Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
799 Jahre Stadtrecht: Rostock feiert Jubiläum mit Rundgang

Östliche Altstadt 799 Jahre Stadtrecht: Rostock feiert Jubiläum mit Rundgang

Mehr als 200 Besucher / Stadt erhält eigene Briefmarke und Gedenkmünze

Voriger Artikel
Von Staatstrojanern und Bartträgern
Nächster Artikel
Andreas Raelert gewinnt Schlosstriathlon

Mit historischen Gewändern als „Stadtsoldaten“ verkleidet, begleitet die Schützengesellschaft Concordia von 1848 den Stadtrundgang.

Östliche Altstadt. In historischen Gewändern begrüßen Rostocks „Stadtsoldaten“ die mehr als 200 Besucher vor der St. Petrikirche. Drinnen führen Schauspieler in mittelalterlichen Kostümen das Stück „Slüters Hochzeit“ auf. „Dies ist ein ganz besonderer Ort. Denn hier in der Petrikirche predigte nicht nur Joachim Slüter (1490-1532) und legte den Grundstein für die Reformation in Rostock. Hier entstand auch die Siedlung, auf deren Stadtgründung wir uns mit unserem Jubiläum beziehen“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR). Wegen der neuesten archäologischen Funde am Primelberg fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wer weiß, welches Jubiläum wir bald noch feiern können.“ Denn die Ausgrabungen legen nahe, dass Rostock älter ist, als bisher angenommen.

OZ-Bild

Mehr als 200 Besucher / Stadt erhält eigene Briefmarke und Gedenkmünze

Zur Bildergalerie

Fakt aber bleibt: Am 24. Juni 1218 wurde Rostock das lübische Stadtrecht verliehen. Auf den Tag genau 799 Jahre später haben der OB und die Interessengemeinschaft „Historischer Stadtrundgang zum Stadtgeburtstag“ am Sonnabend nun zu einem festlichen Rundgang eingeladen. Die Petrikirche ist die erste von sieben Stationen, an denen das Stadtjubiläum und 500 Jahre Reformation in Rostock gewürdigt werden.

Es geht um die Vergangenheit. Doch Methling wirft auch schon einen Blick voraus: Zu ihrem 800. Geburtstag werde die Hansestadt im kommenden Jahr eine eigene Briefmarke und eine 20-Euro-Gedenkmünze aus 925er Silber erhalten, verriet er. „Das hat es in Deutschland noch nicht gegeben“, sagt Methling. Es sei unglaublich, welchen Ruf sich Rostock erarbeitet habe. Er wisse auch schon, welcher Spruch auf der Münze zu lesen sein werde, so der OB weiter. „Ich bin jedoch noch zum Schweigen verdonnert.“ Methling verrät nur so viel: „Es ist ein Spruch, den alle Rostocker sehr gut kennen.“

Von der Petrikirche führt der Rundgang zum früheren St. Katharinen Kloster, in dem heute die Hochschule für Musik und Theater sitzt. Die weiteren Stationen sind das Rathaus, die St. Marienkirche, der Heiligengeisthof, der Platz vor dem Uni-Hauptgebäude und das Kulturhistorische Museum.

An allen Haltepunkten gibt es Kurzbeiträge zu Rostocks Stadtgeschichte und zur Reformation. Innenstadtpastor Reinhard Scholl erläutert richtungsweisende Grundsätze Luthers, der ein Perfektionist gewesen sei. Er wollte vollkommen frei von Sünde sein, habe aber erkannt: „Ich kann machen, was ich will. Ich genüge nicht. Ich bleibe Mensch“, sagt Scholl. Luthers Schlussfolgerung daraus sei gewesen, dass jeder, der lebt und arbeitet, Fehler machen dürfe. Denn: „Gott schenkt jedem die Freiheit und den Mut zur Lücke“. Diese Erkenntnis habe die Welt und sogar Mecklenburg-Vorpommern verändert, so der Pastor.

Schaurig wird es vor dem Rathaus. Klaus Armbröster vom Stadtführerverein spricht über das Fresko „Christus als Weltenrichter“. Mancher Gast würde fragen, ob das Rathaus eine Kirche gewesen sei. Doch das war es nie. „Hier wurde Gericht gehalten“, sagt Armbröster. Mord, Hexerei, schwerer Raub oder Ehebruch – Blutrichter hätten hier über Leib und Leben entschieden. Im Rathaus sei auch ein Gefängnis gewesen. Und zu Hinrichtungen oder Züchtigungen seien die Massen auf den Neuen Markt geströmt.

Borwin I. verlieh Stadtrecht

Im Jahr 1161 wurde Rostock erstmals durch den dänischen Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus erwähnt. Um 1200 sollen sich hier deutsche Handwerker und Kaufleute niedergelassen haben. Fürst von Mecklenburg, Heinrich Borwin I., hat Rostock dann im Jahr 1218 das lübische Stadtrecht verliehen.

Im Jahr 1323 kaufte Rostock das Fischerdorf Warnemünde und sicherte sich so den Zugang zur Ostsee. 1419 wurde die „Alma mater rostochiensis“ (Universität Rostock) gegründet. 1472 erhielt die St. Marienkirche eine Astronomische Uhr.

André Wornowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Abschied
Gunter Gabriel.

Erfolge, Abstürze, Comebacks: Gunter Gabriels Leben glich einer Achterbahnfahrt. Gestrauchelt, aber nie ganz gescheitert ist er - immer wieder kämpfte sich der Sänger zurück ins Rampenlicht. Gerade erst wurde er 75 - nun ist er tot.

mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Ausschuss: Geld für neues Theater suchen

Oberbürgermeister soll Plan für Finanzierung des Neubaus vorlegen / Kulturpolitiker stellen Antrag