Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° stark bewölkt

Navigation:
Bernsteincafé unter neuer Leitung wieder geöffnet

Ribnitz-Damgarten Bernsteincafé unter neuer Leitung wieder geöffnet

Das Christliche Jugenddorfwerk Ribnitz-Damgarten hat den Betrieb übernommen / Menschen mit Behinderung soll dort eine Möglichkeit zum Arbeiten gegeben werden

Voriger Artikel
Brückenbau ohne Vollsperrung
Nächster Artikel
„Ich bin froh, dass es mir jeden Tag etwas besser geht“

Susann Kocker (l., 23) war vorher in der Großküche des CJD tätig. Sylvia Reh (42) arbeitete bereits zehn Jahre im Bernsteincafé. Beide kümmern sich jetzt gemeinsam um die Gäste.

Quelle: Robert Niemeyer

Ribnitz-Damgarten. Nach dem Führungswechsel beim Deutschen Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten vor etwa eineinhalb Jahren und weiteren Veränderungen ist jetzt ein weiterer Schritt gemacht worden. Seit Pfingstsonntag hat das Bernsteincafé wieder geöffnet. Das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) Ribnitz-Damgarten hat den Betrieb übernommen. „Und der Start ist durchweg positiv verlaufen“, sagt Jana Melzow. Die 42-Jährige ist die neue Betriebsleiterin des Cafés. Zusammen mit zwei weiteren Mitarbeitern und zwei Beschäftigten mit Behinderung aus den Werkstätten des CJD soll das Geschäft ins Rollen gebracht werden.

OZ-Bild

Das Christliche Jugenddorfwerk Ribnitz-Damgarten hat den Betrieb übernommen / Menschen mit Behinderung soll dort eine Möglichkeit zum Arbeiten gegeben werden

Zur Bildergalerie

„Das System ist für uns alle im Aufbau. Das wächst“, sagt Jana Melzow. Gemeint ist, dass das CJD in dem Café Behinderten eine Chance zum Arbeiten gibt. „Das hat einen inklusiven Charakter“, sagt Thomas Reiplinger, Jugenddorf-Leiter. Die Behinderten sollen aus dem Schutzraum der CJD-Werkstätten heraustreten und sich quasi in der realen Arbeitswelt beweisen. „Das CJD ist eine komplexe Einrichtung der Behindertenhilfe. Ziel hier im Café ist es, den Menschen mit Behinderung eine Plattform für einen Außenarbeitsplatz zu bieten.“ Perspektivisch soll das auch bedeuten, dass die Behinderten sich so für den wirklich freien Arbeitsmarkt qualifizieren und Erfahrungen sammeln können. Im Tourismusbereich sei es in der Region schwierig, solche Zwischenstufen zwischen Werkstatt und freier Wirtschaft zu finden. Deshalb macht es das CJD selbst.

Das ist natürlich nicht ohne Risiko. „Die Urlauber, die herkommen, erwarten natürlich Leistung. Es gibt öfters Erklärungsbedarf.“ Dennoch hätten die Beschäftigten in den vergangenen Wochen seit der Eröffnung bereits große Fortschritte gemacht. „Sie sind alle mächtig stolz auf sich“, sagt Thomas Reiplinger, „wir wollen sie fordern, aber nicht überfordern.“

Ein weiterer Knackpunkt ist die Wirtschaftlichkeit. Ohne Schmuckverkauf sei das Café nicht wirtschaftlich zu führen, hatte Uta Erichson, die ehemalige Betreiberin, vor wenigen Wochen gesagt. Ihr war von der Stadt ein Pachtangebot gemacht worden, das den Verkauf von Bernsteinschmuck ausklammert, im Gegensatz zu vorher. Das Bernsteinmuseum will den Verkauf komplett in die eigenen Hände nehmen, um die Einnahmen des Museums zu steigern.

„Wir sagen auch, es muss wirtschaftlich sein und sich selbst tragen. Aber dafür geben wir uns zwei Jahre Zeit“, sagt Thomas Reiplinger. Das sei mit dem CJD e. V. im Hintergrund möglich. Das Café ist für das CJD ein eigenständiger Zweckbetrieb.

Doch das Café scheint gut angelaufen zu sein. „Es läuft sehr gut, einiges wurde verändert. Die neue Chefin bringt frischen Wind rein“, sagt Mitarbeiterin Sylvia Reh. Die 42-Jährige war zuvor zehn Jahre lang unter Uta Erichson in dem Café beschäftigt. „Man hat viel zu tun. Aber es macht Spaß“, sagt auch Susann Kocker. Die 23-Jährige ist eine der beiden Beschäftigten aus den CJD-Werkstätten.

Kocker war zuvor in der Großküche des CJD tätig.

Und am 21. Juni soll das Bernsteincafé mit einer kleinen Feier auch öffentlich vorgestellt werden. Von 17 bis 21 Uhr gibt es ein kleines Programm. Und wer es bis dahin nicht getan hat, kann sich dann auch von dem Angebot überzeugen. „Alles wird selbst hergestellt, regional, saisonal“, sagt Jana Melzow. Neben Kaffee und Kuchen soll auch ein Mittagstisch angeboten werden. Ziel ist es, nicht nur Touristen anzulocken, sondern auch den Einheimischen „eine kleine Oase“, wie Thomas Reiplinger sagt, zu bieten.

Das Bernsteinmuseum – Der Weg aus der Krise

15. Dezember 2014: Museums-Geschäftsführer Ulf Erichson wird mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Grund ist eine Anzeige gegen Erichson bei der Staatsanwaltschaft Stralsund. Es wird wegen Untreue ermittelt. Zuvor hatte das Museum aufgrund von rückläufigen Besucherzahlen finanzielle Einbußen einstecken müssen.

26. Dezember 2014: Ulf Erichson tritt zurück. Er kündigt die Stelle als Geschäftsführer fristlos.

Februar 2015: Das Deutsche Bernsteinmuseum bekommt eine Doppelspitze. Axel Attula und Henning Schröder übernehmen die Geschäftsführung. Attula übernimmt die wissenschaftliche Leitung des Museums, Schröder übernimmt den Part des Verwaltungsleiters.

1. April 2016: Der Mietvertrag Uta Erichsons für das Bernsteincafé endet. Ende des Monats unterschreibt das CJD.

Robert Niemeyer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.