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Gastgeber müssen fettes Minus verdauen

Dierhagen Gastgeber müssen fettes Minus verdauen

Einen Rückgang der Übernachtungszahlen von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hat der Dierhäger Kurdirektor Stephan Fellmann während der zweiten Auflage des Unternehmerfrühstücks in dem Ostseebad aufgetischt.

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Unter anderem über zusätzliche kulturelle Angebote vor allem außerhalb der Saison diskutierten am Mittwoch Gewerbetreibende aus Dierhagen mit Vertretern von Kommunalpolitik und der Kurverwaltung.

Quelle: Richter, Timo

Dierhagen. Fehlende Mietwohnungen, zu wenig kulturelle Angebote außerhalb der Hauptsaison und nicht zuletzt ein fettes Minus von neun Prozent bei den Übernachtungszahlen bezogen auf den Zeitraum Januar bis September im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum – trotzdem ließen es sich am Mittwoch rund 50 Unternehmer in Dierhagen (Vorpommern-Rügen) schmecken. Eingeladen zur zweiten Auflage des Unternehmerfrühstücks hatte der Ausschuss zur Förderung von Tourismus, Handel und Gewerbe der Dierhäger Gemeindevertretung.

Dämpfer nach Höhenflug

Nach „sieben Jahren Höhenflug“ im Tourismus muss der Dierhäger Kurdirektor Stephan Fellmann in diesem Jahr einen Dämpfer wegstecken. Abgerechnet ist das Jahr zwar noch nicht, doch weist die amtliche Statistik für gewerbliche Betriebe, das sind Herbergen mit mindestens zehn Gästebetten, für Dierhagen einen Rückgang der Übernachtungszahlen um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Für Ahrenshoop wird demnach ein Plus von 4,9 Prozent gesehen, in Born ein Minus von gar 36,6 Prozent. Für Dierhagen sieht Fellmann die hohe Anzahl von Betten auf Campingplätzen als Grund für die starke Saisonalität. In Born gibt es außer den beiden Regenbogen-Camps kaum gewerbliche Vermieter. Vor allem das Wetter, so Fellmann, habe den Gastgebern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es habe im Sommer lediglich sechs „wirklich schöne“ Tag gegeben. Nicht einmal zeigte das Thermometer mehr als 30 Grad. Dass die Region bei den Urlaubern dennoch gut wegkommt, zeigt die Auszeichnung während des Landestourismustages: Von den Gästen wurden die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst am besten bewertet.

Blick in die Zukunft

Dann lenkte Fellmann den Blick in Richtung Zukunft. Da ist vor allem die Suche nach einem Markenkern für das Ostseebad wichtig. Zingst habe die Fotografie, Ahrenshoop die Kunst. Das Ostseebad Dierhagen möchte der Kurdirektor auf eine „sportliche Schiene“ setzen. Aktiv sein im Urlaub, Bewegung, Radfahren – so könnten auch die zum Teil weit auseinander liegenden Ortsteile Dierhagens irgendwie verbunden werden.Derzeit fehle es dem Ostseebad an einem touristischen Highlight. Aus dem Publikum raunte es allenthalben „Seebrücke“, Fellmann jedoch sah in diesem Zusammenhang eher einen Aussichtsturm an einem neuen Sport- und Freizeitzentrum, von dem Ostsee und Bodden gleichermaßen betrachtet werden könnten. Aber: Die Auseinandersetzung um die Bauruine in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße ziehe sich hin, wie Bürgermeisterin Christiane Müller (Linke) betonte. „Eigentlich haben wir das Objekt schon zurück.“ Allerdings wurde gegen das Urteil Widerspruch eingelegt, sodass die Angelegenheit nun beim Bundesverwaltungsgericht anhängig ist. Dort werde man sich aber nicht vor Mitte Februar kommenden Jahres mit der Sache beschäftigen.

Kritik an Erbbaupacht

Vor einem endgültigen Spruch in der Angelegenheit wird es in Dierhagen sogenannte elektronische Litfasssäulen geben. Darauf könnten dann aktuelle Angebote ausgegeben werden. Den Bau von Wohnungen nicht nur für ältere Einwohner des Ostseebades begrüßte auch Christiane Müller. So sei denkbar, nahe der Blocks weitere Wohnungen für jüngere Familien zu errichten. Günter Finhold warb um Grundstücke, die zweckgebunden für die Bebauung mit Mitarbeiterunterkünften zur Verfügung gestellt werden könnten. Aber nur auf Basis eines Erbaupachtvertrages, wie die Bürgermeisterin einschränkte und damit den Widerspruch Finholds herausforderte. So ein Grundstück, schätzte der Hotelier ein, würde niemand mit Mietwohnungen bebauen.Vor allem forderte Finhold zusätzliche kulturelle Angebote außerhalb der Saison. Er hatte schon eine Eisbahn als winterliches Alleinstellungsmerkmal vorgeschlagen, die erforderlichen 30 000 Euro selbst zusammengebracht

Eisbahn auf Wunschliste

9 Prozent beträgt das Minus bei den Übernachtungen in gewerblichen Betrieben mit mindestens zehn Gästebetten. Zugrunde liegt dieser Statistik der Zeitraum von Januar bis Ende September.

30 000 Euro kostet die Installation einer Eisbahn in Dierhagen. Damit könnte ein in der Region einzigartiges Winterangebot geschaffen werden. Der Hotelier Günter Finhold hatte sich die Bahn schon im vergangenen Jahr gewünscht und die Kosten getragen.

Timo Richter

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