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Von der urigen Schmiede zur modernen Bauschlosserei

Marlow Von der urigen Schmiede zur modernen Bauschlosserei

Schmiede und Bauschlosserei Oelke in Marlow feiert heute ihr 35-jähriges Bestehen / Gegründet wurde die einstige Schmiede bereits 1930

Marlow. Wenn die Geschäftsführer der Schmiede und Bauschlosserei Oelke, Heinz (69) und Heiko (45) Oelke, am heutigen Freitag mit ihren Familien, Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Freunden ihr 35-jähriges Betriebsjubiläum feiern, schauen stolz auf eine mittelständische Erfolgsgeschichte zurück.

Binnen 35 Jahren hat sich die dörfliche Schmiede und Schlosserei aus Allerstorf zu einem modernen Metallbaubetrieb im Marlower Gewerbegebiet mit zukunftsorientierter Betriebsausstattung und zeitgemäßen Fertigungsverfahren entwickelt. Längst ist das Familienunternehmen weit über die Region hinaus tätig.

Doch auch in der Region sind sie überall vertreten, auch mit ungewöhnlichen Projekten. Erinnert sei hier nur an den Bau des Leuchtturmskeletts für das Scanhaus-Leuchtturmhaus am Vogelpark oder an den Produktionsstart mehrerer Typenreihen von Aluminiumbooten und Stahlyachten sowie schwimmender Ferienhäuser während der vergangenen sechs Jahre.

Mit 25 Mitarbeitern zählt das Unternehmen heute zu den größeren Arbeitgebern der Grünen Stadt und ist auch eine ernstzunehmende Größe, wenn es um die Sicherung des beruflichen Nachwuchses der Branche geht. Gegenwärtig sind es vier Jugendliche, die hier den Beruf des Konstruktionsmechanikers erlernen.

Eigentlich war die Allerstorfer Schmiede bereits 1930 von Heinz Oelkes Großvater mütterlicherseits, Julius Bützow, als Huf- und Wagenschmiede gegründet worden. Doch schon 1958 war es mit der Selbstständigkeit vorbei – der Großvater wurde mitsamt seiner Schmiedeausstattung und seiner kleinen Landwirtschaft in die LPG gedrängt. „Was sollte er anderes tun, er bekam doch Druck. Ohne die Aufträge der LPG, in der fast alle Bauern Mitglied waren, hätte er nicht überleben können“, sagt Heinz Oelke. Er selbst hatte das Schmiedehandwerk von 1962 bis 1965 erlernt und 1976 die Meisterprüfung abgelegt. Zwischenzeitlich war er aber 15 Jahre lang im Gütertransport tätig gewesen. Auf Antrag wurde ihm im Februar 1981 die Gewerbegenehmigung für eine Schmiede und Bauschlosserei in Allerstorf erteilt, die er bereits wenige Monate später, am 1. Juli 1981, eröffnete. Unterstützung erhielt er dabei auch von Vater und Schwiegervater. Anfangs arbeitete Heinz Oelke allein, konnte aber auf Antrag beim Rat des Kreises nach und nach bis zu drei Mitarbeiter einstellen. Als ersten Lehrling bildete er ab 1987 seinen Sohn Heiko aus. In jenen Jahren wurde der Handwerksbetrieb mehrmals um- und ausgebaut. Der Chef und seine Gesellen fertigten und reparierten hauptsächlich Zäune, Gitter, Treppen, Türen und Tore für die umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe oder führten Bauschlosserarbeiten an Stallanlagen aus.

1990 erging es Heinz Oelke nicht anders als seinen selbstständigen Handwerkerkollegen – er musste sich nach neuen Kunden und Aufträgen umsehen. Obwohl nur eine kleine Schmiede und Schlosserei auf dem Lande, wurde sein Handwerksbetrieb Stützpunkthändler der Firma Hörmann und baute das Geschäftsfeld Aluminiumbau mit Sykonprofilen auf. Parallel dazu besuchte Heiko Oelke die Meisterschule, die er 1994 als Meister für Metallbau abschloss. 1999 gründete der Juniorchef den Zweigbetrieb Metallbau, der aber schon 2001 wegen des stark ansteigenden Produktionsvolumens in die neu errichtete Produktionsstätte im Marlower Gewerbegebiet umziehen musste. Hier befindet sich seither auch der Firmensitz.

Die alte Schmiede in Allerstorf gibt es noch und sie ist sogar funktionstüchtig. Den Mittelpunkt bilden die Schmiede-Esse und der Amboss, aber auch eine Bar für schöne Stunden im Kreis der Freunde ist vorhanden. Doch das Schmiedefeuer wird nicht nur in gemütlicher Runde entfacht. „Auch für spezielle Aufträge und Arbeiten setzen wir es noch in Gang“, verrät Heinz Oelke. „Dazu gehören beispielsweise das Anpassen von Kunstschmiedestücken oder das Anschmieden von Meißeln“, erklärte Heiko Oelke.

Wenn das Jubiläum heute zu den Klängen von Blaskapellen (ein langjähriges, selbst ausgeübtes Hobby von Vater und Sohn) gefeiert wird, wünschen sich die beiden Geschäftsführer von ihren Gratulanten anstelle von Blumen und Geschenken lieber Geldspenden zur Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit regionaler Vereine.

Volker Stephan

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