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Wie umgehen mit Rüpelbürgern?

Ribnitz-Damgarten Wie umgehen mit Rüpelbürgern?

Vier bis sechs Ribnitzer fallen laut Polizei regelmäßig auf, so wie nun ein 34-Jähriger

Ribnitz-Damgarten. Ein stadtbekannter Rüpel sorgte in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder für Schlagzeilen. Der 34-jährige Mann ist im ersten Halbjahr mit zahlreichen Entgleisungen aufgefallen. Zuletzt demolierte er einen Info-Bus auf dem Ribnitzer Marktplatz. Widerstand gegen Polizeibeamte, fliegende Stühle vor einer Eisdiele oder der Fall, als er mit einer Säge beim Frühlingsfest in Ribnitz die Gäste erschreckte, gehören zu den Delikten. Immer ist auch Alkohol im Spiel. Ernsthaft verletzt wurde allerdings nie jemand. Dennoch versetzt er damit Menschen in Angst, vor allem in den Bodden-Kliniken, wo er regelmäßig auftaucht. „Meinen Kollegen und mir graut schon, wenn der Nachtdienst beginnt, weil man ahnt, dass er gleich wieder auftaucht und Stress provoziert“, sagt eine Mitarbeiterin des Krankenhauses.

„Vier bis sechs Leute gibt es in Ribnitz- Damgarten, auf die man immer ein Auge halten muss.“ Marco Stoll, Leiter des Ribnitzer-Damgartener Polizeireviers

„Meinen Kollegen und mir graut schon, wenn der Nachtdienst beginnt, weil man ahnt, dass er gleich wieder auftaucht und Stress provoziert.“ Eine Mitarbeiterin der Bodden-Kliniken

Und er ist nicht der einzige sogenannte polizeibekannte Bürger der Stadt. „Vier bis sechs Leute gibt es in Ribnitz-Damgarten, auf die man immer ein Auge haben muss“, sagt Marco Stoll, Leiter des Ribnitzer Polizeireviers. Momentan sei der angesprochene 34-Jährige sehr aktiv. Das bedeute zwar nicht, dass er nun ständig unter Beobachtung stehe. Doch läuft er einer Streife über den Weg, würden die Polizeibeamten schon von sich aus nach dem Rechten sehen.

Wenn etwas passiert, „dann ist die Zwei-Promille-Grenze in der Regel geknackt“, sagt Marco Stoll. Es habe zwar schon Versuche für einen Entzug gegeben. Doch auf eine freiwillige Einweisung in die Klinik folgte stets ein Abbruch der Therapie mit Selbst-Entlassung.

Den Behörden sind aufgrund der Gesetzeslage zumeist die Hände gebunden. „Für Freiheitsentzug gibt es in unserem Land zu Recht enorm hohe Hürden“, sagt Marco Stoll. Für eine Untersuchungshaft seien die Vergehen nicht schwer genug. „Eigentlich ist er für Menschen nicht gefährlich geworden, zumindest nicht so, dass er weggesperrt werden müsste.“ Eine Nacht in der Ausnüchterungszelle, dann ist er meistens wieder draußen. Doch manchem mag das nicht reichen, frei nach dem Motto: Muss erst was Schlimmeres passieren?

Zuletzt hatte die Ribnitzer Polizei versucht, ihn für zehn Tage per richterlichem Beschluss einzusperren. So ein Langzeitgewahrsam ist nach dem Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (SOG) in bestimmten Fällen möglich. Doch der Richter am Amtsgericht folgte den Argumenten der Polizei nicht. „Das haben wir als Polizei zu akzeptieren“, so Marco Stoll, der damit das Gericht in keinster Weise kritisieren möchte. „Das Gericht hat Recht behalten. Zehn Tage lang ist nichts passiert“, so Marco Stoll.

Geprüft werde vor Gericht, ob derjenige eine Gefährdung für Dritte oder die Öffentlichkeit ist, so Richter Bernd Spangenberg, stellvertretender Direktor am Amtsgericht Ribnitz-Damgarten. „Ärzte erstellen dann eine Gefährlichkeitsprognose.“

Doch ist der Mann, der arbeitslos ist und vom Arbeitersamariterbund sozial betreut wird, überhaupt ein Fall für das Gefängnis? „Eigentlich ist er ein typischer Kandidat für Hilfe, statt für eine Strafverfolgung“, sagt Marco Stoll. Eine Anti-Gewalt-Therapie oder ein Entzug wären da eine Möglichkeit. Und offenbar scheint es einen Weg zu geben, dem Mann zu helfen. Sein Betreuer hat offenbar einen Antrag auf geschlossene psychiatrische Einweisung gestellt. In der Hoffnung, dass dem 34-Jährigen geholfen werden kann, sofern die Richter auf Grundlage von ärztlichen Gutachten schließlich zustimmen.

Robert Niemeyer

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