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25 Jahre Arbeit für kulturelle Vielfalt in Rostock

Kröpeliner-Tor-Vorstadt 25 Jahre Arbeit für kulturelle Vielfalt in Rostock

Migrantenrat feiert Jubiläum / Integration von Zugewanderten bleibt Aufgabe

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Der aktuelle Rostocker Migrantenrat bei der Feier zum 25-jährigen Bestehen des Gremiums.

Quelle: Foto: Thomas Niebuhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Bei der Gründung war er noch der Ausländerbeirat, doch dann änderte sich der Sprachgebrauch. Heute heißt das Gremium Migrantenrat. Die Aufgaben und Probleme sind die oft die gleichen wie 1992, nämlich sich aktiv in das politische Geschehen einzubringen und sich für die Integration von Menschen aus anderen Ländern einzusetzen. Gestern feierte die Rostocker Migrantenvertretung im Waldemarhof das 25-jährige Bestehen mit zahlreichen Gästen.

 

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„„Solange es Diskriminierung von Minderheiten und Ausländer- feindlichkeit gibt, ist so eine Organisation notwendig.“Rubén Cárdenas Carbajal Geschäftsführer Migrantenrat

Neun Mitglieder werden gewählt

9 Mitglieder werden alle fünf Jahre in den Migrantenrat gewählt. Wahlberechtigt sind alle ausländischen Einwohner, die mit einem Aufenthaltstitel in Rostock wohnen und am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben sowie seit mehr als drei Monaten mit Hauptwohnsitz

in Rostock angemeldet sind. Wahlberechtigt sind außerdem Doppelstaatler und eingebürgerte Spätaussiedler.

„Wir sind ein wichtiger Bestandteil der Stadtgesellschaft“, formuliert es der Vorsitzende Juri Rosov selbstbewusst. Alle fünf Jahre werden die neun stimmberechtigten Mitglieder gewählt. Der Rostocker Migrantenrat ist das einzige Gremium, das politische Teilhabe auf kommunaler Ebene ermöglicht, hebt Rubén Cárdenas Carbajal hervor, der die Migro-Geschäfte bereits seit 1995 führt.

Aktuell leben 12000 Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern in der Hansestadt. Sie machen etwa fünf Prozent der Bevölkerung aus und haben einen „großen Anteil an der kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt“, wie es Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke) formuliert. Natürlich müsse die Gründung des Ausländerbeirats im Oktober 1992 im Zusammenhang mit den rassistischen Ausschreitungen von Lichtenhagen gesehen werden. Seitdem habe sich einiges zum Besseren verändert, so Juri Rosov.

„Solange es Diskriminierung von Minderheiten und Ausländerfeindlichkeit gibt, ist so eine Organisation notwendig“, erklärt Rubén Cárdenas Carbajal. Der Migrantenrat werde auch in Zukunft noch eine wichtige Rolle spielen, sagt Juri Rosov, vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsdebatte. „Noch nie wurde in Deutschland so viel über Integration gesprochen. Das haben wir bei der Bundestagswahl gesehen.“

Auch bei der Vernetzung gegen Rechtsextremismus habe das Gremium eine wichtige Rolle. Rosov wie Cárdenas Carbajal heben aber auch die praktische Arbeit des Migrantenrats hervor, vor allem für interkulturelle Vielfalt. So wurde gestern beispielsweise das neue Buch „Migrantiando“ vorgestellt, in dem Zugewanderte aus vielen Ländern nicht nur ihre Kochrezepte präsentieren, sondern auch über ihren Weg in die Hansestadt und ihr Leben dort berichten. Zahlreiche multikulturelle Projekte brachten den Rostocker die Lebensweisen in anderen Ländern näher. „Wir haben Strukturen geschaffen, die eine bessere Partizipation ermöglichen“, freut sich Rubén Cárdenas Carbajal. Der Beitrag zur Vielfalt in der Stadt sei groß und dabei denkt er auch an die Vereine, die sich unter dem Dach des Waldemarhofs zusammengefunden haben. So ein interkulturelles Zentrum sei in einer Stadt wie Rostock auch keine Selbstverständlichkeit, betont der Migro-Geschäftsführer.

Die praktische Arbeit des Gremiums lobt Wolfgang Nitzsche und auch die politische, wie den Einsatz für eine dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern. „Die Stadt hat da eine Vorreiterrolle übernommen.“ Bei aller Wertschätzung für die Arbeit von Migro sei für den Bürgerschaftspräsidenten aber eines wichtig: „Der Migrantenrat kann eine wirkliche kommunalpolitische Teilhabe von Migranten nicht ersetzen“, sagt Nitzsche, was nichts anderes heißt: Es sei an der Zeit, ein echtes Kommunalwahlrecht einzuführen.

Thomas Niebuhr

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