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300 000 Euro Jahresbeiträge: Rostock zahlt freiwillig

300 000 Euro Jahresbeiträge: Rostock zahlt freiwillig

In 61 Vereinen, Verbänden und Institutionen ist die Hansestadt Fördermitglied / Die Mitgliedschaften sind hauptsächlich freiwillig / Doch die Beiträge steigen

Stadtmitte Mehr als 300 000 Euro hat Rostock allein im vergangenen Jahr für die Mitgliedschaft in Vereinen, Institutionen und Verbänden ausgegeben. Dabei tritt die Hansestadt überwiegend als freiwilliger Förderer in Aktion. Lediglich in drei von insgesamt 61 Fällen ist Rostock gesetzlich dazu verpflichtet.

„Die Gründe für freiwillige Mitgliedschaften sind vielfältig und richten sich nach dem Interesse der Ämter“, sagt Anne Hammer von der Stadt Rostock. So sichert sich zum Beispiel das Rechnungsprüfungsamt durch seine Mitgliedschaft im „Institut für Rechnungsprüfer“ die Teilnahme an Tagungen und den Austausch über aktuelle Informationen.

Während die Stadt dafür jährlich 50 Euro zahlt, gibt es jedoch einige „Kostentreiber“ die ein Vielfaches einfordern. Allein für den Städte- und Gemeindetag MV hat Rostock im vergangenen Jahr rund 100000 Euro zahlen müssen. Auch für den Deutschen Städtetag wurde ein Beitrag von mehr als 70000 Euro berechnet. „Das sind Spitzenverbände, die eine besondere Bedeutung für die gesamte Stadtverwaltung haben“, urteilt Anne Hammer. Gerade der Städte- und Gemeindetag biete seinen Mitgliedern eine umfassende Beratung und Betreuung in allen Gebieten des öffentlichen Lebens.

Dabei sind diese Ausgaben in den vergangenen Jahren gestiegen. 2014 wurden für sämtliche Mitgliedschaften noch 295 000 Euro gezahlt — rund 19 000 Euro weniger als im Folgejahr. „Das liegt daran, dass einige Vereine Beitragssätze je Einwohner berechnen“, so Anne Hammer. Da die Zahl der Rostocker gestiegen ist, wurden einige Beiträge angepasst. „Daher ist zum Teil davon auszugehen, dass sie auch in den kommenden Jahren steigen werden.“

Berthold Friedrich Majerus betrachtet dies mit Skepsis. „Man sollte im Hinblick auf die Anzahl der Vereine und die hohe Gesamtsumme alles genau überprüfen“, fordert der CDU-Chef. Steffen Wandschneider (SPD) erklärt jedoch, dass vor einigen Jahren genau dies geschehen sei. „Es wurde sehr kritisch geprüft und einige Mitgliedschaften wurden beendet.“ Erst seit rund zwei Jahren werde das Thema wieder positiver betrachtet. „Und das ist nicht verkehrt“, betont er. Auch Uwe Flachsmeyer (Grüne) spricht sich für die Mitgliedschaften aus. „Auch wenn vieles als freiwillig bezeichnet wird, so würde ein Austritt nicht nur dem Verband, sondern der Stadt schaden.“ Dem stimmt auch Eva-Maria Kröger (Linke) zu. „Mit dem Beitritt bei einem Verein zeigt die Stadt Gesicht.“ Mit einer Mitgliedschaft bekenne sie sich auch inhaltlich für ein Projekt.

Davon profitiert unter anderem die Deutsche Seemannsmission Rostock. „Der Beitrag, den die Stadt Rostock leistet, ist gar nicht hoch genug einzuschätzen“, sagt Seemannsdiakon Folkert Jansen.

Regelmäßig würden sie Zuschüsse von der Stadt erhalten. Nur dadurch seien sie in der Lage, ihr Personal zu finanzieren. „Es wäre vermessen zusätzlich noch einen Mitgliedsbeitrag zu erheben“, so Jansen. Die Seemannsmission ist eine von zehn Verbänden, die mit einem Jahresbeitrag von Null Euro unterstützt werden.

Von Johanna Hegermann

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