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Von der Insel auf die Halbinsel

Müggenburg Von der Insel auf die Halbinsel

Die Eltern von Ingo Bussert mussten ihr Gehöft 1953 auf Kirr verlassen und sich der LPG anschließen

Müggenburg. Für Ingo Busserts Eltern war es ein harter Schlag. 1953 musste die Familie ihr Gehöft auf der Insel Kirr verlassen und sich der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in Müggenburg anschließen. „Der Druck war einfach zu groß. Sie hatten keine Alternative. Es ist ihnen aber sehr schwer gefallen“, erklärt der 65-Jährige. Hinter der Dorfschule in Müggenburg, die 1951 aufgelöst wurde, baute die Familie ein neues Haus.

Ingo Bussert, der zwei ältere Schwestern hat, genoss seine Kindheit im Ort. „Wir haben geangelt, sind Schlittschuh gelaufen und waren segeln. Ein Boot hatte hier jeder“, berichtet er. „Schwimmen haben uns Vater und Mutter beigebracht. Denn wer nicht schwimmen konnte, durfte auch nicht segeln.“ Und auch als Jugendlicher sei es nicht langweilig geworden. Im Kinosaal seien regelmäßig Filme gezeigt worden und es habe im Dorf viele Feste gegeben. „Wir hatten sogar ein Tonnenabschlagen“, sagt der Müggenburger, dessen Opa Rudolf Gertz (siehe Infokasten) Lehrer an der Dorfschule war. Nach der Schließung der Schule wurden die Kinder mit dem Bus nach Zingst gefahren. „Der Bus war immer voll. Die Kinder von der Sundischen Wiese sind auch noch dazugestiegen. Gleichzeit war es auch der Linienverkehr für die Müggenburger.“

Zur Lehre verließ Ingo Bussert das Dorf. In Stralsund machte er zunächst eine Ausbildung zum Landmaschinen-, Traktoren- und Motorenschlosser und schloss ein Ingenieurstudium an. „Ich wollte zur See fahren und Maschinist werden“, sagt Bussert. Da die Geschwister seines Vaters allerdings in den Westen gegangen waren, bekam Ingo Bussert kein Seefahrtsbuch. Der Müggenburger fing stattdessen bei SAB (Schiffanlagenbau) in Barth an und lernte seine Frau Sigrid kennen. „Wir haben über 20 Jahre in Barth gewohnt, hatten aber immer noch unser Wochenendhaus in Müggenburg und waren häufig hier“, sagt der Rentner. „Als unsere Kinder vor zehn Jahren aus dem Haus waren, haben wir uns entschieden, ganz hierher zu ziehen. Wir genießen die Ruhe und fühlen uns sehr wohl. Die Landschaft ist einfach herrlich. Unsere beiden Töchter kommen uns gerne besuchen.“

Angeln ist auch weiterhin Ingo Busserts große Leidenschaft. Seit vielen Jahren ist er der Vorsitzende des Müggenburger Anglervereins. „Den Verein gab es schon zu DDR-Zeiten. Wir haben momentan 40 Mitglieder. Leider fehlt uns, wie vielen anderen Vereinen auch, der Nachwuchs.“ Sein großer Stolz ist der Wasserwanderrastplatz, der vom Anglerverein betrieben wird. „Er wird sehr gut angenommen. Es ist der Hafen der kleinen Leute. Einmal im Jahr feiern wir ein Hafenfest. Bei schönem Wetter ist es sehr gut besucht.“

Anika Wenning

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