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Adieu, Kapitäne: Aida schließt Simulationszentrum Rostock

Rostock Adieu, Kapitäne: Aida schließt Simulationszentrum Rostock

Training wird in die Niederlande verlegt / Reederei will weiter wachsen

Rostock. Das einst gefeierte erste Simulationszentrum für Kreuzfahrtschiffe Deutschlands steht vor dem Aus: Die Reederei Aida Cruises wird ihren Standort in Rostock, an dem sie 500 Offiziere schult, zum Jahresende schließen. Die Weiterbildung soll in Almere, Niederlande, erfolgen. Das Wirtschaftsministerium prüft, ob es Fördermittel für den Simulator zurückfordert. Für die Hansestadt ist dies ein weiterer Schlag, nachdem im Vorjahr bekannt wurde: Rund 100 Aida-Mitarbeiter sollen nach Hamburg.

Gut vier Jahre ist es her, dass Aida das Simulationszentrum in Rostocks City eröffnete, als Herzstück der Aida-Akademie. Dort können Kapitäne und Offiziere des deutschen Kreuzfahrt-Marktführers Manöver und Notfall-Situationen üben. In wenigen Tagen wird die Anlage jedoch abgeschaltet. Aida habe sich entschieden, „ab dem 1. Januar 2017 alle Weiterbildungs- und Trainingslehrgänge für die nautischen und technischen Führungskräfte in Almere anzubieten“, sagt Aida-Sprecher Hansjörg Kunze. An der holländischen Nordsee sei ein hochmoderner Komplex, das Arison Maritime Center, entstanden.

Die Aida-Mutter, die Carnival-Gruppe, habe 75 Millionen Euro investiert, um Personal aller zehn Marken dort zu qualifizieren, auch das von Aida. Das seien zusammen 6500 Offiziere.

Der Simulator in Rostock verschwindet. Die Akademie soll aber am Aida-Sitz im Stadthafen erhalten bleiben, so Kunze. Burkhard Müller, Leiter des Simulationszentrums, werde „seine Expertise künftig an der Academy Almere einbringen“. Weitere Mitarbeiter seien nicht betroffen. Kunze: „Wir wachsen weiter.“ In der Branche löst die Entscheidung Unverständnis aus. Nun fehle für Seeleute eine Trainingsmöglichkeit in MV, klagt ein Kapitän. Auch im Wirt- schaftsministerium horcht man auf, denn Aida habe für das im September 2012 eröffnete Simulationszentrum rund zwei Millionen Euro Förderung erhalten. „Inwieweit gegebenenfalls Fördermittel zurückgefordert werden müssen, muss geklärt werden“, sagt Sprecher Gunnar Bauer. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) bedauert die Schließung. Er erinnert an die Aida-Idee, ein maritimes Wissenschaftszentrum mit Hochschulniveau zu etablieren.

Hoffnung gibt es allerdings doch für Kapitäne: Denn die neuen MV Werften planen ein eigenes Simulationszentrum in Wismar, erklärt Sprecher Stefan Sprunk. Mit „Möglichkeiten für Dritte“.

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Frank Pubantz

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Rostock
Kapitän Burkhard Müller (links) erläutert im Jahr 2012, während der offiziellen Inbetriebnahme des Zentrums in Rostock, den Brückensimulator.

Das Training wird von Rostock in die Niederlande verlegt.

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