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Altes Ribnitzer Gefängnis wird abgerissen

Ribnitz-Damgarten Altes Ribnitzer Gefängnis wird abgerissen

Einer der letzten Schandflecken in der Innenstadt verschwindet / Sechs Wohnungen werden in der Mühlenstraße gebaut

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Früher Stadtgefängnis, heute eine Ruine: Das Haus in der Mühlenstraße wird Anfang Juni abgerissen.

Quelle: Fotos: Carolin Riemer

Ribnitz-Damgarten. Früher saßen Häftlinge in der Mühlenstraße ihre Strafen ab. Nun wird das Gebäude neben dem einstigen Gericht in Ribnitz abgerissen. Anfang Juni rollen hier die Bagger an.

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Einer der letzten Schandflecken in der Innenstadt verschwindet / Sechs Wohnungen werden in der Mühlenstraße gebaut

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Udo und Evi Voß aus Langendamm kauften das einstige Stadtgefängnis und werden es zu einem modernen, behindertengerechten Wohnhaus umbauen lassen. Am Aussehen der Fassade wollen die Bauherren festhalten. „Sie wird später fast genauso wieder hergestellt“, sagt Udo Voß. Auch die Kubatur, also die Gestalt des Hauses, verändere sich nicht. Das Gebäude werde nach dem Abriss und Neubau viergeschossig bleiben.

Vor allem die Fenster im Dachgeschoss ziehen die Blicke der Urlaubern und Einheimischen auf sich. Sie zeigen zwei Davidsterne. Dass die religiösen, jüdischen Symbole nicht zwingend darauf hindeuten, dass sich das Haus einst in jüdischem Besitz befand, erklärt der wissenschaftliche Leiter des Deutschen Bernsteinmuseums Axel Attula: „Man könnte sagen, es handelt sich um 0815-Standardfenster. Sie spiegeln den damaligen Geschmack der Menschen wider. Davidsterne wurden als hübsch empfunden. Es gab etliche dieser gusseisernen Fertigfenster.“ Heutzutage seien die Menschen durch die Vorkommnisse im Zweiten Weltkrieg viel sensibilisierter, wenn sie einen Davidstern sehen.

Die Fenster wird Udo Voß nicht in seiner Ursprünglichkeit erhalten. Die sechs Wohnungen, im Obergeschoss mit einem grandiosen Ausblick über den Bodden, lässt er hell und modern gestalten. Ihre Größe:

zwischen 40 und 100 Quadratmetern, mit einem Fahrstuhl vom Dachgeschoss bis in den Waschkeller. Die größte Wohnung erstreckt sich über zwei Etagen und bekommt ein großes Panoramafenster in Blickrichtung des Boddens. Das Architektenbüro von Klaus Banghard und Berit Naßutt aus Wustrow gestaltete den Entwurf, der auch eine Toreinfahrt auf den Innenhof vorsieht. „Nutznießer sind dann auch die Nachbarhäuser, die Lange Straße 65 und 63. Künftig werden mehr Stellplätze zur Verfügung stehen – mit einer direkten Durchfahrt von der Mühlenstraße in den Innenhof“, sagt Voß. Die Gebäudwirtschaft verwaltet die Mietwohnungen.

Noch wenige Wochen ist der „Charme“ der 70er Jahre in dem Gebäude spürbar. Bunte Mustertapeten hängen an den Wänden. Ein uriger Waschkessel, alte Küchenherde und Badewannen stehen in den ansonsten leeren Räumen. Bis Mitte der 1990er Jahre lebten hier noch Menschen. Seitdem steht das Haus leer.

Viel ist nicht über das einstige Gefängnis bekannt. „Vermutlich wurde es Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut“, schätzt Axel Attula. Die Wege waren damals kurz: Im benachbarten Gericht sprachen die Richter die Urteile, die im Stadtgefängnis vollstreckt wurden. Eine Verbindungstür zwischen der heutigen Volkshochschule und dem Gefängnis existiert noch heute. 1940 wurden zusätzliche Arrestzellen eingebaut. Zehn Jahre später saßen die letzten Häftlinge hier ihre Strafen ab und das Gefängnis wurde zu einem Wohnhaus umgebaut.

Carolin Riemer

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