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Verwirrung um Wasserrohre in der Rostocker Gartenstadt

Rostock Verwirrung um Wasserrohre in der Rostocker Gartenstadt

Grundstückseigentümer müssen sich an neues Abwassernetz anschließen lassen / Ortsbeirat fordert längere Frist, Eurawasser beruhigt Anwohner

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Erst wenn die Baustelle ganz fertig, sollen die neuen Hausanschlüsse her. So fordert es Rainer Bauer.

Quelle: Fotos: Philip Schülermann, Doris Kesselring, Eurawasser

Rostock. Sie sei verunsichert, erzählt eine Anwohnerin aus der Gartenstadt, und so gehe es auch anderen Grundstückseigentümern in ihrer Straße. Hier wird gerade gebaut, neue Wasserleitungen werden hier verlegt. Anwohner, die ihr Regenwasser in das öffentlich Netz leiten wollen, müssen nun auch entsprechende Abwasserleitungen bauen lassen. Nur drei Monate sollen ihnen dafür bleiben – ab wann, war bisher unklar. Und weder Versorger Eurawasser noch die Tiefbaufirma erklären sich zuständig, bedauert die Frau, die in der Kuphalstraße wohnt, ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie fühle sich allein gelassen.

 

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Die Informationen haben die Kunden schon im Oktober bekommen.“Gabi Kniffka, Sprecherin Eurawasser

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Anwohner sollen Zeit haben, sich Gegen- angebote einzuholen.“ Armin Zimmermann (UFR), Ortsbeirat

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Die Bauarbeiten im Asternweg sind in vollem Gange. Zwei neue Rohre werden dort im Auftrag der Stadt unterirdisch verlegt – eines für Regenwasser, eines für Abwasser. Bisher lag nur ein Rohr unter der Erde und leitete das Wasser ab. Mit der Neuerung müssen sich die Anwohner aber mit zwei Rohren an das Abwassernetz anschließen und das womöglich binnen einiger Wochen. „Ich finde es nicht schick, dass so ein Druck ausgeübt wird“, sagt Rainer Bauer (UFR), der im Ortsbeirat der Gartenstadt sitzt. Dass den Anwohnern nur drei Monaten bleiben sollen, um den Anschluss zu legen, ist für Bauer unverständlich. Denn selbst wenn die neuen Leitungen liegen, fließen Ab- und Regenwasser laut Bauer vorerst wieder zusammen, bis alle Rohre unter dem Asternweg neu sind. „Ich habe mir den Pläne angeguckt. Man könnte sich mehr Zeit lassen“, sagt Bauer.

Sie hätte den Bauleiter gefragt, wer die Regenwasseranschlüsse lege, erzählt die Anwohnerin. Das Unternehmen mache das nur ungern bei privaten Leuten – und nur gegen Vorkasse, hätte der gesagt. Und wann? Wenn es Post von Eurawasser gegeben hätte. „Wenn der Brief kommt, dann ist Druck da“, befürchtet die besorgte Anwohnerin. Innerhalb von drei Monaten Angebote von anderen Firmen zu bekommen und bauen zu lassen, sei schwierig, weiß auch Bauer, an den sich die Frau verzweifelt gewendet hatte. In der Ortsbeiratssitzung am Donnerstagabend sprachen sich die Mitglieder dafür aus, sich für eine Verlängerung der Frist einzusetzen. So soll den Anwohnern mehr Zeit bleiben, „sich Gegenangebote einzuholen“, sagt der Vorsitzende Armin Zimmermann (Linke).

Eurawasser kann die Verwirrung nicht nachvollziehen. Bereits im Oktober 2015 seien die Anwohner informiert worden, die einen Antrag auf einen Regenwasseranschluss gestellt hätten oder schon Wasser ins Netz abgeleitet hatten, teilt Unternehmenssprecherin Gabi Kniffka mit. Eurwasser habe ein Planungsbüro beauftragt. „Im Zusammenhang mit der Planung wird das Planungsbüro zur Abstimmung der Lage der Grundstücksanschlüsse direkt auf Sie zu kommen“, heißt es in dem Schreiben vom 8. Oktober. Die Begehung ist laut Kniffka bereits gelaufen. Außerdem teilt die Sprecherin mit: „Nach Beendigung der Baumaßnahme, die erst Anfang Juni 2017 abgeschlossen sein wird, haben die Grundstückseigentümer drei Monate Zeit, sich an das Regenwassernetz anzuschließen.“

Rainer Bauer sagt: „Am Ende trifft es alle.“ Denn, wo eine Leitung liege, müssten sich die Leute anschließen. Das Regenwasser versickern zu lassen, sei auf den kleinen Grundstücken kaum möglich.

In der Kuphalstraße bleibt bei der Anwohnerin das unsichere Gefühl zurück. Sie wolle erst mal abwarten. „Ich kann ja eh nichts machen“, sagt sie. Wegen einer geplanten Begehung für einen Kostenvoranschlag, wie sie der Bauleiter angekündigt habe, bleibe immer jemand zuhause, um den Zeitpunkt nicht zu verpassen. Die Tiefbaufirma bestreitet allerdings auf OZ-Nachfrage, dass eine Begehung angekündigt wurde.

Der Termin für eine Antragstellung ist nun verstrichen. Ein Anschluss ist aber sicher noch möglich, falls sich dazu jemand entschließe, sagt Gabi Kniffka.

Philip Schülermann

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