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Ins „Café Delwall“ zieht neues Leben ein

Ribnitz-Damgarten Ins „Café Delwall“ zieht neues Leben ein

Stillstand im Traditionshaus beendet: Am Sonnabend eröffnet Fleischerei mit Snackbar in der Langen Straße

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Anke Jenß-Hasse hat ihre Fleischei und Snackbar im ehemaligen Café Delwall im Jagdhausambiente eingerichtet.

Quelle: Anika Wenning

Ribnitz-Damgarten. Es ist ein Haus mit Tradition: 1907 eröffnete in der Langen Straße in Ribnitz-Damgarten das Café Delwall. Generationen kauften dort zum Geburtstag und anderen Festen ihre Torten – gerne die Klassiker Schoko-Sahne-Kirsch- und die Bananentorte – und Stammkunden trafen sich regelmäßig zum Plausch bei Kaffee und einem Stück Torte. Doch vor mehr als zwei Jahren, im Juni 2014, gaben Katrin und Axel Delwall das Geschäft schweren Herzens auf (die OZ berichtete).

 

OZ-Bild

Die Fassade und das Dach des ehemaligen Traditionscafés werden derzeit saniert.

Quelle: Carolin Riemer

So eine Chance läuft einem wahrscheinlich nur einmal über den Weg und ich habe sie ergriffen.“Anke Jenß-Hasse,

Inhaberin „Springender Hirsch“

Nach der Schließung des Traditionscafés stand das Gebäude lange Zeit leer. Nun soll wieder Leben einziehen. Am Sonnabend eröffnet Anke Jenß-Hasse die Fleischerei und Snackbar „Springender Hirsch“.

„Ich habe schon ganz viele Abdrücke von Nasen an der Scheibe, weil immer wieder Leute hineinschauen und wissen wollen, was hier passiert“, berichtet die 31-Jährige. Kein Wunder, denn dass im ehemaligen Café Delwall eine Fleischerei mit Imbiss eröffnen soll, stand schon einige Zeit fest. Bereits im Dezember vergangenen Jahres eröffnete die Alt Guthendorferin ihr Geschäft – allerdings nur zu einem Schnuppertag. Denn die junge Unternehmerin stand vor einem Problem. Für die Anschaffung der teuren Küchenmöbel und -geräte suchte die 31-Jährige nach einer Finanzierung. „Ich hatte nicht gedacht, dass es so schwierig wird. Mir wurden nicht nur Steine, sondern Felsbrocken in den Weg gelegt.“

Zwei Mal bekam Anke Jenß- Hasse von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) eine Absage. Die Begründung: Um als Existenzgründerin eine Förderung zu bekommen, müsse sie Fleischermeisterin sein. „Ich habe drei akademische Abschlüsse und habe seit 2012 bei meinem Vater gearbeitet und mich in alle Geschäftsbereiche eingearbeitet, aber das reichte der KfW nicht aus.“

Die 31-Jährige fragte bei Banken und Leasingunternehmen nach, doch auch hier hagelte es Absagen. Doch Anke Jenß-Hasse, die schon selbst in das Projekt Geld investiert hatte, wollte nicht aufgeben, denn sie war von dem Konzept überzeugt. „Die Lage ist einfach top und das Geschäft hatte einen guten Ruf. Außerdem mag ich alte Bauten sehr gerne“, sagt Anke Jenß-Hasse. Als sie das Angebot zur Miete der Fläche bekam, habe sie zwar kurz gezögert, da das Geschäft für eine Fleischerei mit Imbiss schon sehr groß sei, habe dann aber gleich zugesagt. „So eine Chance läuft einem wahrscheinlich nur einmal über den Weg und ich habe sie ergriffen“, erklärt sie. Beim dritten Anlauf im Juli dieses Jahr bekam die Existenzgründerin dann doch die Zusage der KfW. „Danach musste ich aber natürlich auch erst einmal wieder die Küchenmöbel und -geräte neu bestellen.“

Und während im Erdgeschoss die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung am Sonnabend getroffen werden, dominiert auch außen die Baustelle. „Wir haben die Chance genutzt und sanieren die Fassade und das Dach“, berichtet Michael Bienk von der Mbb Bauunternehmen GmbH. „Das Gebäude ist alt und es musste dringend etwas gemacht werden. Ende Oktober sind die Arbeiten abgeschlossen.“ Im Anschluss würden noch die Wohnungen im Obergeschoss renoviert, damit sie neu vermietet werden können.

Eine kleine Erinnerung ans Café Delwall hat Anke Jenß-Hasse übrigens trotz des großen Umbaus und der Renovierungsarbeiten noch gelassen. Die Bauarbeiter haben von einem der Balken an der Decke alle Farbschichten entfernt. „Ich wurde schon gefragt, ob ich das so lassen möchte, aber das ist doch ein Stück Erinnerung“, meint die 31-Jährige.

Vier Generationen

1907 eröffnete der Urgroßvater von Axel Delwall in der Langen Straße 24 in Ribnitz-Damgarten das Café Delwall. Vier Generationen arbeiteten in dem Traditionscafé. 2001 übernahmen Axel Delwall und seine Frau Katrin den Betrieb.

Bis zu sechs Angestellte arbeiteten zu Höchstzeiten in den 1980er Jahren im Ribnitzer Café. Zuletzt war nur noch eine Angestellte bei Katrin und Axel Delwall beschäftigt. Am 27.

Juni 2014 öffnete die Konditorei zum letzten Mal, seitdem standen die Räume leer.

Am Sonnabend eröffnet Anke Jenß-Hasse von 7 bis 18 Uhr die Fleischerei und Snackbar „Springender Hirsch“.

Anika Wenning

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