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509 Kilometer in vier Tagen: Radeln für krebskranke Kinder

Dierkow/Bentwisch 509 Kilometer in vier Tagen: Radeln für krebskranke Kinder

Gestern ist die Hanse-Tour Sonnenschein gestartet / 300 Teilnehmer fahren für die Initiative „Mike Möwenherz“ / Mehr als 4000 Euro aus Rostock und Bentwisch

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Gute Laune am frühen Morgen: Rund 300 Teilnehmer sind gestern zur Hanse-Tour Sonnenschein gestartet.

Quelle: Fotos: Philip Schülermann

Dierkow/Bentwisch. Wer viele Kilometer schaffen will, muss früh im Sattel sitzen. Es ist kurz vor 7 Uhr, als knapp 300 Radfahrer von der Rövershäger Allee in die Alt Bartelsdorfer Straße einbiegen. Die Laune ist trotz der Uhrzeit prächtig. Es ist kühl an diesem Mittwochmorgen, dem Auftakt zur 20. Auflage der Hanse-Tour Sonnenschein. Der erste kurze Stopp der kommenden Vier-Tage-Reise durch MV und Brandenburg: Gartencenter Grönfingers.

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Gestern ist die Hanse-Tour Sonnenschein gestartet / 300 Teilnehmer fahren für die Initiative „Mike Möwenherz“ / Mehr als 4000 Euro aus Rostock und Bentwisch

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509 Kilometer werden die Radfahrer in den nächsten Tagen zurücklegen – von Rostock über Demmin, Wittstock/Dosse, über Parchim und Schwerin zurück in die Hansestadt. Auf dem Weg sammeln sie Spenden für unheilbar kranke Kinder und deren Eltern.

Der erste Stopp dauert nur kurz, vielleicht auch wegen der Verspätung seit dem Start am Rostocker Hauptbahnhof. Eine kurze Ansprache, dann übergibt Lissy Hoppe vom Marketing des Gartencenters einen Scheck über 2000 Euro. Applaus, ab in den Sattel und weiter.

Das Tempo, mit dem sich die Kolonne in Richtung Norden aufmacht, ist beachtlich. Die Menge an Fahrern sieht beeindruckend aus. Begleitfahrzeuge, darunter ein Krankenwagen und ein Transporter, der die mobile Bühne zieht, fahren vorne und neben her. Hinten sichert ein Fahrzeug ab. „Fahrradkolonne“ warnt ein Schild am Heck – Überholen verboten.

„Ich arbeite in der Kinderdialyse“, erzählt Ines Martens am zweiten Halt in Bentwisch. Die 50-Jährige macht seit zehn Jahren bei der Hanse-Tour mit. Sie fährt für die kranken Kinder und deren Eltern, damit diese mal eine Auszeit bekommen. Denn mit Spenden könnten zum Beispiel Ferienlager finanziert werden. Die Tour ist für sie „eine Herausforderung“, sagt sie, die sie aber gern auf sich nehme.

Auf der mobilen Bühne vor dem Hansecenter in Bentwisch warten schon die Kinder aus dem Ort und empfangen die Radler mit Luftballons. Auf der Bühne steht Bürgermeisterin Susanne Stübing. „Die Fahrt ist eine besondere – für Menschen, die gerade nicht bei uns sein können“, sagt sie und wünscht den Teilnehmern, dass sie gut wieder in Rostock ankommen. 2125 Euro nehmen die Benefiz-Radler aus Bentwisch mit: 500 Euro gibt es jeweils von Hansecenter und Wirtschaftlicher Vereinigung, 1125 Euro von der Gemeinde.

Luis aus Bad Doberan ist das erste Mal dabei. Der Neunjährige ist der jüngste der Teilnehmer. Seit Wochen habe er trainiert. Mehr als hundert Kilometer am Stück ist er aber noch nicht gefahren. „Wenn man alles zusammenrechnet ist das sehr lang“, sagt er, bevor es wieder in den Sattel und Richtung Ribnitz-Damgarten geht.

Direkt neben dem jüngsten steht der älteste Starter, Siegfried Ebert, 83 Jahre, aus Sanitz. Für ihn sei es das zehnte und letzte Mal, dass er mitfahre. „Das Alter setzt Grenzen“, sagt er und lacht.

Warum er mitfahre? „Weil das eine gute Sache ist, krebskranke Kinder zu unterstützen“, sagt er noch schnell, bevor er aufsteigt und davonfährt.

Zum 20. Mal jährt sich das Radeln für einen guten Zweck. Und wie für Siegfried Ebert endet auch für Veranstalter Helmut Rohde eine Ära. Zum letzten Mal fährt er mit, zumindest als Chef der Truppe. Er gibt die Organisation auf. Damit soll die Tour ein anderes Gesicht bekommen – konzeptionell wie personell.

Man kennt sich. Viele Radler fahren seit Jahren zusammen. „Und man lernt neue Leute kennen“, sagt David Kohlstedt (32), der zusammen mit Schwester Deborah (23), Vater Matthias (57) und seinem Onkel Michael Jalowski (44) fährt. „Die Landschaft sieht vom Fahrrad ganz anders aus“, findet er. „Die Tour ist ein schöner Ausgleich.“ Für sie hat sich die Familie extra freigenommen.

Nach einer knappen halben Stunde Aufenthalt in Bentwisch setzt sich die Kolonne aus Radfahrern und Transportern wieder in Bewegung. Es braucht erstaunlich wenig Zeit, bis etwa 300 Teilnehmer in die Pedale treten. Hinter ihnen staut sich der Verkehr auf der B105 ein wenig. 23 Kilometer liegen vor ihnen, bevor sie den nördlichsten Punkt ihrer Tour erreicht haben. Bis nach Stavenhagen werden sie es heute noch schaffen. Dann werden sie 127 Kilometer im Sattel gesessen haben.

Philip Schülermann

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