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Gasspürer sucht Lecks in Leitungen

Ahrenshagen Gasspürer sucht Lecks in Leitungen

Zur Sicherheit: Sven Lindhorst ist derzeit in der Region unterwegs

Ahrenshagen. Nein, ein feines Näschen muss Sven Lindhorst freilich nicht haben. In den meisten für ihn wichtigen Fällen würde das wohl auch nur bedingt helfen. Der 38-Jährige ist sogenannter Gasspürer. Lindhorst ist derzeit in der Region unterwegs, zuletzt in Ahrenshagen, und sucht die unterirdischen Gasleitungen nach Lecks ab. Und weil schon das kleinste Loch in der Leitung ein Problem ist, hilft ihm statt des Geruchssinns ein modernes Messgerät, das in einer Millionen Teilchen schon ein Teilchen Methangas erkennt.

OZ-Bild

Zur Sicherheit: Sven Lindhorst ist derzeit in der Region unterwegs

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Im Auftrag des Gasnetzbetreibers Hansewerk AG schreitet Lindhorst seit Mitte Wege und Straßen ab. Neben Ahrenshagen stehen unter anderem Bad-Sülze, Marlow, Tribsees, Rostocker-Wulfshagen, Wustrow und Zingst in diesen Wochen auf dem Programm des Brandenburgers. „In regelmäßigen Abständen müssen wir die Gasleitungen prüfen“, sagt Axel Rose von der Hansewerk AG, je nachdem, welcher Druck auf der Leitung liegt.

Seit 16 Jahren ist Lindhorst Gasspürer. „Mein Vater hat das auch gemacht“, erklärt er, wie er dazu kam. Seine Firma hat ihren Sitz in Iserlohn. Etwa 30 Gasspürer stehen in deren Diensten.

Deutschlandweit sind sie unterwegs, oft über mehrere Wochen weit weg von zu Hause. „Aber das ist normal. Und man verdient gutes Geld“, sagt Lindhorst.

Zehn Kilometer schafft er am Tag, wobei er auch nicht zu schnell gehen darf. „Am Abend weiß ich aber, was ich gemacht habe“, sagt Linhorst. An Fitness dürfte es ihm allerdings nicht mangeln.

„Kondition und gute Schuhe sind wichtig. Zusätzlich Sport mache ich aber trotzdem nicht.“

Gut sieben Kilogramm wiegt das Gerät, das Lindhorst mit sich trägt. Die Messsonde saugt Luft an, ein Messgerät zeigt dann an, ob irgendwo aus dem Untergrund Gas ausströmt. „Dann piept und leuchtet das Gerät“, erklärt Lindhorst. Aber ein erfahrener Gasspürer könne schon aus der Ferne erkennen, wo es ein Problem gibt. „Das habe ich im Blick. Methan verändert die Vegetation. Wo Pflanzen braun gefärbt sind, da ist meistens Gas im Spiel“, sagt der 38-Jährige. Wo er lang gehen muss, zeigt ihm ein Tablet-PC an, auf dem die Karten mit den Leitungsverläufen eingezeichnet ist.

Das ist allerdings nicht ganz ungefährlich, schließlich verlaufen die Gasleitungen manchmal quer unter der Straße hindurch. Eine Warnweste ist deshalb ein Muss. Problematischer seien jedoch teilweise Grundstückseigentümer samt vierbeinigem Grundstückswächter. „Wir müssen auch auf die Grundstücke, um die Leitung bis zum Hausanschluss zu prüfen“, erklärt Axel Rose. Allerdings können die Hansewerk AG ihren Gasspürer nicht zu einem festen Termin anmelden, da nicht abzusehen wäre, ob der eingehalten werden können. So kann der Gasspürer beispielsweise an Regentagen nicht arbeiten. „Manche lassen mich nicht auf das Grundstück. Auch die Polizei ist schon ein paar Mal gerufen worden“, sagt Lindhorst. Ausweisen könne er sich. Doch viele Menschen seien misstrauisch. „Dabei muss ich nur kurz auf das Grundstück, vielleicht zehn, zwölf Sekunden, dann bin ich auch wieder weg“, sagt der Gasspürer, der um Verständnis für seine Arbeit wirbt. „Schließlich geht es hier um die Sicherheit.“

Unter Umständen könne das, was er findet, nämlich sehr gefährlich werden. „In München musste mal eine ganze Schule evakuiert werden, nachdem ich da ein Gasleck gefunden hatte.“ In unserer Region seien dagegen solch große Schäden noch nicht aufgetreten. Überhaupt seien die Leitungen laut Axel Rose aufgrund diverser Erneuerungen im Gasnetz viel sicherer als noch vor ein paar Jahren. Das Leitungsnetz in Ahrenshagen ist beispielsweise vor etwa vier Jahren erneuert worden. Klassiker unter den Beschädigungen seien Bodenhülsen für Carports, die ausgerechnet über eine Gasleitung in den Boden gerammt werden. Ähnliches gilt für den Bau von Zäunen.

Passiert ist dem 38-Jährigen zum Glück noch nichts. Das soll auch in den nächsten Wochen so bleiben, wenn er weitere unzählige Kilometer durch die Orte der Region wandert. Und wenn er wieder zu Hause ist, „dann lege ich erstmal die Füße hoch“, sagt Lindhorst.

Robert Niemeyer

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