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Asiens Küchenvielfalt auf 100 Quadratmetern

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Asiens Küchenvielfalt auf 100 Quadratmetern

Asia-Laden in der KTV bietet alleine 100 verschiedene Gewürze

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Beim Betreten des Geschäfts weiß der Kunde gleich, was ihn erwartet: Eine betörende Mischung exotischer Kräuter- und Gewürzdüfte dringt in die Nase, der Duft der Küchen Asiens. Mehr als 1000 verschiedene Produkte von der tiefgefrorenen Apfelschnecke bis zum frischen Zitronengras bietet der Asia-Laden Am Kabutzenhof in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Nach Besitzerwechsel und Umbau hat er jetzt wieder geöffnet.

Der neue Geschäftsführer Ngo Quoc Thang läuft mit einem Klemmbrett durch die Gänge und prüft, was im Sortiment noch fehlt. Dabei ist der durchschnittliche mitteleuropäische Kunde schon jetzt überfordert: Alleine rund 100 verschiedene Gewürze und Gewürzmischungen stehen zum Verkauf. „Die sind besonders bei deutschen Kunden beliebt“, sagt Ngo. „Viele haben Urlaub in Fernost gemacht und wollen jetzt nachkochen, was sie dort gegessen haben.“

Der heute 48-Jährige war 1988 als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen. Nach der Wende verkaufte er zunächst Obst und Gemüse auf dem Markt und betrieb dann verschiedene Asia-Imbisse. „Durch meine Erfahrung als Koch weiß ich genau, was man für die asiatische Küche braucht“, erklärt er. „Und wenn wir etwas nicht haben, können wir es bestellen.“

Mehrere hundert Stammkunden kaufen regelmäßig bei ihm und seinen drei Mitarbeitern ein. „Etwa ein Drittel der Kunden sind Deutsche, es kommen aber auch viele Araber.“ Und nicht zuletzt decken sich viele Gastronomen bei ihm ein. Für sie gibt es fast wie im Großmarkt große Packungen, etwa 20-Kilo-Säcke mit Reis.

Auch beim wohl typischsten asiatischen Lebensmittel gibt es eine riesige Auswahl: „Es gibt bei uns drei Arten von Reis: Kleb-, Jasmin- und Bruchreis. Von jeder Art gibt es dann wiederum fünf bis zehn Sorten.“ Hinzu kommen exotische Varianten wie schwarzer, brauner oder grüner Reis.

Eine Besonderheit ist gerösteter gemahlener Reis. Er wird in der vietnamesischen Küche wie ein Gewürz eingesetzt: „Man brät Schweinefleisch – am besten Schweineohren – und streut das Reispulver darüber“, schwärmt Ngo.

Beeindruckend ist auch die Tiefkühlabteilung im Asia-Laden. Hier dominieren Meeresfrüchte und Fisch: Schnecken, Shrimps aller Größen, ganze oder filetierte Fische oder komplette Tintenfische.

Und auch die Frische-Abteilung lässt kaum Wünsche offen: hier finden sich Sojasprossen, Chilis und Koriander genauso wie in Europa weitgehend unbekannte Gemüse wie Susu, Bittergurke oder Taro-Wurzel.

„Susu ähnelt Kohlrabi, es schmeckt gebraten sehr gut als Gemüsebeilage zu Rindfleisch“, erklärt Ngo. Taro wiederum werde ähnlich wie Kartoffeln gerne zu Suppe verarbeitet. Derzeit ist das Angebot allerdings ausgedünnt. „Im Sommer haben wir mehr frisches Gemüse“, sagt Ngo.

Seine Waren bezieht Ngo bei Großhändlern in Berlin, Hamburg und den Niederlanden. „Unser Sortiment kann durchaus mit den großen Geschäften in Berlin oder Hamburg mithalten“, sagt der Geschäftsmann.

In MV sei er jedenfalls der größte Anbieter, die Kundschaft kommt aus dem ganzen Land nach Rostock.

Bei den deutschen Kunden ist derzeit Thai-Curry voll im Trend. Dieses Gericht hat seinen Namen nicht etwa vom Currypulver, das viele mit Indien in Verbindung bringen, sondern von der thailändischen Curry-Paste, die vor allem aus Chili, Zitronengras, Knoblauch und Schalotten besteht. Auch sie hat Ngo im Angebot, wie auch die weiteren Zutaten: „Kokosmilch, Sojasoße, Thai-Basilikum, weiße Auberginen und natürlich Reis.“ Zur Weihnachtszeit hat Ngo einen besonderen Tipp als Alternative zur klassischen Ente: „Man nehme eine fertig gewürzte und entbeinte Tiefkühl-Ente und brät sie im Ofen. Als Beilagen passen gedünstete Soja-Sprossen, Brokkoli und Reis. Dazu reicht man eine Teriyaki- oder Pekingenten-Soße.“

Axel Büssem

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