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600 Bürger beim Mega-Picknick

Stadtmitte 600 Bürger beim Mega-Picknick

Erster Brunch unter freiem Himmel am Uni-Platz kommt gut an. Der Erlös geht an Rostocker Grundschulen.

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Karin Pingel (v. r.), Vorsitzende Kreisverband Europaunion Deutschland, und Verbandsmitglieder brunchen für die Schüler.

Stadtmitte. Riesenpicknick auf dem Uni-Platz: Etwa 600 Rostocker haben beim ersten Bürgerbrunch der Hanseatischen Bürgerstiftung Rostock mitgemacht. Mit Salaten, Marmeladengläsern sowie geschnittenem Obst und Gemüse deckten sie ihre Tische und unterstützen damit fünf Projekte an Rostocker Grundschulen. Für 80 Euro konnten die Bürger Tische für acht Personen reservieren lassen. Brötchen gab es frisch vom Bäcker, der Rest wurde selbst mitgebracht.

Tomaten, Radieschen, Eier, Gurke und Spieße mit Klopsen und Käse: Der Tisch der Europaunion Deutschland Kreisverband Rostock ist reich gedeckt. „Jeder hat was mitgebracht“, sagt Vorsitzende Karin Pingel. Sogar Kekse aus Eigenproduktion und selbst gekochte Marmelade stehen auf dem Tisch. Konfitüre mit Blaubeergeschmack oder Birne-Ingwer kommt auf das Brötchen. „Ich finde es gut, dass konkret für eine Sache gespendet wird“, sagt Pingel. „Da wollten wir dabei sein.“

Eine paar Tische weiter wird die Marzipan-Erdbeer-Torte angeschnitten. Die hat Karin Frank extra für den Bürgerbrunch gebacken. „Es ist schön hier. Drum herum ist alles gut organisiert. Die Musik ist super, und die Kinder haben eine Beschäftigung“, sagt Frank.

Die kleinen Picknicker können sich beim Mitmachzirkus austoben. Dort übt sich der fünfjährige Mahi im Tellerdrehen. „Das habe ich schon öfter gemacht“, verrät er und zeigt, was er drauf hat.

Der orangefarbene Teller dreht sich blitzschnell auf dem Stock. Jörg Schneider vom Zirkus Fantasia reicht ihm einen zweiten. „Es ist gut, dass hier was für Kinder ist. Ich hatte schon die Malbücher eingepackt“, sagt Mutter Virginie Gruchow. Ihr gefällt der Bürgerbrunch. Private Picknicks macht sie eher weniger. „Man geht selten in den Park und setzt sich hin“, erzählt sie.

Ganz anders Ines Weihs. „Wir gehen ab und an mal picknicken. Das letzte Mal waren wir am Kringelgraben“, sagt die 47-Jährige und hat sich dafür extra Geschirr zugelegt. Zusammen mit den Kollegen von der Beruflichen Schule Technik Rostock sitzt sie am reich gedeckten Tisch. Zwischen Aufschnitt, Thunfischsalat und Obst steht Erdbeer-Rhabarber-Marmelade. „Die ist selbst gemacht nach alter Rezeptur“, verrät Gerhard Warncke und reicht die Marmelade über den Tisch. Die Stimmung ist ausgelassen. „Die Idee vom Bürgerbrunch finde ich sehr gut. Es ist nett, mit Freunden zu frühstücken und damit Gutes zu tun“, sagt Weihs.

Das Geld geht an Grundschulen, die sich bei der Bürgerstiftung zuvor mit ihren Projekten beworben hatten. So nutzt die Grundschule „Kleine Birke“ in Lütten Klein das Geld, um Geräte für ihr Projekt „Bewegte Pause“ anzuschaffen. Benötigt werden beispielsweise Schwungtücher und Pedalos. Die Schule am Mühlenteich in Evershagen hat eine Mathe-AG. „Die brauchen Knobelkästen und geometrische Bausätze, um besseres Lerntraining anzubieten“, sagt Juliane Bombeck von der Bürgerstiftung.

Die Sprachheilschule am Alten Markt plant im September ein Zirkusprojekt und das Förderzentrum Danziger Straße möchte von dem Geld ein I-Pad kaufen. „Die Schüler mit Beeinträchtigung brauchen eine besondere Förderung. Viele von ihnen können mit einem I-Pad besser schreiben als mit einem Stift“, erläutert Bombeck. Auch das Schulzentrum Paul-Friedrich Scheel in der Südstadt wird unterstützt.

Wolfgang Grieger, Vorstand der Stiftung, ist zufrieden. „Ich gehe davon aus, dass wir den Brunch nächstes Jahr wiederholen“, sagt er und freut sich: Viele Bürger und Unternehmen konnten zwar nicht am Bürgerbrunch teilnehmen, haben die Schulprojekte dennoch finanziell unterstützt.

Bürgerstiftung
Die Hanseatische Bürgerstiftung Rostock wurde 2005 gegründet. Jährlich unterstützt sie soziale und kulturelle Projekte in der Stadt. So wurden in den vergangenen Jahren Schulen mit Büchern, Musikinstrumenten und Computern ausgestattet. Das spiegelt auch das Hauptanliegen der Stiftung wider: für den Nachwuchs sorgen. Auch in anderen Städten wie Münster und Braunschweig gibt es Bürgerstiftungen. In Mecklenburg-Vorpommern ist Rostock die erste Stadt, die Projekte in dieser Form unterstützt.

 

Anja Levien

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Rostock
Speisen für den guten Zweck: Bürgerbrunch  in Rostock.

Für 80 Euro konnten die Rostocker einen Tisch reservieren und daran selbst zubereitetes Essen verzehren. Mit den Erlösen werden fünf Projekte an Rostocker Grundschulen unterstützt.

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