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Von Student zu Student: Hände und Knie korrekt untersuchen

Rostock Von Student zu Student: Hände und Knie korrekt untersuchen

Die Rostocker Universität bildet derzeit zehn Medizinstudenten zu Tutoren aus / Die angehenden Ärzte vermitteln im Wintersemester Basisfähigkeiten an Kommilitonen

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Medizinstudentin Annelie Kloß (23) untersucht ausgiebig die Hand von Kommilitone Ben Hofmann (23).

Rostock. Üben am lebenden Objekt: Das ist Normalität für Rostocker Medizinstudenten. Seit zwei Jahren haben diese aber auch die Möglichkeit, ihr Wissen an Kommilitonen weiterzugeben. Insgesamt zehn angehende Ärzte werden derzeit in speziellen Kursen zu Tutoren ausgebildet.

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Die Rostocker Universität bildet derzeit zehn Medizinstudenten zu Tutoren aus / Die angehenden Ärzte vermitteln im Wintersemester Basisfähigkeiten an Kommilitonen

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„Die Idee zu dem Projekt entstand vor drei Jahren“, erzählt Dr. Jan-Hendrik Lenz. Der Mund-, Kiefer und Gesichtschirurg arbeitet im Studiendekanat und betreut die Kurse. „Wir erhielten nur positives Feedback, als wir vergangenes Jahr stellenweise schon ein paar Studenten als Tutoren eingesetzt haben.“ Deshalb werden im Wintersemester noch mehr eingesetzt.

„Die Studenten erhalten während der Tutoren-Ausbildung zum einen Basisfähigkeiten über das Abtasten von Bauch, Lunge, Knie und Hand“, erzählt Lenz. Zum anderen besuchen sie Schulungen im Bereich der Didaktik. „Wir zeigen ihnen verschiedene Methoden und Techniken, wie das Gelernte am besten weitergegeben wird.“

Zuletzt beschäftigten sich die Studenten mit der Untersuchung von Knie und Hand. Dr. Philip Gierer und Dr. Alice Wichelhaus aus der Abteilung Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie berichteten über ihre Erfahrungen und ließen verschiedene Tests praktisch durchführen. „Das Wichtigste ist, dass ihr jede Möglichkeit nutzt, um zu üben“, so Gierer.

„Das ist der Grund, warum ich Tutor werden möchte“, sagt Nico Seume. Der 25-Jährige kann eigene Erfahrungen sammeln und diese an andere weitergeben. „Das Gelernte wird dadurch besser verinnerlicht.“

Kommilitonin Karoline Klee hat vergangenes Semester selbst einen Kurs besucht, der von Studenten geführt wurde. „Ich war begeistert“, sagt die 23-Jährige. „Ich hatte keinerlei Ängste vor Fragen oder Fehlern.“ Stehe ein Arzt vor ihr, sehe dies etwas anders aus.

„Die Tutoren werden in KPU-Kursen eingesetzt“, erklärt Lenz. Das sind Einführungsveranstaltungen, welche im ersten klinischen Jahr, also im dritten Studienjahr belegt werden müssen. „Acht Studenten werden je Gruppe unterrichtet.“ Der Aufbau der Kurse sei ähnlich zu dem der Tutoren-Kurse.

Die Auswahl der lehrenden Medizinstudenten erfolgte über die Ausschreibung von studentischen Hilfskraft-Stellen. „Wir haben geschaut, welche der Interessierten vom Studienjahr passen könnten und welche schon im Vorhinein Erfahrungen gesammelt haben“, sagt Lenz. Einige waren zum Beispiel schon einmal im Rettungsdienst tätig. Am günstigsten sei die Teilnahme am Projekt im achten Semester.

„Dort haben die Studenten schon einiges gelernt, sind aber noch eine Weile an der Universität.“

Ben Hofmann studiert im achten Semester. „Ich finde gut, dass wir dadurch auch das ärztliche Personal ein wenig entlasten können.“ Seiner Kommilitonin Annelie Kloß bereiten die Kurse immer viel Freude. „So eine gute Möglichkeit zum Üben erhält man nicht oft“, sagt die 23-Jährige. „Ein weiteres Ziel der Tutoren-Kurse ist, mittelfristig Nachwuchs für die Lehre zu suchen“, erzählt Lenz.

Pauline Rabe

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