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1134 Spender wollen schwer kranker Sylvie helfen

Stadtmitte 1134 Spender wollen schwer kranker Sylvie helfen

Organisatoren freuen sich über großen Andrang bei der Typisierungsaktion im Hotel Radisson Blu / 15 000 Euro landen im Spendentopf / Warten auf Laborergebnisse

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Ivo Slavchev (r.), Basketballer bei den Seawolves, gibt eine Blutprobe für die DKMS-Datenbank bei Arzt Dr. Erik Reuter ab. Fotos (3): Ove Arscholl

Stadtmitte. Großer Andrang im Hotel Radisson Blu: Viele sind am Sonnabend gekommen, um der schwer kranken Rostockerin Sylvie Horack (39) zu helfen. 1134 beteiligten sich an der Aktion „Der Norden für Sylvie“ und haben sich als potenzielle Spender registrieren lassen. 15000 Euro sind zudem im Spendentopf gelandet. „Alle, die heute hier sind, um Sylvie zu helfen, sind einfach großartig“, sagt die engste Freundin Kristin Golombek (42). Zusammen mit 90 Helfern hat sie die Veranstaltung organisiert und durchgeführt.

Kurz vor Weihnachten hat die 39-jährige Sylvie Horack die Schockdiagnose erhalten: Blutkrebs. Seitdem hat sie die meiste Zeit in der Rostocker Uniklinik zugebracht und schon zwei Chemotherapien durchgestanden — die dritte steht kurz bevor. Die Rostockerin braucht nun dringend gesunde Stammzellen von einem passenden Spender. Am Sonnabend hat sie sich für einige Minuten selbst von der großen Anteilnahme überzeugt. Schon auf der Fahrt zum Hotel steht sie in ständigem Kontakt mit ihrer Freundin. „Die Freude ist riesig. Ich bin überwältigt von dem enormen Zulauf“, lässt sie übers Telefon übermitteln.

Wer zur Typisierungsaktion gekommen ist, muss nicht viel Zeit einplanen. „Innerhalb von knapp zehn Minuten ist alles erledigt“, sagt Golombek. Der Ablauf: Zuerst werden die Daten aufgenommen. Nachdem die Einverständniserklärung ausgefüllt ist, werden fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Danach können sich die Spender am Buffet stärken.

Helferin Sabine Hamann verteilt den „Der-Norden-für-Sylvie-Kuchen“ und Bockwürste. Auch Kaffee schenkt sie ein. Die Rostockerinnen Jessica Schröder und Janina Drews greifen zu. „Wir haben von Freunden, Kollegen und aus der OZ von der Typisierungsaktion erfahren. Wir mussten nicht überlegen hierherzukommen. Ich habe auch fest damit gerechnet, dass viele Rostocker diesem Aufruf folgen werden“, sagt Janina Drews.

Die Warnemünderin Susann Gerlach (45), die mit Freund Bernd Block (42) zum Radisson Blu gefahren ist, hatte schon lange vor, sich typisieren zu lassen. „Ich habe nie Zeit dafür gefunden. Heute hat es endlich geklappt“, sagt sie und lobt die Organisation der Typisierungsaktion. „Die Helfer waren gut vorbereitet und haben sich Zeit für die Spender genommen.“

Auch viele Sportler der Hansestadt ließen sich Blut abnehmen. Mit bestem Beispiel gingen die Basketballer der Rostocker Seawolves voran. Nach einer Trainingseinheit reiste das komplette Team an.

„Ehrensache“, sagt der Sportliche Leiter, Jens Hakanowitz (36), der sich schon vor einem Jahr typisieren ließ. „Wir haben im Vorfeld auf unserer Internetseite zum Spenden aufgerufen. Wir konnten dadurch viele Fans erreichen“, sagt Hakanowitz. Mit der gleichen Aktion waren auch die Inline-Hockeyspieler der Nasenbären erfolgreich.

Bereits vor zwei Wochen fand eine ähnlich große Aktion an der Ostseeküste statt. Hier wurde für Sylvies Leidensgefährtin und Bettnachbarin Anne Schielke (29) aus Wismar zur Typisierungsaktion aufgerufen. 876 Menschen haben sich dort registrieren lassen. Für Anne wurde bereits ein Spender gefunden.

Chance 1 : 20 000

Nur ein Drittel der Patienten, die an Blutkrebs erkrankt sind, findet innerhalb der Familie einen geeigneten Stammzellspender. Der Großteil benötigt einen nicht verwandten Spender.

Die Wahrscheinlichkeit , einen passenden Spender außerhalb der eigenen Familie zu finden, liegt bei 1 zu 20 000 bis 1 zu mehreren Millionen. Unter Umständen findet sich auch unter mehreren Millionen niemand.



Mathias Otto

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Rostock
Ivo Slavchev (r.), Basketballer bei den Rostocker Seawolves, gibt eine Blutprobe für die DKMS-Datenbank bei Arzt Dr. Erik Reuter ab.

90 Helfer beteiligen sich an Typisierungsaktion „Der Norden für Sylvie“. Die Rostockerin braucht dringend gesunde Stammzellen von einem Spender.

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