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Auch die Schweizer fliegen auf Rostock

Warnemünde/Laage Auch die Schweizer fliegen auf Rostock

Mit der Reederei MSC fliegt der nächste Kreuzfahrt-Riese seine Gäste künftig über Laage ein / Reederei-Chef kritisiert aber Zustände am Hafen: Rostock müsse dringend ein neues Terminal in Warnemünde bauen

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Insgesamt 17 Mal macht die „MSC Opera“ in diesem Jahr in Warnemünde fest. Die Gäste kommen in Laage an.

Quelle: Msc Kreuzfahrten

Warnemünde/Laage. Eines steht schon jetzt fest: Ende 2016 wird Rostocks Flughafen ein sattes Plus bei den Passagierzahlen verkünden, einen Zuwachs um fast 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014. „Wir peilen sogar einen neuen Rekord in Laage an“, sagt Sprecherin Petra Proba. Möglich machen das Kreuzfahrt-Urlauber. Denn nach der italienischen Reederei Costa und der spanischen Pullmantur fliegt nun auch die schweizerische MSC auf die Hansestadt. Das gaben Flughafen-Geschäftsführer Rainer Schwarz und MSC-Deutschland- Chef Michael Zengerle gestern bekannt. Der neue Kreuzfahrt- Riese in der Stadt übte allerdings gleich Kritik an den Zuständen im Warnemünder Hafen: Rostock müsse dringend in die Infrastruktur an der Kaikante investieren, so Zengerle.

 

OZ-Bild

Besiegelten die Partnerschaft: Wolfgang Kraatz (v. l.), Jens Scharner, Michael Zengerle, Rainer Schwarz und Rainer Kosmider.

Quelle: Andreas Meyer

Zubringer-Flüge aus Mailand und Madrid

70000 Kreuzfahrt-Gäste kommen in diesem Jahr auf dem Flughafen in Laage an.

3Fluggesellschaften (Alitalia, Meridiana und Iberia) bringen die MSC-Gäste in den Norden.

Bereits seit 2014 läuft MSC mit seinen Schiffen auch Warnemünde an. Und das inhabergeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Genf hat Großes vor: Erst am Mittwoch gab MSC in Paris den Bau von vier neuen Luxuslinern bekannt. In den kommenden zehn Jahren soll die Flotte von bisher zwölf auf dann 23 Schiffe wachsen. „Wir wollen die Nummer drei der Welt werden“, so Zengerle. Und Rostock spielt dabei eine gewichtige Rolle: „Das Kreuzfahrt-Geschäft wird immer größer, die Welt für uns aber immer kleiner“, so Zengerle gegenüber der OZ. Soll heißen: Aufgrund der Krisen im Nahen Osten, in der Türkei und auch in Afrika haben die Reedereien viele exotische Ziele gestrichen und drängen nun nach Nordeuropa. „Rostock ist wunderschön und hat noch viel mehr Potenzial. Aber die Stadt muss aufpassen, dass sie diesen Trend nicht verschläft.“

Was MSC und auch andere Reedereien stört, sind die Zustände an der Kaikante: Weil die Kapazitäten des bisherigen Kreuzfahrt- Terminals begrenzt sind, läuft das Einchecken für viele Schiffe in Zelten. „Das ist unbefriedigend, entspricht nicht unseren Ansprüchen“, so MSC-Sprecherin Nadine Maraschi. Aus Branchenkreisen heißt es, die Zelte seien auch der Grund, warum die Nummer zwei unter den deutschen Reedereien, Tui Cruises, bisher einen Bogen um Warnemünde macht. „Machen Sie uns und Ihnen selbst eine Freude — und bauen Sie ein neues Terminal“, warb Zengerle nachdrücklich für Investitionen in die Infrastruktur.

Jens Scharner, Chef der Rostocker Hafengesellschaft Hero, und auch Rainer Kosmider, Leiter der Verkehrsabteilung im Schweriner Infrastrukturministerium, gelobten Besserung: „An den Zelten sind wir dran“, sagt Scharner. Stadt und Hero arbeiten derzeit an Plänen für ein neues Terminal im Bereich des alten Werftbeckens. Erste Entscheidungen könnten nach OZ-Informationen noch im April fallen.

Kosmider sagte die Hilfe des Landes zu: „Wir wissen, dass in Warnemünde einiges getan werden muss, schauen uns die Lage genau an. Der Ausbau des Kreuzfahrthafens ist für das gesamte Land wichtig.“

Vollends zufrieden ist MSC hingegen mit dem Angebot des Flughafens: Im vergangenen Jahr hatten Rainer Schwarz und sein Team zusammen mit Costa erstmals ein neues Angebot für Urlauber gemacht: Die Gäste checken ihr Gepäck am Heimatflughafen ein und müssen es in Laage gar nicht erst vom Band holen. Es wird direkt auf die Kabine gebracht. Beim Rückflug stellen die Urlauber ihre Koffer an Bord vor die Kabinentür — und sehen sie dann erst zu Hause wieder. „Der Flughafen hat uns innovativen Service geboten und damit sogar Kopenhagen ausgestochen“, sagt MSC-Chef Zengerle. MSC läuft in diesem Jahr 17 Mal mit der „MSC Opera“ das Seebad an, im kommenden Jahr mit der „MSC Magnifica“. Rund 14000 Passagiere aus Rom, Mailand und Madrid, die auf Ostsee-Törn gehen wollen, werden via Laage eingeflogen. 2017 sogar 18000. Insgesamt fliegen in diesem Jahr fast 70000 Kreuzfahrtgäste von und nach Laage.

Das Kreuzfahrt-Geschäft macht in Laage mittlerweile ein gutes Drittel an den Passagierzahlen aus. „Dabei zahlt sich unsere Größe aus“, sagt Flughafen-Boss Schwarz. Rostock sei zwar deutlich kleiner — als Kopenhagen zum Beispiel — aber flexibler. Schwarz plant, den Geschäftszweig weiter auszubauen. Die Gesellschafter — die Hansestadt und der Landkreis Rostock sowie die Stadt Laage — denken aber trotzdem noch nicht daran, auch in Laage ein neues Terminal zu bauen: „Noch reichen die Kapazitäten aus. Auch was das Personal angeht“, sagt Wolfgang Kraatz (SPD), Vize-Landrat im Landkreis. Das Land hofft indes, dem Airport mit weniger Zuschüssen helfen zu müssen: „Vielleicht brauchen Sie ja schon in diesem Jahr nicht die ganze Million“, so Kosmider zu Schwarz — mit Augenzwinkern.

Der Vater des Erfolgs

Als die Gesellschafter des Flughafens Rostock-Laage Ende 2014 Rainer Schwarz als neuen Geschäftsführer vorstellten, war die Überraschung perfekt: Nicht mal zwei Jahre zuvor war Schwarz als Chef des Hauptstadt- Flughafens BER in Berlin abgelöst worden. Mancher Beobachter fragte sich damals, was das mit dem geschassten Manager in Laage wohl werden würde. Heute, keine zwei Jahre später, ist klar:

Es ist eine Erfolgsgeschichte geworden. Schwarz hat das Land überzeugt, an Laage festzuhalten — und ihn „mal machen zu lassen“. Er hat den lange gehegten Traum von der Kooperation Hafen-Flughafen wahr gemacht und beschert dem Rostocker Airport in diesem Jahr das wohl beste Ergebnis seiner bisherigen Geschichte. Dass Schwarz am BER gescheitert ist, lag nicht an seinen Fähigkeiten — sondern an den Umständen. In Rostock kann er sich auf seine Kernkompetenz konzentrieren — auf Linien und Verbindungen, neue Geschäftsideen. Er ist der Vater des Erfolgs.

Von Andreas Meyer

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