich im Damgartener Rathaus befand, gearbeitet, später war sie dann auf der Bodden-Werft tätig.

Elmar Koch interessiert sich vor allem für die Architektur und die Geschichte der Häuser im Damgartener Stadtkern und für die Gewerbe, die dort einmal ausgeübt wurden. Seit Jahren forscht er dazu bereits. Geholfen hat ihm dabei unter anderem der gebürtige, vor einigen Jahren verstorbene Hans-Jürgen Vetter, dessen Vater in Damgarten ein Fuhrunternehmen hatte. Begonnen hat Elmar Koch mit der Stralsunder Straße, in der er selbst wohnt. Dort fotografierte er emsig und hatte sich dann von Hans-Jürgen Vetter, dessen Haus sich ebenfalls in der Stralsunder Straße befand, erklären lassen, wie früher alles einmal aussah. Das schrieb Elmar Koch dann auf. Durch Gespräche mit Hans-Jürgen Vetter und weiteren Damgartenern sowie durch Archivrecherchen ergibt sich mittlerweile ein recht detailliertes Bild. Irgendwann, so der Traum des Heimatforschers, möchte er die Ergebnisse seiner Forschungen zu Handwerk und Gewerbe sowie zur Geschichte der Häuser in einem Buch veröffentlichen.

Edwin Sternkiker

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