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Aufforstung nach Orkan-Schäden dauert noch Jahre

Stadtmitte/Torfbrücke Aufforstung nach Orkan-Schäden dauert noch Jahre

Orkane „Felix“ und „Elon“ haben 19 000 Festmeter Holz gefällt / Mitarbeiter des Forstamtes zeigten Kommunalpolitikern und Interessierten die Auswirkungen im Wald bei Torfbrücke

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Thomas Eisenack bringt seine Drohne in Ausgangsposition.

Stadtmitte/Torfbrücke. Die Folgen der beiden Orkane „Felix“ und „Elon“ sind noch immer deutlich sichtbar. Am schlimmsten hat es das Revier von Förster Stefan Schlüter getroffen. Dort gab es die größten Schäden. Jetzt, knapp 16 Monate später, führte er 50 Bürgerschaftsmitglieder und Vertreter von Vereinen durch das Gebiet zwischen Landesstraße 22 und Strand. Er nennt die diesjährige Waldbereisung die „Tour de Orkan“.

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Orkane „Felix“ und „Elon“ haben 19 000 Festmeter Holz gefällt / Mitarbeiter des Forstamtes zeigten Kommunalpolitikern und Interessierten die Auswirkungen im Wald bei Torfbrücke

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Es gibt gleich mehrere Schneisen, „wo der Orkan wie mit einem Lineal gezogen hindurchgefegt ist und Bäume wie Streichhölzer umgeknickt hat“, berichtet der Revierförster. Fast ausschließlich Kiefern und Fichten waren betroffen. 19000 Festmeter, also umgerechnet 19000 Kubikmeter, sind dem Sturm zum Opfer gefallen. Allein 9000 Festmeter im Revier Torfbrücke. Was vereinzelt noch steht, sind Buchen. „Durch ihre nach unten laufenden Hauptwurzeln hatten sie genug Kraft, um solchen Orkanen standzuhalten“, berichtet Angelika Stoll, Sachbearbeiterin Naturschutz. Doch auch die verbleibenden Buchen sind jetzt in Gefahr, wie Forstamtsleiter Jörg Harmuth mitteilt. „Jetzt fehlen ihnen die Schatten spendenden Kiefern. Die Buchen könnten Verbrennungen erleiden. Auf der Rinde kann sich nun leicht Sonnenbrand bilden“, meint er.

Auf dieser Fläche, nur wenige Meter von der L 22 entfernt, sehe es laut Forstamtsleiter noch harmlos aus. Einige hundert Meter weiter in Richtung Küste haben die Orkane auf einem knapp sechs Hektar großen Stück die Bäume gefällt.

Um dies zu verdeutlichen, hat das Stadtforstamt den Rostocker Fotografen Thomas Eisenack engagiert. Er steuerte seine Drohne einige Meter über das kahle Feld. Eine Kamera hatte die Live-Bilder auf einem Monitor am Boden übertragen. Stefan Schlüter erklärt: „Hier ist kein Muster zu erkennen, etwa ob der Sturm wie bei den anderen Stellen von West nach Ost gefegt ist. Hier sind die Bäume kreuz und quer gefallen.“

Ein Großteil der Fläche wurde bereits beräumt und an gleicher Stelle sind junge Bäume nachgepflanzt worden. Dazu gab es jüngst eine Aktion mit Schülern aus Graal-Müritz. Eine neue Methode wurde gewählt, um keine Wildzäune ziehen zu müssen. Die 2000 Setzlinge — vorwiegend Traubeneichen und Winterlinden — wurden zusammen mit sogenannten Wuchshüllen in den Boden gebracht. Also ein Baumschutz, der sich nach maximal zehn Jahren von selbst auflösen soll. „Das Gute daran: Das Wild kann durch dieses Gebiet ziehen, kommt aber nicht an die Knospen heran“, so Jörg Harmuth.

Ein weiteres große Problem neben den Sturmschäden, sind die Müllablagerungen in den Waldgebieten. Zu den Sachen wie Verpackungen, Büchsen und Flaschen würden in den vergangenen Jahren vermehrt auch Sonderabfälle hinzukommen. „Wir müssen dafür Personal und Technik bereitstellen. Das kostet die Stadt jedes Jahr fast 25 000 Euro“, erklärt der Forstamtsleiter. Auch kam es 2015 vereinzelt zu Vandalismus an Beschilderungen oder Informationstafeln. Der Umfang solcher Beschädigungen sei aber rückläufig.

Ein Drittel ist Wald

48 Prozent der Bäume, die im Revier des Stadtforstamtes stehen, sind Nadelbäume (52 Prozent Laubbäume). Bis zu 80 Jahre alt können sie werden.

5958 Hektar: Fast ein Drittel der Stadtfläche wird vom Stadtforstamt bewirtschaftet.

93 Prozent des Holzeinschlags werden von zertifizierten Kunden gekauft. Dies sind vor allem die Großabnehmer, etwa das Holz-Cluster aus Wismar. Nicht zertifizierte Abnehmer sind größtenteils regionale Verarbeiter.

208 Personen wurden 2015 im Ruheforst beigesetzt.

Von Mathias Otto

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