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AnnenMayKantereit trifft den Nerv einer Generation

Marienehe AnnenMayKantereit trifft den Nerv einer Generation

Die Kölner Band spielte und bewegte das Publikum am Sonnabend im ausverkauften Moya

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Die Band AnnenMayKantereit um Sänger Henning May trat am Sonnabend vor 1500 Zuschauern im ausverkauften Moya auf. Fotos (4): Ove Arscholl

Marienehe. Seit Wochen meldete der Veranstalter das Konzert mit 1500 Plätzen als ausverkauft, am Sonnabend war es so weit: AnnenMayKantereit spielten im Moya. Die Kölner Gruppe, die sich 2011 als Schülerband gegründet hatte, hat noch ein relativ kleines Werk vorzuweisen — ein vergriffenes Debütalbum, eine Fünf-Titel-EP aus dem letzten Herbst und die gerade erschienene CD „Alles nix Konkretes“. Das neue Album stand natürlich im Mittelpunkt des Abends.

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Die Kölner Band spielte und bewegte das Publikum am Sonnabend im ausverkauften Moya

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AnnenMayKantereit — ein Name, der bisschen wie eine Anwaltskanzlei klingt, aber auch hohen Wiedererkennungswert hat. Das sind Christopher Annen (Gitarre), Henning May (Gesang, Keyboards) und Severin Kantereit (Schlagzeug), inzwischen ergänzt durch Malte Huck (Bass).

Die Band steht klar in einer Folkrock- und Indie-Tradition, aber gerühmt wird Sänger Henning May wegen seiner tiefen und ein bisschen kratzigen Gesangsstimme. Manchmal klingt‘s, als würden sich Tom Waits und Element of Crime zusammentun, wobei May in der Stimmlage auch dem Unheilig-Grafen zuweilen naheliegt. Und den Rio-Reiser-Bezug wird die Band wohl nicht mehr los, seit sie in „Mir wär‘

lieber, du weinst“ einige Zeilen aus Reisers „Für immer und dich“ zitiert hat. Die Texte von AnnenMayKantereit schwanken sonst zwischen banal und poetisch, manchmal ist es einfache WG-Lyrik („Mein Mitbewohner“), dazu auch viel Trennungsverarbeitung („Wohin du gehst“), ein überzeugendes Lied über das Älterwerden ist „21 22 23“. Henning May liebt manchmal die einfachen Zeilen: „Ich würd gern mit dir in ‘ner Altbauwohnung wohn‘, zwei Zimmer, Küche, Bad und ‘n kleiner Balkon“ heißt es in „3. Stock“, das sich auf diese Weise als Liebeslied zeigt. Und „Das Krokodil“ schildert den Tour-Alltag sowie die Banalitäten des Musikgeschäfts.

AnnenMayKantereit haben Erfolg, weil sie mit ihren Texten einen Nerv treffen, die Lebenssituation der um die 20-Jährigen auf den Punkt bringen. Vielleicht ist die Band selbst überrascht von der Welle der Aufmerksamkeit. Aber die Musiker bleiben bei ihrer grundehrlichen und auch etwas ungeschützten Haltung, wie sie besonders Henning May auf der Bühne bezieht. Der Frontmann bedient ein bisschen das Wunschbild des sensiblen Singer/Songwriters, bleibt aber bodenständig. Und die Band spielte unangestrengt, aber ernsthaft, etwas überraschend war im Programm die Coverversion des Klassikers „Sunny“.

Große Träume vom kleinen Glück — die gab‘s verarbeitet in „Barfuß am Klavier“ oder in „Pocahontas“ am Schluss.

Es war im Moya übrigens ein sehr aufmerksames und verständiges Publikum, das die Band nicht anhimmelte, sondern den gemeinsamen Moment einfach teilte. Die Greifswalderin Julie Koch (23) hat die Band durch ihre Freundin kennengelernt. „Damals haben wir ,Barfuß am Klavier‘ im Auto gehört.“ Seitdem sei sie von Mays Stimme fasziniert. „Außerdem ist es schöne chillige Musik. Da kann man sich gemütlich hinsetzen und sie nebenbei hören.“ Da sei viel Persönlichkeit in den Liedern. Auch Tobi Fahlpahl (29) aus Kritzmow mag die Stimme. „Es ist interessant, wie aus so einem kleinen Sänger so eine kräftige Stimme herauskommt.“ Er sieht AnnenMayKantereit bereits zum zweiten Mal. „Ich habe sie das erste Mal beim Pangea-Festival gesehen. Die Musik ist wunderbar melancholisch und stimmungsvoll.“

Von Thorsten Czarkowski

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