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Volkstheater: Sieben Leute müssen gehen

Rostock Volkstheater: Sieben Leute müssen gehen

Dramaturg, Chordirektor, Ausstatter, Musiker, Regieassistentin und Schauspieler sind betroffen

Rostock. Die Vorboten für den Abbau der Schauspielsparte am Rostocker Volkstheater werden sichtbar. Sieben Ensemblemitglieder haben nach OZ-Informationen die Einladungen für die Aufhebungsgespräche ihrer Verträge erhalten. Betroffen sein sollen demnach der Chordirektor und Leiter der Rostocker Singakademie Joseph Feigl, Dramaturg Martin Stefke, Chefausstatter Tobias Wartenberg, die Schauspielerinnen Juschka Spitzer und Inga Wolff, der Bariton Maciej Idziorek und die Regieassistentin Constanze Schwert. Bis 13. Oktober soll den Ensemblemitgliedern nun mitgeteilt werden, dass ihre im kommenden Jahr auslaufenden Verträge nicht verlängert werden. Theater und Hansestadt Rostock wollten diesen Vorgang nicht weiter kommentieren. Aus der Intendanz und dem Rathaus hieß es lediglich, das sei ein normaler Vorgang.

Das jedoch, so befürchten Theaterleute, sei es nicht. Vielmehr wird im Ensemble befürchtet, dem neuen Intendanten Joachim Kümmritz sei vom Rathaus aus die Pistole auf die Brust gesetzt worden. Der Deal, so heißt es, lautet so: Kümmritz beende die Zusammenarbeit mit den Ensemblemitgliedern, deren Verträge 2017 auslaufen, fristgerecht, und darf dafür fünf der zwölf Schauspielstellen erhalten. So bleibe eine Rumpfsparte erhalten, die mit elfmonatigen Zeitverträgen und Gästen aufgefüllt werden soll.

Obwohl der gesamte Vorgang öffentlich nicht bestätigt wird, hat auf Facebook bereits eine Debatte begonnen, an der sich auch kommunale Mitspieler des Theaterabbaus offen beteiligen. So hat der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in der Rostocker Bürgerschaft, Uwe Flachsmeyer, bei Facebook gepostet: „Engagierte Menschen müssen das Volkstheater Rostock verlassen. Ich hatte ehrlich gehofft, dass Kümmritz das rigide Kürzungskonzept nicht umsetzt. Ich bin enttäuscht.“

Und die Aufsichtsratsvorsitzende des Theaters, Sybille Bachmann (Rostocker Bund) hat sofort darauf reagiert und den Vorgang damit indirekt bestätigt: Bachmann schrieb auch bei Facebook: „Spannend:

Künstlerische Veränderungen, die mit jedem Intendantenwechsel einhergehen, sind beim Vorgänger nicht diskutiert worden. Nun aber werden sie zum Politikum hochgespielt.“

Michael Meyer

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