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523 Knöllchen: Park-Chaos im Heideort

Rostock 523 Knöllchen: Park-Chaos im Heideort

Markgrafenheide zieht Saison-Bilanz: Einwohner bemängeln Falschparker besonders während der Hanse Sail.

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Einwohner aus Hohe Düne und Markgrafenheide werfen dem Kommunalen Ordnungsdienst der Hansestadt Rostock vor, nicht intensiv genug zu kontrollieren.

Quelle: Bernd Wüstneck

Rostock. Eigentlich wollte der Ortsbeirat Markgrafenheide am Mittwoch traditionell die Sommer-Saison auswerten. Doch während man sowohl die Tourismuszentrale als auch das Forstamt von einer ruhigen und durchschnittlichen Saison sprechen, stößt der Bericht des Ordnungsdienstes auf Missmut.

„Wir haben in dieser Saison vom 1. Juni bis zum 30. September 523 Verwarngeldangebote, also Knöllchen, ausgesprochen“, sagt Andreas Bechmann, Chef des Kommunalen Ordnungsdienstes der Hansestadt Rostock (KOD). Trotz dieser hohen Zahl würden Hohe Düne und Markgrafenheide damit nicht zu den Schwerpunkten gehören. Er spricht sogar von einer unauffälligen Saison. „Da haben wir in Rostock ganz andere Bereiche.“

Doch obwohl die Zahl der Knöllchen hoch klingt, werfen Einwohner dem Ordnungsdienst vor, längst nicht genug jenseits der Warnow zu kontrollieren. „Ich habe das Gefühl, in einem rechtsfreiem Raum zu leben“, so ein Besucher des Ortsbeirates. Gerade während der Hanse Sail würde hier Jahr für Jahr dasselbe Chaos herrschen. Einige Autos würden tagelang falsch parken und dennoch ohne Strafzettel davonkommen. „Für die Bürger ist es nicht verständlich, wenn sie diese Katastrophe sehen.“

Bechmann verteidigt jedoch sich und seine Mitarbeiter. „Natürlich möchten wir keine rechtsfreien Räume zulassen, aber die Hanse Sail ist nun einmal eine außergewöhnliche Veranstaltung. Wir können nicht überall sein“, so Bechmann. Zwar wolle er sich nicht hinter fehlenden Kapazitäten verstecken, dennoch betont er: „Wir haben nur begrenzte Ressourcen, und die müssen wir einsetzen, wo sie am meisten gebraucht werden.“ Und das sei gerade während der Hanse Sail nicht unbedingt in Markgrafenheide und Hohe Düne.

„In ganz Rostock gibt es generell eine Parkplatzverknappung. Die kann man ordnungstechnisch nicht stoppen“, sagt Andreas Bechmann. Dennoch wolle man im kommenden Jahr wieder mehr Saisonkräfte einsetzen. Denn während im Sommer 2016 noch zehn Politessen zusätzlich im Einsatz waren, seien es in dieser Sommersaison nur die Hälfte gewesen. „Aber das wird das Problem nicht in Gänze lösen.“

Auch Heiko Heyden, dem neuen Kontaktbeamten von Markgrafenheide, sind besonders die Falschparker aufgefallen. „Kriminalität ist in Markgrafenheide eigentlich gar nicht gegeben. Das polizeiliche Einschreiten war fast bei Null“, sagt der Polizist. Doch allein an einem Nachmittag hätten er und sein Partner 46 Falschparker gesehen. Da die Polizei eigentlich nur für fahrenden Verkehr zuständig sei, gab man dem KOD Bescheid. „Sagen wir es mal so, die Priorität scheint eher in Warnemünde zu liegen“, sagt Heyden vorsichtig. Im Endeffekt hätten die Polizisten selbst die Knöllchen verteilt. „Aber das kann nicht das Ziel sein, dass die Polizei Parkverstöße ahndet.“ Hier widerspricht der Chef des Ordnungsamts jedoch dem Polizisten. „Die Zuständigkeit liegt ebenfalls bei der Polizei. Da sitzen wir alle im selben Boot.“

Im Endeffekt sei man jedoch auf einem guten Weg, ist sich Bechmann sicher. „Gerade Veranstaltungen wie die Hanse Sail sind nicht nur für die Verwaltung eine Herausforderung, sondern auch für die Bürger“, beschreibt er noch einmal die besondere Situation. Das Gefühl, dass man auch im Gesamtjahr weniger kontrolliere, könne er jedenfalls konsequent zurückweisen. „Die Einnahmen steigen. Jedes Jahr werden mehr Knöllchen verteilt und mehr Autos abgeschleppt.“

28 Kontrolleuere beim KOD

114 000 zugelassene Fahrzeuge gibt es laut Angaben des Chefs des Kommunalen Ordnungsdienstes in Rostock. Hinzu kommen Urlauber, die nicht nur in der Saison im Stadtgebiet nach einem Parkplatz suchen.

Seit 2015 sind 28 Kontrolleure beim KOD im Einsatz, fünf weitere im Innendienst. 2016 habe man zehn Saisonkräfte zusätzlich im Sommer eingesetzt, in diesem Jahr seien es nur die Hälfte gewesen. In der Saison 2018 wolle man jedoch wieder mehr Arbeitskräfte beschäftigen.

Johanna Hegermann

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