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Altes Gefängnis: Verhindern Schwalben den Abriss?

Ribnitz-Damgarten Altes Gefängnis: Verhindern Schwalben den Abriss?

Naturschützer zeigte Bauvorhaben in der Ribnitzer Mühlenstraße bei der Behörde an

Ribnitz-Damgarten. Naturschützer gegen Bauherr: Ist der geplante Abriss des einstigen Stadtgefängnisses in der Ribnitzer Mühlenstraße in Gefahr? Ja, wenn es nach Naturschützer Klaus Ellmer ginge. Der Mann zeigte den geplanten Abriss bei der Naturschutzbehörde des Landkreises an.

 

OZ-Bild

Das einstige Gefängnis in der Mühlenstraße wird abgerissen. Das sorgt für Diskussionen zwischen Naturschützern und dem Bauherren.

Quelle: Carolin Riemer

Wer Schwalben tötet muss mit einem Bußgeld ab 1000 Euro rechnen.“Dr. Andreas Osterland,

Naturschutzbehörde des Landkreises

Es gibt in dem Gebäude keine Schwalben. Ich lasse mich nicht von einem Abriss abhalten.“Udo Voß, Bauherr

Er ist sicher, dass in dem leer stehenden Haus Mehlschwalben leben. „Und da diese zu den geschützten Arten gehören, ist ein Abriss des Gebäudes frühestens im September möglich, wenn die Schwalben ihre Nester verlassen haben.“ Klaus Ellmer beobachtet seit Jahren den Bestand der Schwalben in der Region. Akribisch führt er Buch über ihr Leben.

Doch Bauherr Udo Voß, der das einstige Gefängnis kaufte und modernisieren möchte, ist nicht nur selbst bekennender Schwalbenfreund, sondern auch sicher: „Es gibt in dem Gebäude keine Schwalben. Ich lasse mich durch solche Behauptungen nicht von einem Abriss abbringen.“ Voß weiß, dass Mehlschwalben in Gebäuden brüten und nicht an der Fassade, wie es Rauchschwalben tun. Das ganze Haus habe er abgesucht, als er von den Vermutungen Ellmers hörte und Post von der Naturschutzbehörde bekam. „Gern können mich die Naturschützer zu Hause in Langendamm besuchen und sich überzeugen, dass ich selbst etwa 25 bewohnte Nester an meinem Haus habe. Ich hab’ nämlich nichts gegen Schwalben, wurde sogar vom Naturschutzbund mit einer Plakette für ein ,Schwalbenfreundliches Haus’ ausgezeichnet. Aber in der Ruine des Gefängnisses gibt es keine Schwalben.“

Ein Bauzaun deutet bereits auf den baldigen Abriss hin. Sieben moderne, behindertengerechte Wohnungen sollen hier entstehen und mit dem Neubau einer der letzten Schandflecken im Ribnitzer Zentrum verschwinden.

Dr. Andreas Osterland von der Naturschutzbehörde des Landkreises versteht allerdings wenig Spaß, wenn er Tiere in Gefahr wähnt. Er möchte die Bestätigung, dass dort keine Schwalbe lebt, von einem Gutachter des Naturschutzbundes. Stelle sich heraus, dass die Vögel dort doch leben, sei ein Abriss erstens vor September nicht gestattet und die Behörde könne sogar einen Baustopp erwirken. Zweitens müsse Voß dann die Schwalben dulden wenn sie sich im nächsten Jahr wieder ansiedeln oder einen Ausgleich schaffen. Sprich: Es müssten Nisthilfen oder Kunstnester angebracht werden. „Wer dagegen verstößt, kann mit Bußgeldern ab 1000 Euro rechnen“, sagt Osterland, der aber weiß, dass Udo Voß ein erfahrener Bauunternehmer ist. „Mit privaten Bauherren haben wir in der Regel öfter Ärger als mit Profis wie Herrn Voß.“

Noch härter greift das Gesetz, wenn sich Fledermäuse im Haus ansiedelten. „Die gehören nämlich zu den besonders geschützten Arten. Wer ihren Lebensraum zerstört und keinen Ausgleich schafft, kann dem Staatsanwalt vor Gericht ins Auge blicken. „Es muss sich ja niemand mit den Fledermäusen das Wohnzimmer teilen. Aber in jedem Haus ist Platz, um den Tieren beispielsweise Unterkunft in einem Fassadenkasten anzubieten“, erklärt Osterland.

„Manchmal geht mir das alles ein wenig zu weit“, findet Udo Voß hingegen. Er habe schon etliche Häuser renoviert und noch nie Tieren den Lebensraum genommen oder diese gar getötet. „Wir beginnen mit dem Abriss. Da sind keine Schwalben. Und Punkt.“

Carolin Riemer

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