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Viele Schläge für die Tonne

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Am Wochenende drehte sich in Langendamm beim Tonnenabschlagen alles um das Fass

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Mit voller Kraft schlägt Nahum René Kunde (4) auf das Kreuz der Tonne.

Quelle: Fotos: Carolin Riemer

Langendamm Dave und Emma Kulf sind Zwillinge – vier Jahre alt. Sie unternehmen viel gemeinsam. Und deswegen laufen sie auch gleichzeitig los, als Moderatorin Simone Behrens den Startschuss für das Kindertonnenabschlagen in Langendamm gibt. „Für euch müssen wir wohl noch eine zweite Tonne aufhängen“, sagt sie amüsiert. Insgesamt schwingen 43 ehrgeizige Kinder am Sonnabend ihre Holzkeulen. Das Fest hat in Langendamm Tradition. Im Jahre 1899 kämpften die Tonnenbrüder erstmals um die Königswürde.

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Am Wochenende drehte sich in Langendamm beim Tonnenabschlagen alles um das Fass

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Mattes Bogumil ist mit seinen zehn Jahren schon ein alter Hase. Seit seinem dritten Lebensjahr verpasst er dem Fass auf dem Festplatz ein Mal pro Jahr kräftige Schläge. Er stammt aus einer Familie, die seit Generationen die schwedische Tradition pflegen. „Sie haben sich sogar mal Galgen und Fass selbst gebaut, im Wald aufgehängt und für das Tonnenfest geübt“, verrät die Moderatorin. Der Zehnjährige läuft schnell an, springt hoch und verpasst dem Fass einen Schlag von oben. „Gute Technik“, findet Kevin Peters (16).

In Langendamm verzichtet man auf Pferde, Fahrräder oder Traktoren. „Ist auch am Besten so. Zu Fuß kann man den Schlag viel besser einschätzen“, findet Malte Kusch (12). Seine Keule ist deutlich älter als er. „30 Jahre?“, schätzt er.Vor zwei Jahren wurde Malte Tonnenkönig. Die jüngste Mitstreiterin ist im Februar ein Jahr alt geworden und heißt Edda Brodhagen .

Eine eigene kleine Mini-Keule besitzt das Mädchen trotzdem schon. Ihre Mama Josefine hebt sie hoch, damit sie mit einem leisen „Pling“ die Tonne anschubst. Edda lacht. Ihre Familie und die Tonnenbrüder schießen etliche Fotos von Eddas erstem Mal. Auch Moritz Niklas Dudeck (2) ist noch so klein, dass seine Mutter Anke Stutz ihn zur Tonne heben muss. Schlag um Schlag lässt das Fass die Angriffe über sich ergehen. Die Besucher genießen das Spektakel. Ganz langsam gibt die Tonne nach. „Es knackt, hört ihr?“, ruft Mattes Bogumil durch das Mikrofon. Jonas Manthei (9) nutzt seine Chance. Krachend trifft die Keule auf das Holz. Es splittert. „Wahnsinn“, sagt die Moderatorin. Die halbe Tonne hat der Junge zertrümmert. Kurze Zeit später steht die Stäbenkönigin fest: Celine Streuffert (12) aus Ribnitz holt zum entscheidenden Schlag aus und wird Minuten später von den Mitgliedern des Tonnenbundes in die Lüfte gehoben. Mandy Stutz , die erste und gleichzeitig amtierende Tonnenkönigin, und Max Kruse sprechen der neuen Königin Ihre Glückwünsche aus. Papa Jörg Döring aus Ribnitz ist stolz auf seine Celine und sagt: „Ich habe die Ehre, sie im Auto nach Hause fahren zu dürfen.“ „Ich würde so gern Tonnenkönig werden“, sagt Danny Ahrens sehnsüchtig. Warum? „Na, weil man in die Luft geworfen wird und einen dann jeder hier auf dem Platz kennt“, antwortet der Neunjährige. Ob sein Wunsch in Erfüllung geht? Das Fass ist schwer zu knacken. Mittlerweile hält es die Hiebe seit mehr als zwei Stunden aus. „Ich glaub, das kriegen wir nie ab“, jammert Annika Borbe (4). Annikas große Schwester Anna Lena (7) tröstet das Mädchen.

Weiter geht's. André Kruse ist mit seinen 14 Jahren der älteste und eindeutig der größte Teilnehmer. „Ich mach wohl schon seit zehn Jahren mit, aber gewonnen hab ich noch nie.“

Vielleicht ändert sich das diesmal. Erst einmal ist Pause. Einige erholen sich, andere starten zu einer Dorfrundfahrt im Feuerwehrauto und Hugo Rose (4) probiert sich an einem der Stände aus. Der kleine Junge versucht, mit möglichst wenigen Schlägen einen Zimmermannsnagel ins Holz zu schlagen.

Tonnenbruder Jürgen Fritz (63) steht seit Stunden neben dem Fass und passt auf, dass es immer in der richtigen Höhe hängt und kein Kind aufgrund seiner Körpergröße benachteiligt ist. Seit 20 Jahren gehört er zum Tonnenbund.

Nach drei Stunden Wettkampf steht der Gewinner fest: Jonas Manthei aus der Langendammer Gartenanlage ist Tonnenkönig.

Simone Behrens ist zufrieden und legt das Mikrofon aus der Hand. „Bei unserem Tonnenabschlagen treffen sich ein Mal im Jahr alle, die ihren Wurzeln in Langendamm haben.“ Ebenso treu wie die Besucher ist die Blaskapelle Hochgräber aus Barth – seit 30 Jahren spielt sie auf.

Bei den Erwachsenen gewinnt am Sonntag übrigens der Langendammer Frank Kruse – seit 20 Jahren dabei und nun erstmals Tonnenkönig. Stäbenkönig wird

Matthias Östreich Zum bestgeschmückten Haus wird das von Irene Buddenhagen in der Waldreihe gewählt.

• Mehr Fotos in der Online-Galerie: www.ostsee-zeitung.de

Carolin Riemer

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