Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Aussichtsturm mit Café: Neue Ideen für Jakobikirchplatz

Stadtmitte Aussichtsturm mit Café: Neue Ideen für Jakobikirchplatz

Sechs Studenten der Hochschule Wismar stellen ihre Entwürfe im Kulturhistorischen Museum aus / In einer Gesprächsrunde wurden neue Nutzungen begrüßt

Voriger Artikel
Umstrittener Facebook-Richter darf weiter Urteile fällen
Nächster Artikel
Was heute in MV wichtig wird

Sie haben sich Gedanken über eine neue Gestaltung des Jakobikirchplatzes gemacht: Anne Möller, Melina Krumstroh, Janina Kaul, Luisa Scholz und Max Graupner (v.l.), alle Studenten an der Hochschule Wismar. Fotos (3): Thomas Niebuhr

Stadtmitte. Studenten haben das Recht, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen. Das haben sechs von der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar nun getan. Auf Anregung und mit finanzieller Unterstützung durch den Verein Rostocker 7 beschäftigte sich der akademische Nachwuchs mit einer möglichen Umgestaltung des Jakobikirchplatzes im Stadtzentrum. Ausgestellt sind die Entwürfe im Kulturhistorischen Museum, am Sonnabend diskutierten die Studenten mit Rostockern über ihre Ideen.

 

OZ-Bild

Ich weiß, dass Kollegen den Platz meiden. Ich gehe bei Führungen ganz bewusst dorthin.“Tim Perschke (28), Stadtführer

Quelle:

Markthalle, Fischrestaurant, offenes Stadtgärtnern, ein multifunktional nutzbares Gelände auf zwei Ebenen oder der Nachbau des Turms der 1942 von Bomben zerstörten und bis 1960 abgerissenen Kirche zeigen die Entwürfe. In den Blick der Öffentlichkeit gelangt der von Mauern umgebene Platz meist nur, wenn sich nach Trinkgelagen der Müll stapelt. Seit 2003 erinnert der Grundriss im Boden an die Kirche, der Platz war als Ort der Ruhe geplant. Das Konzept verstehe kein Mensch, sagt Professor Gerd Baron. „So, wie er ist, wird der Platz nicht angenommen“, ergänzt. Professorin Annette Leyener.

Beide betreuen das Projekt an der Hochschule Wismar.

Er wisse, dass viele seiner Kollegen den Platz nicht im Programm haben, wenn sie Gästen die Innenstadt zeigen“, berichtet der 28-jährige Stadtführer Tim Perschke. „Ich gehe da aber ganz bewusst hin“, sagt er, weil es schon einige gestalterische Besonderheiten gebe. Eine Öffnung des Platzes würde er sich wünschen, ob er unbedingt bebaut werden müsse, da ist er sich nicht sicher. Uneins über eine neue Nutzung sind auch die Rostocker Sigrid und Hans-Joachim Bartsch. Beiden ist aber wichtig, dass die Erinnerung an die ehemalige Pfarrkirche bei Veränderungen erhalten bleibt.

Eine andere Nutzung dieses Platzes müsste auch angenommen werden, war am Sonnabend von den anwesenden Rostockern zu hören. Auf besonderes Interesse stieß dabei die Idee von Studentin Anne Möller, einen Turm nachzubauen, der die Dimensionen des alten Kirchturms von St. Jakobi wieder aufgreift und als Aussichtsplattform und für Gastronomie sowie Ausstellungen genutzt werden könnte. „Der Turm wäre der Höhepunkt, das könnte angenommen werden“, sagt Klaus-Jürgen Beel. Er wäre schade, wenn niemand so etwas versuchen würde. Als Schatzmeister des Fördervereins von St. Petri weiß er, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, die Umsetzung anzugehen.

Jetzt sei es Sache von Stadt und Politik, ob sie die Ideen der Studenten aufgreifen, sagt Professor Gerd Baron. Klaus-Jürgen Beel würde Veränderungen begrüßen, allerdings dürfte der Jakobikirchplatz angesichts der Pläne für den Neuen Markt, den Glatten Aal oder ein neues Theater wohl nicht ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Die Ausstellung mit den Entwürfen kann noch bis zum Sonntag, 5.

Juni, im Kulturhistorischen Museum besucht werden.

Seit 2003 erinnert Gestaltung an das Gottteshaus

Am 26. April 1942 wurden große Teile der Jakobikirche bei den britischen Bombenangriffen zerstört, das Turmmassiv brannte völlig aus. 1957 wurden die Seitenschiffreste, 1959 der Chorkomplex und 1960 der Turmstumpf abgerissen oder gesprengt. Der Platz wurde danach als Klaus Störtebeker-Platz Standort von Imbissbuden.

Seit 2003 erinnert der neu gestaltete Jakobikirchplatz an das abgerissene Gotteshaus. In dem Boden wurden Granitbänder eingelassen, die die Konturen der im englischen Kathedralstil gebauten Kirche nachzeichnen. Die Kosten für die Umgestaltung betrugen damals rund zwei Millionen Euro, wie die Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung (RGS) mitteilte.

Thomas Niebuhr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel

Als Preisträgerin in Residence gestaltet die norwegische Violinistin Vilde Frang 18 Konzerte der Festspiele MV

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Lastwagen überfährt Fußgängerin

Mitten auf der Straße stand eine 58-jährige Frau. Dann erfasste sie ein Lkw.