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Verwirrung um Windparks

Ahrenshagen Verwirrung um Windparks

Der Bau von Windenergieanlagen bei Tribohm stand bei der Bauausschusssitzung doch nicht auf der Tagesordnung / Stattdessen wurde ein Projekt in Ahrenshagen vorgestellt

Ahrenshagen. Verdutzte Gesichter bei der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend in Ahrenshagen. Mehr als 20 Einwohner waren gekommen, um Informationen über den geplanten Bau von Windenergieanlagen bei Tribohm zu bekommen. Doch hinter dem Tagesordnungspunkt „Vorstellung der Möglichkeiten der Errichtung von Windkraftanlagen mit Bürgerbeteiligung in der Gemeinde Ahrenshagen-Daskow“ verbarg sich ein ganz anderes Projekt – ein Windpark in Ahrenshagen.

„Ich war mir ganz sicher, dass es um Tribohm geht“, erklärte Christhart Wehring, Pastor der Evangelischen Kirchengemeinden Ahrenshagen und Lüdershagen. Er hatte sich im Vorfeld an die OZ gewandt, weil ein Teil des Landes bei Tribohm der Kirchengemeinde gehört und ihm die frühzeitige Information der Öffentlichkeit wichtig war (die OZ berichtete).

„Ich hatte am Donnerstag ein Gespräch mit dem Planer“, sagte Wehring. Als er im Bürgerbüro nachfragte, ob die Gemeinde über das Projekt bei Tribohm informiert sei, habe man ihm gesagt, dass in der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend ein Windpark-Projekt vorgestellt werde. Doch dabei ging es um ein ganz anderes Vorhaben: In der Sitzung stellte jeweils ein Vertreter der Stadtwerke Stralsund (SWS) Natur GmbH, der Fachhochschule (FH) Stralsund und des Hamburger Ingenieurbüros e3 ein gemeinsames Projekt in Ahrenshagen vor. Die Pläne sehen vor, dass auf einer Fläche westlich der Bahnhofstraße (siehe Karte) bis zu fünf Windenergieanlagen errichtet werden sollen. „Das Gebiet liegt außerhalb der Raumordnung. Der Vorteil für die Gemeinde ist, dass ohne die Zustimmung gar nichts passiert. Wenn die Gemeinde nein sagt, wird der Windpark auch nicht gebaut“, erklärte Jens Schöttler vom Ingenieurbüro e3. „Der Abstand zum Ortskern würde 1000 Meter betragen, zur den nächsten Siedlungssplittern 800 Meter.“

Eine der fünf Windenergieanlagen werde als sogenannte Bürgerwindanlage errichtet, bei der sich die Bürger zusammenschließen und das Eigenkapital – das seien in der Regel rund zehn Prozent – für die Anlage aufbringen. Bei einer Gesamtsumme von rund fünf Millionen Euro würden die Eigenmittel somit bei etwa 500000 Euro. „Die Bürger sind damit die Eigentümer der Windenergieanlage, die das unternehmerische Risiko tragen“, so Schöttler.

Einige Bürger äußerten sich skeptisch zu den Plänen. „Ich wohne in der Bahnhofstraße und ich bin mir sicher, dass wir durch die Windräder gestört werden, wenn sie gerade einmal 800 Meter entfernt stehen“, erklärte ein Anwohner. Nicht nur der Lärm, sondern auch der Schattenwurf seien aus seiner Sicht ein Problem. Jens Schöttler versicherte, dass man sich an die Vorgaben halten würde. Demnach dürfe beispielsweise der Lärmpegel nicht über 45 Dezibel liegen. Der Schlemminer Klaus Manzek appellierte, an den Schutz der Natur zu denken.

Burkhard Schade vom Bürgerbüro Ahrenshagen erklärte gestern gegenüber der OZ: „Es handelte sich erst einmal um eine Vorstellungsrunde. Eine Entscheidung ist noch lange nicht gefallen. Es war aber gut, dass so viele Bürger dort waren und ihre Meinung geäußert haben. Wir werden sie auch weiterhin informieren.“ Zudem hätten sich die Ausschussmitglieder am Donnerstagabend entschieden, dass es am 12. Juli eine Informationsveranstaltung zum Windpark in Tribohm geben werde.

Anika Wenning

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