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Tonnenweise weiße Wäsche läuft in Damgarten übers Band

Ribnitz-Damgarten Tonnenweise weiße Wäsche läuft in Damgarten übers Band

Ina Puhlmann betreibt eine Wäscherei als Familienbetrieb / 300 Tourismus-Kunden von Hamburg bis Rügen / Viele der 50 Mitarbeiter sind von Beginn an dabei

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Geschäftsführerin Ina Puhlmann vor einem Berg frisch gewaschener und getrockneter Stücke aus der Waschstraße.

Ribnitz-Damgarten. Weiße Wäsche am fließenden Band: In der Hochsaison werden bei der Reiner Reinigung und Wäscheservice GmbH in Damgarten täglich 20 Tonnen Wäsche gereinigt. „Angefangen haben wir 1992 mit drei Tonnen am Tag im Jahresdurchschnitt“, berichtet Geschäftsführerin Ina Puhlmann. „Wir arbeiten in der Saison im Schichtbetrieb. Um halb drei nachts fangen wir mit dem Waschen an.“

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Ina Puhlmann betreibt eine Wäscherei als Familienbetrieb / 300 Tourismus-Kunden von Hamburg bis Rügen / Viele der 50 Mitarbeiter sind von Beginn an dabei

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Während in der Anfangszeit vor allem Privatleute zu den Kunden zählten, konnte das Unternehmen immer mehr Hotels gewinnen. Mittlerweile gebe es rund 300 Kunden aus dem Tourismusbereich. „Unser Einzugsgebiet reicht von Hamburg bis Rügen, wobei der Anteil der Hamburger Kunden rückläufig ist. Mit den Mautgebühren ist es für so weite Wege nicht mehr rentabel“, sagt die 55-Jährige.

Die Wäsche – unter anderem Bettbezüge, Frotteehandtücher und Tischdecken – wird in Gitterwagen geliefert. Sie sind mit einem Barcode versehen, der nur von einem Mitarbeiter gescannt werden muss, um die wichtigsten Kundendaten abrufen zu können. Die Stücke werden dann über ein Band in einem langen Tunnel – Waschstraße genannt – befördert, gereinigt, mit einer Hochleistungspresse entwässert und getrocknet. „In einer Stunde schaffen wir mehr als eine Tonne“, sagt die Chefin. Im Anschluss kommen die Wäschestücke in die Mangel und werden ordentlich gefaltet.

Damit in der Hochsaison alles reibungslos läuft, muss jeder Handgriff sitzen. „Etwa die Hälfte unserer Mitarbeiter sind von Anfang an dabei. So ein eingespieltes Team ist natürlich super“, sagt die Geschäftsführerin. Wobei sich die Arbeitsbedingungen seit der Betriebseröffnung natürlich deutlich verändert hätten. „Wir haben in den 24 Jahren sehr viel investiert, ungefähr fünf Millionen Euro stecken im Betrieb“, berichtet Ina Puhlmann. Anfangs seien die Mitarbeiter bei neuen Maschinen meist skeptisch, aber schnell würde die Arbeit wieder reibungslos funktionieren. „Man muss sich immer erst an die neuen Bedingungen gewöhnen.“

Als Ina Puhlmann 1992 gemeinsam mit einem Geschäftspartner, der den Betrieb vor etwa zehn Jahren verließ, die Wäscherei von der Treuhand erwarb, seien die Bedingungen katastrophal gewesen. Auch die Konkurrenz, vor allem aus Polen, war groß. „Und wir sind mit null Euro Eigenkapital gestartet“, berichtet die Chefin, die Wirtschaftswissenschaften studiert hat und nach der Wende zunächst bei einem Unternehmensberater arbeitete. Doch der Wäscheservice aus Damgarten setzte sich im Laufe der Zeit durch. Mittlerweile ist die Firma zu einem Familienunternehmen geworden. Ina Puhlmann leitet es gemeinsam mit ihrem Sohn Stefan. Schwiegertochter Alexandra Puhlmann macht die Buchhaltung.

Für Privatkunden hat der Wäscheservice einen Extrabereich. „Hier stehen kleinere Waschmaschinen“, berichtet Ina Puhlmann. Expandieren wolle das Unternehmen nicht. „Wir möchten unseren individuellen Service behalten. Jeder kennt jeden und wir haben einen direkten Kontakt zu unseren Kunden. Genau das zeichnet uns aus. Das ist bei großen Konzernstrukturen nicht gegeben.“

50 Mitarbeiter sind im Jahresschnitt bei der Reiner Reinigung und Wäscheservice GmbH angestellt. „In der Saison arbeiten bei uns Studenten aus Georgien. Viele kommen jedes Jahr wieder. Es sind Lehramts- oder auch Medizinstudenten“, sagt die Geschäftsführerin. „Erst durften sie für zwei Monate hier bleiben, jetzt sogar etwas länger. Sie verdienen sich Geld, um sich ihr Studium zu finanzieren.“ Der Kontakt sei vor fünf, sechs Jahren über eine Arbeitsvermittlungsfirma zustande gekommen. „Bislang haben wir die Studenten im Schloss Pütnitz untergebracht. Im vergangenen Jahr haben wir eine Immobilie gekauft und Wohnungen für Saisonarbeiter gebaut.“

Ein Problem sei es, neue Mitarbeiter anzuwerben. „Es ist eine körperlich sehr schwere Arbeit, vor allem für die Mitarbeiter, die an der Waschstraße arbeiten. Zehn Tonnen Wäsche alleine zu bewegen, ist anstrengend. Und im Sommer ist es sehr warm“, sagt Ina Puhlmann. „In den ersten Jahren hatten wir noch vier bis fünf Auszubildende. Momentan haben wir nur noch einen. Mittlerweile wird es immer schwieriger, junge Mitarbeiter zu gewinnen. Durch den Mindestlohn sinkt die Motivation eine Ausbildung zu machen, erst recht wenn die Arbeit körperlich anstrengend ist. Diese Erfahrung machen auch andere Handwerksbetriebe.“

20 Tonnen am Tag

9 Lkw der Reiner Reinigung und Wäscheservice GmbH sind zwischen Hamburg und Rügen unterwegs. Die Fahrer holen die dreckige Wäsche – Bettbezüge, Bettlaken, Handtücher und Tischdecken – beim Kunden ab und liefern sie sauber wieder aus.

Etwa 300 Kunden aus dem touristischen Bereich – Hotels, Zimmervermittlungen und Ferienwohnungsbetreiber – hat das Unternehmen aus Ribnitz-Damgarten. In der Hochsaison werden 20 Tonnen Wäsche am Tag gereinigt.

Anika Wenning

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