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Anwohner in Sorge: Illegale Müllhalden locken Ratten an

Stadtmitte/Evershagen Anwohner in Sorge: Illegale Müllhalden locken Ratten an

Anwohner aus Evershagen und Reutershagen fürchten Plage / Nager werden in der ganzen Stadt gesichtet / Rathaus: In Rostock wird es immer Ratten geben

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Überall in der Stadt werden Ratten gesichtet. Die Tiere sind Kulturfolger und ziehen dem Menschen hinterher.

Quelle: Fotos: Heiko Kiera/ Fotolia, Johanna Hegermann

Stadtmitte/Evershagen. Karin Fielhauer ist sauer. Immer wieder liegen in Evershagen Sperrmüllberge herum. Nicht nur, dass Anwohner ihre Haushaltsgegenstände dazulegen, häufiger landen Essensreste auf den Müllbergen. „Das lockt Ratten an“, befürchtet die 77-Jährige. Elke Schünemann vom Gesundheitsamt räumt ein: „In einer Stadt am Wasser wird es immer Ratten geben.“ In jedem Stadtteil Rostocks sei das Ungeziefer gleichermaßen unterwegs. Wie viele es in der Hansestadt gibt, könne man nicht sagen. Nach einer Studie könnte bereits ein Rattenpärchen pro Jahr bis zu 1000 Nachkommen zeugen. Doch die Sachgebietsleiterin für Umwelthygiene der Hansestadt betont: „Es gibt in Rostock kein explizites Rattenproblem.“

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Anwohner aus Evershagen und Reutershagen fürchten Plage / Nager werden in der ganzen Stadt gesichtet / Rathaus: In Rostock wird es immer Ratten geben

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Tipps vom Gesundheitsamt

Ratten gibt es in allen Stadtteilen Rostocks gleichermaßen.

Eurawasser bekämpft in ihrem Netz eigenverantwortlich und regelmäßig.

„Der beste Schädlingsbekämpfer ist der Maurer“: Häuser müssen rattensicher sein, Löcher sollten gestopft werden.

Bekämpfungen sollten bis zur Tilgung weitergeführt werden — auch wenn es langwierig sein kann.

Bioabfälle sollten immer in Tonnen kompostiert werden und nicht offen.

Auch jetzt noch sehe man in Evershagen nicht nur Fallen, sondern hin und wieder die Nager selbst. Früher sei die Situation brisant gewesen. „Vor einiger Zeit habe ich sogar eine Ratte in meinem Hausflur gesehen“, erinnert sich die Rentnerin. Die Rostockerin hatte gleich dem Hausmeister Bescheid gegeben. „Das Ungeziefer wurde seitdem stark bekämpft. Aber ich denke, dass man überall in der Stadt mit Ratten zu tun hat.“

Tatsächlich werden immer wieder Ratten in Rostock gesehen — auch am helllichten Tag. „In Reutershagen ist es ein offenes Geheimnis“, sagt Anwohnerin Hannelore D., schon mehrmals habe sie beim Ortsamt Bescheid gegeben. „Sie wissen davon und trotzdem passiert nichts“, schimpft die Rentnerin. In den letzten Jahren sei es schlimmer geworden. Besonders auf dem Grundstück des Toilettenhäuschens und am Markt sehe sie die Tiere laufen. „Ich bekomme Panik und ekle mich davor.“ Das Problem sieht sie auch in den ungepflegten Grünanlagen.

„Verbergeorte gibt es genug“, sagt Schünemann. Böschungen, Sträucher, Gärten oder Wiesen in den Neubaugebieten dienen den Ratten als Unterschlupf. Auch an Wasserkanten halten sie sich gerne auf.

„Aber an illegalen Müllflächen können sich die Nager besser verbergen als im Wald“, klärt die Expertin. Dort sei auch das Nahrungsangebot für sie üppig. „Ratten sind Kulturfolger und ziehen dem Menschen hinterher.“

Wichtig sei es, die Populationen gering zu halten. „ Ratten sind Vektoren. Sie bewegen sich in einem großen Radius und können Krankheiten übertragen“, so Schünemann. Bei verstärktem Befall werden sie bekämpft. „Verantwortlich sind dann Vermieter, Besitzer des Grundes oder Eigentümer.“

Das Ergebnis einer solchen Tilgung hat Tilmar-Tobias Grähn aus der Steintor-Vorstadt erlebt. „Ich habe Ende 2015 im Keller die Überreste einer verwesten Ratte gefunden“, so Grähn. Er schätzt, sie habe monatelang dort gelegen. Die Lage sei damals schlimm gewesen. „Ich habe immer wieder Rattenkot im feuchten Keller gefunden“, berichtet der 35-Jährige. Der Vermieter sei unter anderem mit Rattengift dagegen vorgegangen und habe die Feuchtigkeit bekämpft. Zusätzlich sollen sich die Mieter an Verhaltensregeln halten. „Die Tür zwischen Keller und Müllbereich muss immer geschlossen werden“, wiederholt Grähn den Hinweis des Vermieters. „Damit hat sich die Situation für mich erledigt“, sagt der Rostocker beruhigt.

Auch Karin Fielhauer aus Evershagen sieht in solchen Regeln die Lösung. „Wenn wir etwas ändern können, müssen wir das tun“, betont sie. Das beginne damit, keine Lebensmittel auf die Straße zu werfen. Von Seiten der Stadt versuche der kommunale Ordnungsdienst zeitnah illegale Müllabwürfe zu beseitigen, fügt Schünemann hinzu.

Denn sonst könnten Ratten — gerade wenn es wärmer wird — zum Problem werden, befürchtet nicht nur Karin Fielhauer. Die Größe der Populationen sei von der Jahreszeit und der Witterung abhängig.

Von Johanna Hegermann

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