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Vom Grund der See an den Strand von Ahrenshoop

Ahrenshoop Vom Grund der See an den Strand von Ahrenshoop

360 000 Kubikmeter Sand verbreitern ab Ende Oktober den Strand des Ostseebades / Munitionsreste werden fast täglich bei den Arbeiten gefunden

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Bis Ende Oktober wird Sand vom Grund der Ostsee an Ahrenshoops Strand gespült und somit verbreitert. Thomas Will, Projektmanager der dänischen Firma Rohde/Nielsen AS, leitet das Projekt.

Quelle: Fotos: Carolin Riemer

Ahrenshoop. Hose hochkrempeln, Schuhe aus: Spaziergänger am Strand zwischen Ahrenshoop und Born sollten zurzeit besser hintereinander gehen, damit sie keine nassen Füße bekommen. Zu schmal ist der Strand, zu stark die Wassermassen, die derzeit aufs Land drücken. Bis an den Rand der Dünen laufen die Wellen aus.

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360 000 Kubikmeter Sand verbreitern ab Ende Oktober den Strand des Ostseebades / Munitionsreste werden fast täglich bei den Arbeiten gefunden

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Vor Ahrenshoop befindet sich einer der am stärksten belasteten Küstenabschnitte unseres Landes.“Till Backhaus, Umweltminister (SPD)

Der größte Fund, den wir vom Grund zutage förderten, war ein Auto im Hafenbecken Stralsunds.“Thomas Will, Projektmanager

Schutz vor Sturmfluten Doch seit Freitag wird Abhilfe geschaffen. Die dänische Firma „Rohde/Nielsen AS“ verbreitert mittels ausgeklügelter und schwerer Technik den Strand von Ahrenshoop und verstärkt die Düne nordöstlich der Künstlerkolonie. Zuletzt fanden diese sogenannten Aufspülungsarbeiten im Jahr 2009 statt.

Etwa 360 000 Kubikmeter Sand vom Grund der Ostsee verlagern die Spezialisten nun auf einer Länge von 2,6 Kilometer an Land. Wenn die Arbeiten Ende Oktober abgeschlossen sind, ist der Strand etwa 25 Meter breit. Warum die aufwendigen Arbeiten etwa alle fünf Jahre durchgeführt werden müssen, erklärt Umweltminister Till Backhaus (SPD): „Der sandige Küstenabschnitt ist einer der am stärksten, durch Seegang und Strömungen, belastete Küstenabschnitt in unserem Land. Periodische Aufspülungen sind unumgänglich.“ Derzeit sei der Schutz vor Sturmfluten an dem Küstenabschnitt zwar noch gesichert. Doch Düne, Vorstrand und Strand seien vergleichsweise niedrig und schmal. „Diese Bereiche sind zur Dämpfung des Seegangs zu verstärken, um die Belastung der Düne im Sturmflutfall zu verringern.“

Sand aus zehn Meter Tiefe

Seit Freitag schafften die Fachleute, die im Schichtbetrieb Tag und Nacht arbeiten, 50 000 Kubikmeter Sand heran. Er wird aus der 2500 mal 800 Meter großen Lagerstätte „Darßer Ort“ in einer Wassertiefe von zehn Metern gewonnen. „Ein Saugbagger, der ähnlich wie ein riesiger Staubsauger funktioniert, saugt ein Sand-Wassergemisch vom Grund der Ostsee“, erklärt Projektmanager Thomas Will (54). Dann transportiert ein Schiff den Sand ins etwa 15 Kilometer entfernte Ahrenshoop. In Spülrohren pumpen Will und seine Kollegen den Sand an Land. Er wird in großen Körben aus Stahl durchgesiebt – und das aus einem wichtigen Grund, wie der Bauleiter erzählt: „Eigentlich bergen wir fast täglich Munitionsreste und Schrott.“

Reste von Munition gefunden In Ahrenshoop fanden die Arbeiter im Laufe der ersten vier Tage drei Munitionsteile, die sofort vom Munitionsbergungsdienst in Mellenthin auf Usedom in Augenschein genommen und für ungefährlich erklärt wurden. Sie nahmen die Teile in ihre Obhut. Die Zusammenarbeit zwischen Bergungsdienst und der Firma, die die Aufspülung durchführt, muss bestehen, denn eine Belastung mit Kampfmitteln sei leider nie ausgeschlossen. In Ahrenshoop handelte es sich jedoch lediglich um Reste von Hülsen und Kartuschen.

Schlüssel, Schrott und Bernstein Doch auch alte Zangen, Elektroden und Autoschlüssel fördern die Arbeiter der dänischen Firma ans Tageslicht. Die wohl schönsten Funde: Bernsteine und Muscheln. „Das Spülfeld ist jedoch abgesperrt, es herrscht Lebensgefahr“, beugt Bauleiter Will vor: „Bernsteinsammler kommen hier mit Sicherheit nicht auf ihre Kosten.“

Zuletzt arbeitete er mit seinem Team auf der Insel Sylt. Mit etwa einer Million Kubikmeter Sand spülen sie die Strände der nordfriesischen Insel jährlich auf. Die See hole sich da wie hier, das Land zurück und mache die regelmäßigen Aufspülungen dringend notwendig.

Das Projekt Ahrenshoop-Westdarß ist ein gemeinsames Investitionsvorhaben des Bundes und des Landes auf dem Gebiet des Küstenschutzes. Eingeplant sind drei Millionen Euro, die zu 70 Prozent von der Bundesrepublik und zu 30 Prozent vom Land finanziert werden.

Projekt Küstenschutz

3Millionen Euro kostet die Sandaufspülung auf dem 2,6 Kilometer breiten Strandabschnitt in Ahrenshoop. 70 Prozent zahlt der Bund, 30 Prozent das Land Mecklenburg-Vorpommern.

5Mitarbeiter einer dänischen Spezial-Firma arbeiten pro Schicht Tag und Nacht an Land und auf dem Wasser. Ende Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen und der Strand etwa 25 Meter breit sein. Die Aufspülung muss etwa alle fünf Jahre wiederholt werden. 12 Millimeter , alle Objekte die größer sind und am Grund der See gefunden werden, landen in den Siebkörben aus Stahl.

Carolin Riemer

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