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Rövershagen Auge in Auge mit schneeweißem Wal

Künstler starten Bau der Figuren für 14. Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf / Thema ist „Moby Dick“

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Eiskünstler und Weltmeister Junichi Nakamura aus Japan ist zum ersten Mal bei der Eiswelt in Rövershagen.

Rövershagen. Dick eingemummelt feilen sie an ihren Skulpturen: 21 Künstler haben in der Eishalle von Karls Erlebnis-Dorf Hammer, Säge und Meißel ausgebreitet, um aus Eisbrocken und Schneemassen die Figuren der 14. Eiswelt zu erschaffen. Dieses Mal dreht sich im Minus zehn Grad kalten Raum alles um den wohl berühmtesten Wal der Welt: Moby Dick. „Wir werden die Besucher über die Figuren und mit Infotafeln durch die Geschichte führen“, sagt Nadja Schriever, Karls-Marketingleiterin in Rövershagen.

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Künstler starten Bau der Figuren für 14. Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf / Thema ist „Moby Dick“

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Auf 2000 Quadratmetern werden Charaktere – Herman Melville schrieb das Buch im 19. Jahrhundert – die Eiswelt-Gäste verzaubern. Und erstmals wird die Ausstellung zu 90 Prozent aus Schnee sein, Eis wird also zweitrangig. „Das ist auch für uns und die Künstler eine Herausforderung“, sagt Schriever. Seit vergangenem Freitag arbeiten die Meisterskulpteure fast täglich an Kapitän Ahab, dem Matrosen Ismael und natürlich dem Pottwal. Das Säugetier soll zehn Meter lang und begehbar sein – allein sechs Leute beschäftigen sich gemeinsam mit der Fertigstellung des Riesenwerks.

Neben „alten Hasen“ wie Sergey Tselebrovskiy aus Russland und einem lettischen Paar hat Jana Fuhrmann, die künstlerische Leiterin der Eiswelt, viele neue Gesichter aufs Dorf geholt. Unter anderem die japanische Koryphäe Junichi Nakamura, Weltmeister im Eisschnitzen, der sich laut Marketingleiterin Nadja Schriever auf der Welt aussuchen kann, wo er arbeiten möchte. Zwei seiner Studenten haben ihn auf das mittlerweile schon traditionelle Projekt im Erlebnis-Dorf aufmerksam gemacht. „Die beiden arbeiten auch bei uns“, erzählt Schriever. Das Trio arbeite sehr detailliert und sei sehr perfektionistisch veranlagt.

Insgesamt acht Nationen sind derzeit in der Eiswelt vertreten. Neben Russland, Lettland und Japan kommen die Künstler aus der Mongolei, aus Thailand und Malaysia, ein Künstler stammt aus der Republik Tschuwaschien, einer Teilrepublik der Russischen Föderation. Die kürzeste Anreise nach Rövers- hagen hatte eine Engländerin. „Die Künstlerakquise ist sehr aufwendig und beginnt ungefähr ein halbes Jahr vor dem geplanten Start der nächsten Eiswelt“, erklärt Schriever. Die künstlerische Leiterin Jana Fuhrmann recherchiert bei der Suche zum Beispiel auf Facebook, wo sich viele Eiskünstler mit ihren Werken präsentieren. Via Telefon und E-Mail geht es dann ins Detail.

Viele der Teilnehmer sind gelernte Bildhauer. Gedanken über die Figuren müssen sie sich erst machen, wenn Fuhrmann das Konzept ausgearbeitet hat, denn in dem steht auch, welcher Künstler für welche Figur-Produktion zuständig sein soll. Erst dann setzt der kreative Prozess bei den Eiswerklern ein. „Wir mögen diese Mischung aus jungen und neuen Leuten mit unseren Künstlern, die bereits viel Erfahrung mit unserer Eiswelt haben“, sagt Schriever. Das sei gut für Abläufe.

Die Skulpteure sind in umliegenden Pensionen untergebracht und werden während ihres Arbeitstages – meist von neun Uhr bis 18 Uhr – mit drei Mahlzeiten in den Pausen versorgt. Auch die Anreise mit dem Flieger finanziert das Unternehmen, dessen Chef Robert Dahl ist. „Einmal pro Woche machen wir zudem einen Ausflug mit allen, zum Beispiel zum Weihnachtsmarkt oder nach Stralsund ins Ozeaneum“, erzählt Schriever. Wie viel Honorar die Männer und Frauen für ihre Leistung in der eisigen Welt bekommen, bleibt allerdings stets ein Geheimnis. Klar ist dagegen, dass sie wesentlich kürzer in Rövershagen gastieren als die Eiswelt selbst. Noch vor der Eröffnung am 17. Dezember um neun Uhr werden sie wieder in ihre Heimat zurückkehren. Nur für eventuell anstehende Reparaturarbeiten werden sie noch einmal eingeflogen. Schließlich muss die Eiswelt von „Moby Dick“ eine Weile durchhalten: Bis 27. Oktober 2017 können Besucher die Welt aus Schnee und Eis ansehen. Erstmals ist die Dauerkarte für die Rövershäger und die Eiswelt in Elstal bei Berlin gültig. „Und natürlich für unsere Eislaufbahn“, sagt Schriever.

Tonnen von Schnee und Eis – Die 14. Eiswelt in Zahlen

90 Prozent der Ausstellung werden erstmals aus Schnee sein, nur zehn Prozent sind dieses Mal aus Eis.

10 Meter soll der Pottwal und Hauptakteur der Geschichte der 14. Eiswelt – Moby Dick – lang sein. An ihm arbeiten sechs Künstler gemeinsam. Der Pottwal soll begehbar sein für Besucher. Seine Walflosse wird die altbekannte Eisrutsche sein.

1500 Tonnen Schnee und etwa 100 Tonnen Eis werden derzeit für die Eiswelt verarbeitet. Aus den kalten Massen entstehen neben Moby Dick auch Kapitän Ahab sowie der Matrose Ismael.

21 Künstler aus acht Nationen sind beteiligt. Einige von ihnen haben bis vor kurzem an Figuren für die 2. Eiswelt bei Karls in Elstal bei Berlin gearbeitet.

8,50 Euro kostet die Dauerkarte, die für Karls Rövershagen, Elstal und die Eisbahn gültig ist. Kinder zahlen 6,50 Euro.

Claudia Tupeit

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