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Kompostieranlage: Neue Preise bei Kunden kaum bekannt

Ribnitz-Damgarten/Körkwitz Kompostieranlage: Neue Preise bei Kunden kaum bekannt

Jährlich werden rund 2000 Tonnen Gartenabfälle in Körkwitz angeliefert

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Jedes Jahr werden rund 2000 Tonnen Laub, Baum- und Heckenschnitt und anderes Material, vor allem aus Privatgärten, zur Kompostieranlage Körkwitz gebracht. Unser Foto: Christian Flagel schichtet neu angeliefertes Material mit einem Radlager zu einer Miete auf.

Quelle: Foto: Edwin Sternkiker

Ribnitz-Damgarten/Körkwitz. Im Winter geht es zwar etwas ruhiger auf der Kompostieranlage Körkwitz zu, aber über Mangel an Arbeit können sich David Plackmeier und sein Kollege Christian Flagel, sie sind Mitarbeiter des Vereins zur Förderung der Arbeit und Qualifizierung, dennoch nicht beklagen. Mal rollt ein Auto nebst Anhänger eines Hausmeisterservices mit einer größeren Fuhre an, mal ist es ein Rentner, der nur einen Sack mit Laub vom vergangenen Jahr bringt. „Nicht jeder unserer Kunden hat mitbekommen, dass die Inanspruchnahme der Kompostieranlage mit Beginn dieses Jahres teurer geworden ist“, erzählt David Plackmeier.

OZ-Bild

Jährlich werden rund 2000 Tonnen Gartenabfälle in Körkwitz angeliefert

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Hintergrund: Über viele Jahre konnten die Einwohner von Ribnitz-Damgarten ihre Gartenabfälle in der Kompostieranlage Körkwitz kostenlos abgeben. Das änderte sich im Mai 2015, nachdem die Stadtvertretung einer Änderung der Entgeltordnung zugestimmt hatte. Seit dieser Zeit zahlen die Bernsteinstädter für diese Dienstleistung, so wie das bei auswärtigen Nutzern seit 2004 bereits der Fall war. Im Dezember vorigen Jahres haben die Stadtvertreter eine veränderte Entgeltordnung beschlossen. Sie ist auf der Homepage der Stadt einsehbar. Sie sieht vor, dass für die Annahme von kompostierbarem Material pro Kubikmeter 10 Euro zu zahlen sind. Vorher waren es 6 Euro. Das Mindestentgelt für kompostierbares Material liegt nach der neugefassten Entgeltordnung vom 7. Dezember 2016 bei vier Euro. Zuvor waren es für Ribnitz-Damgartener ein und für auswärtige Kunden drei Euro.

„Einige Kunden, die noch nicht mitbekommen haben, dass die Entsorgung ihrer Gartenabfälle teurer geworden ist, runzeln zunächst zwar mit der Stirn, aber nachdem wir mit ihnen geredet haben, akzeptieren die meisten das“, berichtet David Plackmeier.

Mit der Erhöhung der Entgelte sollen die erheblichen Zuschüsse, die die Stadt leistet, reduziert werden. Im vorigen Jahr waren es unterm Strich immerhin über 70 000 Euro. Die hohen Zuschüsse hängen unter anderem mit den gestiegenen Betriebs- und Unterhaltungskosten für die Anlage zusammen. So hat die Stadt viel Geld in neue Technik gesteckt. Von 2011 bis 2015 wurden immerhin 223 500 Euro investiert.

Und auch die Personalkosten sind gestiegen. Grund dafür: Nachdem die geförderte Beschäftigung immer weiter zurückgefahren werden musste und ab September 2014 schließlich keine Ein-Euro-Jobber mehr eingesetzt werden konnten, mussten feste Arbeitskräfte eingestellt werden.

Hinzu komme, so erläutert Rathausmitarbeiter Michael Kresin, dass die Stadt seit diesem Jahr auch verpflichtet sei, Mehrwertsteuer zu erheben. Auch wenn der Service der Kompostieranlage teurer geworden ist, für die Stadt bleibt sie dennoch ein Zuschussgeschäft.

Um die 2000 Tonnen Laub, Baum- und Heckenschnitt sowie anderes Material, vor allem aus Privatgärten, landen jedes Jahr auf der Anlage. Bevor fix- und fertiger Kompost die Anlage verlassen kann, muss eine Menge Arbeit investiert werden. Hierzu gehört vor allem das Umsetzen der Mieten. In welchen zeitlichen Abständen das geschieht, bestimmen unter anderem Außentemperaturen und Niederschlagsmengen.

In den Mieten wird es übrigens richtig heiß. „Auf bis zu 70 Grad können die Temperaturen im Inneren ansteigen“, erläutert Kresin. Um eine gleichbleibend gute Qualität zu sichern, werden übrigens zweimal pro Jahr Kompostproben an die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt Rostock geschickt und dort untersucht. Im Focus stehen unter anderem Nährstoffanteil und solche Bestandteile wie Blei, Kadmium, Kupfer, Stickstoff, Nickel und Zink. Insgesamt sind es 50 Stoffe, die unter die Lupe genommen werden.

Seit 1998 in Betrieb

Die Kompostieranlage Körkwitz wurde am 1. Januar 1998 in Betrieb genommen. Sie war ein Projekt des zweiten Arbeitsmarktes. Von 1998 bis Mai 2010 wurden hier ausschließlich Mitarbeiter des zweiten Arbeitsmarktes eingesetzt, sodass für die Stadt Ribnitz-Damgarten keine zusätzlichen Personalkosten anfielen. Im Laufe der Jahre wurde die geförderte Beschäftigung bis auf Null zurückgefahren. Jetzt sind hier drei festangestellte Mitarbeiter ohne Lohnkostenzuschüsse tätig. Bis 2003 konnten nur Bürger der Stadt Ribnitz-Damgarten die Anlage unentgeltlich nutzen. Ab 2004 durften das für entsprechendes Entgelt auch auswärtige Bürger. Seit Mai 2015 zahlen auch die Ribnitz-Damgartener für diesen Service.

Edwin Sternkiker

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