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Ab ins Beet! Die Gartensaison beginnt

Südstadt Ab ins Beet! Die Gartensaison beginnt

Die ersten Knospen sind schon zu sehen / Kochen im Freien ist Trend 2017

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Anni Schuldt (67) bereitet die Beete in ihrem Kleingarten in der Südstadt vor, damit sie bald bepflanzt werden können.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl (2), Philip Schülermann

Südstadt. Wenn die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke brechen und die ersten Frühlingsboten ihre Köpfe aus dem Boden strecken, dann juckt es den Gärtnern schon in den Fingern. Für sie beginnt die Saison. Und im Kleingarten gibt es viel zu tun, wenn er aus dem Winterschlaf erwacht. An den ersten warmen Tagen soll alles ordentlich sein.

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Die ersten Knospen sind schon zu sehen / Kochen im Freien ist Trend 2017

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„Mir gefällt das ,Tränende Herz’ besonders gut“, sagt Anni Schuldt. Die 67-Jährige hat gemeinsam mit ihrem Mann Hans-Ulrich (70) einen Kleingarten in der Südstadt. Zwar mag der Name ihrer Lieblingspflanze traurig klingen, doch das täuscht. Die rosafarbenen Blüten haben die Form von Herzen. Im Beet der Schuldts sind schon Knospen zu sehen. „Jetzt kommen die Tulpen“, erzählt Hans-Ulrich Schuldt.

Nach der Saison ist vor der Saison, weiß der Rentner. Er ist in ihrem Garten im Verein „Dahlie“ für die handwerklichen Aufgaben zuständig – und für das Grobe. Vor dem Winter müssten Bäume beschnitten werden, damit sie in der folgenden Saison Früchte tragen. „In diesen Tagen harken wir Laub“, sagt er. „Es gibt immer etwas zu tun.“ Das Gewächshaus muss bestückt, Hecken geschnitten, Reparaturen gemacht werden. Rund 400 Quadratmeter misst ihr Garten, den sie nun im vierten Jahr bewirtschaften. Sie wohnen nur wenige Schritte von ihrer Parzelle entfernt. „Drei, vier Minuten gehen wir hierher“, sagt Rentnerin Anni Schuldt.

Ein Drittel der Fläche in einem Rostocker Kleingarten muss Nutzfläche sein, er ist aber vor allem ein Rückzugsort für Städter. Gärten werden zu grünen Wohnzimmern und Küchen, zum Smart Home im Freien und zum Urlaubsort. Zu den wichtigsten Laubenpiepertrends in diesem Jahr zählt das Kochen im Garten. Das geht über das Grillen einer Wurst weit hinaus. Frisch geerntete Zutaten landen umgehend im Topf: Gemüse und Kräuter werden frisch zubereitet. Regionaler geht’s nicht. „Das ist absolut im Trend“, bestätigt Heiko Rademacher, verantwortlich für Gartenpflanzen bei Grönfingers. „Das hängt damit zusammen, dass sich die Leute gesund ernähren wollen.“

„Hier mache ich frische Kartoffelpuffer“, erzählt Anni Schuldt bei einem Blick in ihre Gartenhütte. Mit Kartoffeln aus eigenem Anbau? „Natürlich!“ Damit macht sie schon seit Jahren das, was 2017 angesagt ist. In ihrem Garten pflanzt sie auch gern Kräuter an: Petersilie, Schnittlauch, Knoblauch oder Thymian. Im Gewächshaus gedeihen Tomaten, Gurken oder Paprika. „Die Kunden wollen viel ausprobieren“, sagt Rademacher.

Vor dem Häuschen haben sie einen Unterstand – mit Plexiglas verkleidet. Im Sommer werde es manchmal zu heiß darunter, „im Frühjahr und Herbst aber dafür schön warm“, erklärt Hans-Ulrich Schuldt. Die ovalen Gehwegplatten, die in den Garten führen, hat er selbst gegossen. „Als gelernter DDR-Bürger kann man alles“, scherzt er und lacht. Als Form diente ein Farbeimer. Von dem freundlichen Ehepaar kann man viel lernen. Davon profitiert auch die nächste Gärtner-Generation. „Es findet eine Verjüngung statt“, sagt Christian Seifert, Vorsitzender der Rostocker Gartenfreunde. Zum einen schaffen sich diejenigen eine Parzelle an, die gerade in den Ruhestand gehen, zum anderen junge Familien. Die könnten von den erfahrenen Pächtern lernen, so Seifert. Denn Gartenpflege will gelernt sein.

Früher seien immergrüne Pflanzen modern gewesen, sagt Heiko Rademacher von Grönfingers. „Heute wollen die Kunden Abwechslung.“ Vor allem große, duftende Blüten seien beliebt. „Die Leute wollen ihren Garten mit allen Sinnen genießen.“ Jetzt muss es nur noch richtig Frühling werden. Dann beginnt wieder alles zu blühen, und Grillgeruch zieht durch die Hansestadt.

Philip Schülermann

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